Aachen - Alemannia-Verwirrspiel: Doch Krüger!

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Alemannia-Verwirrspiel: Doch Krüger!

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
Alemannia Aachen / Michael Krüger
Michael Krüger leitete am Dienstag schon das erste Training. Foto: dpa

Aachen. Überraschung zu später Stunde: Neuer Trainer wird nach einem Votum der Alemannia-Oberen Michael Krüger (55) und nicht, wie von Sportdirektor Andreas Bornemann beabsichtigt, Peter Vollmann, der eigentlich schon heute das Training leiten sollte. Das macht nun Krüger. Der große Unbekannte hatte gegen 21 Uhr den Raum betreten.

Vermutlich hat ihn Alemannias Manager Andreas Bornemann vorgestellt. „Sehr geehrte Aufsichtsräte, das ist Peter Vollmann.” Man kann vermuten, dass die Verblüffung in dem Gremium genau so groß gewesen wäre, wenn Silvia Neid durch die Türe gekommen wäre. Oder wenn Andreas Bornemann angekündigt hätte, er könne fortan übers Wasser laufen.

Peter Vollmann? Hecking, Funkel, Wück, Bommer waren gespielt worden, zuletzt Mike Büskens und Michael Krüger. Mit mehr als 100 Biographien hatte sich der Manager in den Fahndungswochen beschäftigt. Einen erfahrenen, bezahlbaren, deutschsprachigen Nachfolger für Jürgen Seeberger wollte der Klub herausfiltern. Einer, „der zu Alemannia passt, der hier Leidenschaft entfachen kann”, hatte der Manager gesagt.

Das Ergebnis: Vollmann ist jener geheimnisvolle Mister X, von dem Bornemann am Sonntagabend erstmals berichtet hat. Und er war der Favorit des Managers. Vielleicht haben die Herren heimlich unter dem Tisch per Handy im Internet geschaut, wen Manager und Geschäftsführer auserwählt haben.

Vollmann ist dann doch eher den Insidern bekannt. Im Dezember musste er bei Holstein Kiel Falko Götz weichen, weil sich der Klub gerade neu erfand. Vollmann wurde entlassen, obwohl er Herbstmeister geworden war. Kiel schaffte den Aufstieg in die 3. Liga. Die 2. Liga kennt er noch aus der Zeit bei Eintracht Braunschweig (Juli 2001 bis Oktober 2002), ansonsten hielt sich der Ex-Profi (zwei Einsätze in Liga 2 bei Rot-Weiß Lüdenscheid) eher an den windgeschützten Orten der Branche auf: Vollmann war meistens in der 3. und 4. Liga bei Traditionsvereinen wie Preußen Münster, Fortuna Köln, Wattenscheid 09 oder KFC Uerdingen unterwegs. 2006 sammelte er Auslandserfahrung bei zwei Vereinen in Ghana. Bis Ende Juli war er Assistenz-Trainer von Ernst Middendorp bei Anorthosis Famagusta auf Zypern.

Nach Aachen gereist war auch Michael Krüger; er war als letzter Konkurrent Vollmanns übriggeblieben. Auch der Ex-Braunschweiger stellte sich den Räten vor, die auf dem Aseag-Gelände tagten. Er trug seine Gedanken als erster vor - und hinterließ einen überzeugenden Eindruck.

2005 führte Krüger Eintracht Braunschweig aus der Regionalliga zurück in die 2. Bundesliga. Schon damals arbeitete der Sport- und Geographielehrer mit Co-Trainer Willi Kronhardt zusammen. Dieses Gespann wird es nun in Aachen wieder geben. „Wir haben einen
erfahrenen Trainer gesucht. Dabei waren uns auch Themen wie Kommunikation und Mannschaftsführung sehr wichtig. In diesen Aspekten hat Michael Krüger uns absolut überzeugt”, sagte Alemannia-Sportdirektor Andreas Bornemann.

Frühere Stationen Krügers waren auch Hannover 96, Hansa Rostock, Holstein Kiel, Kickers Emden und VfL Wolfsburg II. Außerdem war er in Ägypten und im Sudan tätig.

Keine Rolle spielte mehr Mike Büskens. Er dementierte zwar heftig, dass er abgesagt habe, wie es eine Boulevard-Zeitung berichtete, aber der Verein verzichtete auf eine Einladung. Der Kontakt war am Freitag abgebrochen.

Büskens vermisste immer noch wichtige Details für eine Entscheidung, wie zum Beispiel die mögliche Laufzeit eines Vertrages. Der Verein vermisste die entsprechende Begeisterung für das ambitionierte Projekt Alemannia.

Die war zwar bei Peter Vollmann schnell ausgebrochen, er hätte am Dienstag das Training leiten sollen. Aber der Aufsichtsrat, der nur pro forma involviert wurde, und der gar kein Mitspracherecht hat, entschied anders.

Michael Krüger hatte den besseren Eindruck hinterlassen, Bornemanns Favorit Vollmann fiel durch. Deutlich nach Mitternacht stand die Entscheidung: Der Verein hat einen neuen Trainer. Der 55-Jährige bekommt bei der Alemannia einen Vertrag bis zum 30. Juni 2011.

Michael Krüger leitet heute ab 10 Uhr das Training mit seinem neuen und alten Co-Trainer Willi Kronhardt. Anschließend bricht die Gruppe auf zum Pokalspiel in Frankfurt.
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