Aachen - Alemannias erzwungene Tugend: „Haben viel Geduld mit den jungen Leuten“

Whatsapp Freisteller

Alemannias erzwungene Tugend: „Haben viel Geduld mit den jungen Leuten“

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
12714287.jpg
Torjubel in der Abendstunde: Daniel Hammel (v.l.), Philipp Gödde und Mergim Fejzullahu feiern den nächsten Auswärtssieg. Foto: Revierfoto

Aachen. Alles war nach dem Spiel bereits gesagt, die Pressekonferenz war vorbei, aber Fuat Kilic schnappte sich noch einmal das Mikrofon. „Oberhausen hat eine gute Mannschaft und einen guten Trainer“, teilte Aachens Trainer ungefragt mit, während draußen vor der Tür ein paar Unentwegte wieder die Entlassung von RWO-Coach Andreas Zimmermann nach dem Aachener 2:0-Sieg forderten.

Die Einschätzung von Kilic war weitaus mehr als eine nette Geste für einen in Bedrängnis geratenen Kollegen aus der eigenen Zunft. „Ich kenne ihn nicht, aber ich kann seine Arbeit beurteilen“, sagt der 43-Jährige. „Und die ist gut.“

Vermutlich wird die Arbeit von Kilic in Aachen gerade deutlich besser beurteilt, auch wenn es in den Vereinsgremien niemanden mehr gibt, der für den Sport zuständig ist. Auch in Oberhausen gelang dem Team ein Erfolg in der Fremde. Während der erste Durchgang keinem Augenzeugen in Erinnerung bleiben wird, war die zweite Halbzeit wieder ein schönes Lehrstück für das schnelle Umschalten nach der Balleroberung.

Alemannia hat in dieser Saison an Tempo auf den Außenbahnen gewonnen. Und mit Mergim Fejzullahu ist ein torgefährlicher Spieler dazugekommen. „Er kommt gut in die Aktionen, hat viel Zug zum Tor.“ Der Albaner stand nach seinen Saisontoren zwei und drei zu Recht im Mittelpunkt. Aber Kilic lenkte die Aufmerksamkeit auch auf andere Spieler. Philipp Gödde zum Beispiel wirkt manchmal ein bisschen hölzern, aber der Stellenwert für die Mannschaft ist imponierend. „Mit seinem Pensum schafft er Räume, der Junge hängt sich enorm rein.“

Die Aachener sind aktuell mit einer ziemlich jungen Mannschaft unterwegs. David Pütz, 19, lieferte eine erstaunlich fehlerfreie Premiere in der Startformation ab. Karim Kucharzik, 18, dagegen war die Nervosität fast durchgehend anzumerken. Kilic hatte den robusten Verteidiger als weiteren Wellenbrecher bei den gefürchteten Oberhausener Standards aufgeboten. Der 19-Jährige bekam keine Ruhe in sein Spiel. „Aber ich nehme mir das Recht heraus, in unserer Sparsituation, auf so junge Spieler zu setzen, die auch Fehler machen dürfen.“

Auch Ryo Suzuki stand zum ersten Mal in der Startaufstellung, das Debüt endete nach der ersten Halbzeit – auch wegen Sprachproblemen. „Wir hatten das Anlaufverhalten besprochen, er konnte es nicht so umsetzen.“ Weil der Japaner solche Vorgaben noch nicht versteht, opferte ihn Kilic. Der Angreifer wird schnell wiederkommen. „Wir haben viel Geduld mit den jungen Leuten.“ In Aachen ist es gerade deutlich gemütlicher als in Oberhausen.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert