Aachen - Alemannias Dauerkarten sind ungültig

Alemannias Dauerkarten sind ungültig

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
Alemannia
Die Fans mit Dauerkarte müssen in der Rückrunde zahlen, wenn sie ihr Team sehen wollen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Am Mittwoch beginnt der Dauerkartenvorverkauf für Alemannias Spiel gegen den FC Bayern am 20. Januar. Das ist die gute Nachricht für die 8500 Dauerkartenbesitzer des insolventen Vereins. Die schlechte folgt sogleich. Die Dauerkarten besitzen in der Rückrunde keine Gültigkeit mehr. Wer Alemannia im Abstiegskampf sehen will, braucht ein neues Ticket.

Sachwalter Rolf-Dieter Mönning bestätigte am Dienstag auf Anfrage den Vorgang: „Daran führt im Insolvenzrecht leider kein Weg vorbei.“ Auch in früheren Verfahren bei anderen insolventen Klubs kam es zu dem Schritt.

Auch Logenbesitzer betroffen

Die Dauerkarteninhaber können ihre Ansprüche geltend machen und sich in die lange Reihe der Gläubiger einsortieren. Sie sind nicht alleine von der Maßnahme betroffen. Auch die 21 Logenbesitzer und 596 Inhaber eines Business-Seats müssten bei Interesse ein zweites Mal zum Portemonnaie greifen.

Interimsgeschäftsführer Michael Mönig plant – in Kombination mit dem Bayern-Spiel – eine Rabattkarte für die restlichen acht Heimspiele. Wer noch einmal eine Dauerkarte erwirbt, erhält einen Nachlass von ca. 50 Prozent. Um diesen Satz soll auch der Etat der Profi-Mannschaft, die dennoch den Klassenerhalt schaffen soll, gekappt werden. Tageskarten sollen zum unveränderten Tarif angeboten werden.

Alles auf den Prüfstand

Die Entwertung der Dauerkarten hat noch einen Nebeneffekt: Dem klammen Verein, der alle seine finanziellen Vorräte längst aufgebraucht hat, fließt wieder Liquidität zu. „Der Schritt ist bitter“, sagt Dauerkartenbesitzer Mönning, der am Dienstag bei einem Sponsorenabend um neues Vertrauen warb: „Wir müssen unangenehme Wahrheiten aussprechen. Hier kommt alles auf den Prüfstand.“

Und noch eine schlechte Nachricht. Interimsgeschäftsführer Michael Mönig hat auch für die Stadion-GmbH den Insolvenzantrag abgegeben. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Frank Kebekus eingesetzt, der in ähnlicher Rolle schon Rot-Weiß Essen half. Damit haben die Mitarbeiter der Stadion-GmbH, die seit Oktober auf ihr Gehalt warten, Anspruch auf Insolvenzgeld. Mönig hat noch etwas gemacht. Er hat alle Akten vom Tivoli-Bau in den Safe gelegt; hier stehen umfangreiche Recherchen an, ob Pfusch am Neubau vorgelegen hat. Die Zeit eilt, etwaige Ansprüche auf Gewährleistungen enden in ein paar Wochen.

Zum Thema Bayern-Tickets: Es gelten die üblichen Preise der 3. Liga, hinzu kommt ein „Rettungs-Zuschlag“ von drei Euro für den hilfsbereiten Rekordmeister. Mitglieder und Dauerkarteninhaber werden bevorzugt behandelt, bis Montag können sich Stammgäste am Tivoli ihr Ticket freischalten lassen und maximal drei weitere Karten erwerben.

Leserkommentare

Leserkommentare (12)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert