Alemannia und die beiden starken Trends

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
12872674.jpg
Wochenlang vermisst: Dennis Dowidat war nur beim Auftakt in Siegen dabei. Heute steht er vor dem Comeback. Foto: imago/Hübner

Aachen. Vor ziemlich genau einem Monat lud Alemannia Aachen ein zu einem kleinen Turnier. Die Saison hatte noch nicht begonnen, die Gegner waren namhaft. Es war nur ein letzter Test vor dem Start in die neue Saison. Die Zuschauer erhielten einen feinen Einblick in den aktuellen Leistungsstand ihres Teams.

Inzwischen steht fest, dass die Fans schon damals einen ziemlich repräsentativen Ausschnitt von Alemannias Leistungsvermögens zu sehen bekamen.

Der Regionalligist kann exquisit verteidigen, selbst die prominenten Angreifer des FC Malaga und von Olympique Marseille überwanden die Abwehr nicht einmal. Und zudem zeichnete sich an diesem Nachmittag bereits ab, dass Pascal Nagel ein starker Repräsentant seiner Gattung ist und bevorzugt Elfmeter abwehrt. Der 25-Jährige hat die Fähigkeit bereits im Ligaalltag demonstriert. Aachens Defensive hat die Turnierform bestens konserviert, sie wurde an den ersten fünf Spieltagen erst einmal überwunden.

Ein anderer Turnier-Trend hat sich dann zum Leidwesen der Besucher auch im Ligabetrieb bestätigt. Die Mannschaft muss einen beträchtlichen Aufwand betreiben, um ein Tor zu erzielen. Manchmal gleicht das dem Versuch, einen Teller Suppe mit der Gabel zu leeren. Sie belohnt sich nicht für ihr zumeist gutes Spiel. Am Tivoli hat das Team bei zwei Versuchen in dieser Spielzeit noch nicht einen Treffer erzielt, die letzten beiden Spiele endeten torlos. Gegen Sprockhövel und in Wiedenbrück fiel die Ernte um vier Punkte zu gering aus. Trainer Fuat Kilic verspürt wenig Neigung, die „Fehler“ seiner Angreifer zu thematisieren. Er zählt lieber die heiteren Momente, will Sicherheit vermitteln, predigt Selbstvertrauen – auch wenn das gerade eine Rarität in den Stürmerreihen ist. „Sie werden irgendwann für ihren Fleiß belohnt.“

Florian Rüter hat „Stürmer“ in seinem Spielerpass stehen, er gehört zur langen Liste der Profis, die auf das erste Tor warten. Es muss nicht einmal ein eigener Treffer sein, selbst die Gewissheit, dass ein Kollege den Ball zwischen den 7,32 voneinander entfernt stehenden Pfosten unterbringen kann, würde Sicherheit vermitteln, sagt der 26-Jährige. Der schnelle Rechtsaußen war auch schon vor einem Jahr dabei, als die Mannschaft den besten Start seit 58 Jahren hinlegte. „Wir haben definitiv damals nicht besser gespielt, aber vor allem mit Standards in der Anfangsphase ordentlich gepunktet. Die Stabilität und Flexibilität heute ist größer“, vergleicht er.

Heute startet das Team den nächsten Anlauf, den ersten Torschützen auf die Anzeigetafel zu bugsieren. Gegner ist ab 19.30 Uhr die absehbare Hitze und vor allem der Bonner SC. Der starke Aufsteiger jedenfalls hat keine Sturmprobleme, bereits acht Treffer bringen die Gäste mit, die mit ihren schnellen Angreifern auf die Zementabwehr treffen werden.

Mögliche Aufstellung: Nagel - Ernst, Propheter, Haitz, Winter - Staffeldt, Mohammad - Rüter, Dowidat, Fejzullahu - Gödde

Bilanz: 18 Spiele/11 Siege/4 Remis/3 Niederlagen/38:18 Tore

Schiedsrichter: Bastian Börner (Dortmund)

Internet: an-online.de/az-web.de ab ca Mitternacht

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert