Alemannia verklagt den Hauptsponsor auf Schadenersatz

Von: Christoph Pauli
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Check2win erhält nun seinerseits die fristlose Kündigung des Vereins. Alexander Goy (rechts), der damals und bis zu seiner Heirat Quitschau hieß, übergibt Timo Skrzypski (Mitte) symbolisch ein Trikot vor der Saison. Foto: Jerome Gras

Aachen. Im Stadion beginnen dann die Bauarbeiten, die Werbebanden des Haupt- und Trikotsponsors werden kostenpflichtig abgehängt. Am Dienstag hat Alemannia Check2win fristlos gekündigt.

Der Verein hatte dem Unternehmen noch einmal eine Frist bis Montag 24 Uhr gesetzt, obwohl die finale Rate des Kooperationsvertrags bereits zum 1. Dezember letzten Jahres fällig war. Ohne Erfolg.

Der Geschäftsführer der Würselener Firma, Alexander Goy, hatte am 10. Januar den Vertrag „aus wichtigem Grund“ fristlos gekündigt und festgehalten, nicht mehr zahlen zu wollen. Nun wehrt sich Alemannia wie absehbar mit juristischen Schritten. „Wir werden den Vertrag fristlos kündigen und die ausstehende Summe als Schadenersatz einklagen“, kündigt Geschäftsführer Timo Skrzypski an.

Nach Informationen unserer Zeitung geht es um eine Summe von über 140.000 Euro – die letzte Tranche für den im Sommer verabredeten Vertrag, der eigentlich über zwei Spielzeiten laufen sollte. Der Anspruch kann höher werden, sollte der Verein für die nächste Saison keinen Hauptsponsor finden. Er kann sich auch entsprechend verringern, wenn Alemannia eine Ersatzlösung präsentieren kann.

Eine Reaktion von Geschäftsführer Alexander Goy ist ausgeblieben. Presseanfragen ignorierte er, für Alemannias Geschäftsführung ist er seit Wochen nicht mehr zu sprechen, sagt Skrzypski, auf das anwaltliche Schreiben der letzten Woche mit der Zahlungsaufforderung und Klageandrohung reagierte er nicht. „Still ruht der See“, sagt Alemannias Anwalt Torsten Peters. „Keine Reaktion ist eher ungewöhnlich. Er hatte doch in seiner Kündigung von wichtigen Gründen gesprochen, die er uns hätte mitteilen können. Es riecht danach, dass es die wichtigen Gründe überhaupt nicht gibt“, sagt der Jurist. Nun wird sich möglicherweise das Aachener Landgericht mit dem Vorgang beschäftigen müssen. Eine erste mündliche Verhandlung ist erst in einigen Monaten zu erwarten.

Der zuständige Fußball-Verband hat Alemannia am Montag parallel erlaubt, das Trikotsponsoring für die letzten Spiele erneut zu vergeben. „Wir geben jetzt Vollgas bei der Suche nach einem neuen Hauptsponsor“, sagt Skrzypski.

Seit dem Sommer ist Goy, der damals noch Quitschau hieß, auch Alemannias „Top-Partner“ über ein anderes Unternehmen. „All4Aachen versteht sich als exklusives Branchenbuch, das gezielt Unternehmen, Kanzleien und Praxen anspricht, um als starke Gemeinschaft einen hochwertigen Werbeauftritt in der Region zu ermöglichen“, teilte der Regionalligist Anfang Juli mit.

Goy gehört laut dieser Mitteilung zu den Firmengründern. Das Unternehmen ist großflächig auf Werbebanden am Tivoli vertreten, hat zudem im Sommer zwei Unternehmenslogen gebucht. Die wurden bereits im Herbst zum Saisonende gekündigt. Die für Anfang des Jahres fällige Rechnung wurde beglichen.

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