Alemannia: „Wir müssen unsere Fans zurückgewinnen“

Von: Christoph Pauli
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Torjäger im Gewand des Innenverteidigers: Jannik Löhden gehört zu Alemannias positiven Entdeckungen in dieser Saison. Foto: sport/Revierfoto

Aachen. Um was es noch in dieser Saison am Tivoli geht? Jannik Löhden muss da nicht lange überlegen. „Wir müssen unsere Fans zurückgewinnen.“ Vieles ist bei Alemannia zuletzt schief gelaufen, auf und neben dem Platz. Die Unzufriedenheit ist auf allen Ebenen greifbar.

Die Mannschaft ist natürlich nicht erst seit dem mickrigen 2:2 gegen die Amateure von Wegberg-Beeck ins Gerede gekommen. Anschließend gab es durchaus Redebedarf mit den eigenen Anhängern, deren Bedarf an Enttäuschungen überschritten war. Das sportliche Saisonziel lässt sich definieren. Die Mannschaft will in der Tabelle nach oben klettern und noch ein paar Plätze gut machen.

„Wir haben den Anspruch, in jedem Spiel erfolgreich zu sein, die fußballerische Qualität ist dafür vorhanden“, sagt Löhden vor der Partie am Freitag gegen die SSVg Velbert (19.00 Uhr). Der Klub trennte sich am Donnerstag nach sechs punktlosen Spielen von seinem Trainer Andre Pawlak.

Fast wichtiger für die Aachener wird zunehmend, die wachsende Kluft zwischen Mannschaft und Fans zu schließen. Es droht ein immenser Kapitalverlust, wenn sich die Anhänger enttäuscht von ihrem Verein abwenden. „Es wäre schön, wenn Ruhe einkehren würde und wir die Saison ohne Nebenkriegsschauplätze beenden könnten“, ist nicht nur die Sehnsucht von Jannik Löhden.

Alemannias verteidigender Torjäger (7 Saisontreffer in nur 22 Spielen) kennt sich aus mit ambitionierten Projekten. Schon die zwei Jahre bei der stets aufstiegsbestrebten Viktoria Köln seien intensiv gewesen, sagt er. „Die Zeit in Aachen hat das noch übertroffen“, wundert er sich.

Die Mannschaft ist deutlich hinter den eigenen Erwartungen geblieben, es gibt eine deutliche Diskrepanz zwischen den Leistungen im Training und im Wettkampf. „Vielleicht ist die Gruppe untereinander zu homogen, wir gehen sehr nett miteinander um, es fegt keiner auch mal verbal dazwischen“, beobachtet Löhden. Die Mannschaft tut sich nicht weh. „Wir springen nicht über den eigenen Schatten.“

Das Team hat sich nicht erst seit dem letzten Herbst ins Gerede gebracht. Damals teilte es dem verdutzten Aufsichtsrat mit, dass man nicht mehr mit Manager Alexander Klitzpera und Trainer Christian Benbennek zusammen arbeiten wollte. Die sportlich Verantwortlichen sind inzwischen auf dem Abstellgleis gelandet.

Die kurzfristige Beurlaubung von Klitzpera interpretiert Torwart Pierre Kleinheider als „Signal des Vorstandes. Die Vergangenheit soll von der Festplatte gelöscht werden. Für uns beginnt schon die neue Saison, wir müssen für eine positive Wende sorgen.“

Was von der Saison noch bleiben wird, ist der letzte Eindruck. „Alle hier sind unzufrieden, aber wir wollen mit positiven Gedanken in die Sommerpause gehen“, sagt der Torhüter, dessen Vertrag im Sommer schon wieder ausläuft. Die letzten drei Heimspiele gingen jeweils verloren, da wäre positive Werbung in eigener Sache dringend angebracht.

Mögliche Aufstellung:

Kleinheider - Ernst, Rossmann, Löhden, Mohr - Staffeldt, Kühnel - Maier, Graudenz, Rüter - Engelbrecht

Schiedsrichter: Lukas Sauer (Bergkamen)

Bilanz gegen Velbert: 3 Spiele/1 Sieg/1 Remis/1 Niederlage/4:4 Tore

Im Internet unter www.an-online.de und www.az-web.de ab etwa 23 Uhr.

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