Alemannias Duell um die Meisterschaft: Ein Sieg muss her

Von: Klaus Schmidt
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Lautstarker Antreiber: Alemannias Torhüter Frederic Löhe hofft, dass das „Feuer im Training“ auch Freitagabend im Spiel zu sehen ist. Favorit sei aber nun Gegner und Spitzenreiter Mönchengladbach II.

Aachen. Wenn Frederic Löhe wenig schläft und zu Hause wenig redet, dann muss seine Frau nicht erst die Live-Ticker nachlesen oder in den Videotext schauen. Dann weiß sie: Beruflich ist was schiefgelaufen. Löhe ist Torhüter bei Alemannia Aachen, zuletzt verdarb ihm die 0:1-Pleite beim FC Kray die Laune.

Doch nun „kribbelt es“, ein großes Spiel steht schließlich an, nach allgemeiner Einschätzung die letzte Chance, den Tabellenführer der Fußball-Regionalliga West im Endspurt noch abzufangen. Bei einer Niederlage, sagt Löhe, „können wir das abhaken. Bei einem Unentschieden wird’s nicht leichter. Aber wenn wir gewinnen, dann brennt’s noch mal richtig.“

Borussia Mönchengladbachs U23 kommt Freitagabend (19.30 Uhr) an den Tivoli, es wird die zweitgrößte Kulisse dieser Saison nach dem Rekordspiel gegen RW Essen. Freddy Löhe trug einst selbst das „Fohlen“-Trikot, er hat immer noch Verbindungen zu den Älteren im Team und erkennt „diese Leichtigkeit“, mit der die Mannschaft seit Monaten unterwegs ist. „Aber ich glaube auch, dass die jungen Spieler langsam Bammel bekommen. Sie sind jetzt in der Favoritenrolle.“

Alemannia hat daran mächtig mitgedreht. Die interne Unruhe über Darstellungen von Vertragsverhandlungen und den möglichen Anteil daran, dass die Schwarz-Gelben zuletzt aus der Erfolgsspur geraten sind, will Löhe nicht kommentieren. Die Vermutung, mit der gestiegenen Erwartungshaltung nicht klarzukommen, mag der 26-Jährige auch nicht heranziehen. „Ich tu‘ mich immer schwer damit. Druck beflügelt mich eher. Gerade wenn ich einen Rucksack mit mir herumschleppe, muss ich noch mehr laufen.“

Gladbachs Zweite marschiert, obwohl sie die meisten Gegentore unter den ersten sieben Mannschaften der Tabelle kassiert hat – in der Regel ein K.o.-Kriterium, um am Ende ganz oben zu stehen. „Das ist schon sehr ungewöhnlich“, sagt Freddy Löhe. Aber das Demandt-Team trifft so oft wie sonst keiner, und hohe Siege gab’s schon einige. Für Alemannia ist das Bohren dicker Bretter die Regel, „jedes Spiel ist ein harter Kampf. Für jeden, der gegen uns spielt, ist es das Highlight der Saison. Da geben sie 120 Prozent. Das war auch schon in der Hinrunde so und nicht erst in den letzten Wochen.“ Obwohl Löhe hinter der besten Defensivreihe der Liga steht: „Ich hatte immer Spannung drin. Eigentlich waren es nur die beiden Spiele gegen Düsseldorf, in denen ich gedacht habe: Warum stehe ich hier überhaupt?“

Freitagabend muss Alemannia zeigen, ob die Schwächephase beendet ist. „Der Trainer hat diese Woche richtig Feuer reingebracht“, sagt Freddy Löhe. „Dieses Spiel wird ein Selbstläufer, wie gegen Essen. Und wenn wir gewinnen, dann scheppert’s richtig. Das wissen die Gladbacher. Dann werden sie einen Knacks bekommen.“ Und was macht er beim Stand von 0:0 und Aachener Ecke in der Nachspielzeit? Rennt er dann auch nach vorne wie zuletzt beim FC Kray? Löhe schmunzelt: „Und was, wenn wir den Ball verlieren und Gladbach ins leere Tor trifft? Und uns am Ende dieser eine Punkt fehlt?“

Nein, so viel Risiko würde er sechs Spieltage vor Schluss nicht eingehen. „Auch bei einem Remis wäre noch nicht alles verloren.“

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