Aachen - Alemannia: Überflüssiges Ende bei Spitzenspiel gegen Gladbach II

Alemannia: Überflüssiges Ende bei Spitzenspiel gegen Gladbach II

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
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Ein war ein intensives Topspiel, das mit einer gerechten Punkteteilung endete: Alemannia Aachen und Borussia Mönchengladbach II trennten sich 1:1. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Vor dem Spiel gab es die Nachricht vom ersten Punktsieg über RW Essen. Alemannia hat inzwischen 4031 Dauerkarten für die junge Saison verkauft, 31 mehr als der andere Traditionsverein. Nach dem Spiel fiel die Zufriedenheit eher gedämpft aus.

Alemannia und Borussia Mönchengladbach trennten sich nach durchaus intensiven 90 Minuten 1:1.

Kurioserweise erzielten beide Teams die Treffer in Phasen, in denen sie deutlich unterlegen war. Alemannia wollte den Gegner früh stellen, ihn in der eigenen Hälfte den Ball abjagen. Der Plan ging nicht im Ansatz auf. Die Hausherren bekamen die enorm ballsicheren Gäste nicht zu fassen. Aachen wollte ein enges Netz knüpfen, aber es hatte zu viele Löcher. Gladbach befreite sich mit sicheren Ballstafetten.

„Unsere erste Halbzeit war sehr beeindruckend“, analysierte Gäste-Trainer Andre Schubert, „diese junge, unerfahrene Mannschaft ist auch vor der ungewohnten lautstarken Kulisse sehr mutig aufgetreten.“ Diese erste Halbzeit ging eindeutig an den Meister. Die ballsicheren Talente mit den Profis Nico Elvedi und Djibril Sow hatten mehr Spielanteile, schrille Chancen sprangen dabei nicht mehr heraus. Der Fernschuss von Nils Rütten kullerte genau in die fangbereiten Arme von Aachens Keeper Frederic Löhe (18.). Dann versuchte der agile Morten Ritter vergeblich mit der Hacke einer Flanke von Thomas Kraus die entscheidende Wendung zu geben (20.).

Eine Minute später blockte Hackenberg im Strafraum einen Schuss von Gladbachs Torjäger nach einer Schludrigkeit von Demai ab. Die eingespielten Gäste hatten mehr Aktion in diesem Spiel, die Führung gelang ihnen nicht. Die gelang Bastian Müller - und Schneefall an diesem Nachmittag wäre nicht weniger überraschend gewesen. Fabian Graudenz, der zunächst in vorderster Linie stürmte, schlängelte sich links an zwei Gegenspielern vorbei. Seinen klugen Rückpass schob Müller aus acht Metern unter Gladbachs Keeper Martin Kompalla zum 1:0. Gespielt war da eine halbe Stunde, 13.000 ziemlich lautstarke Zuschauer sahen die unerwartete Führung.

Gladbachs Nachwuchs ließ sich nicht beirren. 3:0 lagen sie zur Pause nach Ecken vorne. Aber richtig gefährlich wurden sie nur noch einmal: Löhe hob einen Drehschuss von Guiseppe Pisano aus 17 Metern über die Latte (45.). Aachens Trainer Christian Benbennek verdichtete nach dem Wechsel das Mittelfeld, tauschte Staffeldt gegen Demai (Pferdekuss), schob Dennis Dowidat vom Rand ins offensive Zentrum. Alemannia bekam Zugriff, fand die richtigen Anlaufstellen und erarbeitete sich die ersten Chancen und nach einer Stunde sogar den ersten Eckball. Stürmer Dowidat hatte mehrfach die Gelegenheit, das 1:0 auszupolstern. Aus der unverdienten wurde allmählich eine verdiente Führung.

Aachen verpasste den K.o.-Schlag, Borussia blieb im Spiel. „Die Abwehr hat es überragend gemacht, wir haben nichts zugelassen“, urteilte der starke Innenverteidiger Peter Hackenberg. Der erste Gegentreffer der Saison fiel auf eher unwürdige Art und Weise kurz vor Schluss. Der eingewechselte Philipp Gödde schaute Mario Rodriguez bei einem Einwurf (!) nur zu, wie er den Ball mit der Brust in aller Ruhe annahm und zum Ausgleich schob.

„Sehr bitter, das darf uns so nicht passieren“, ärgerte sich nicht nur der starke Bastian Müller über das 1:1. Gespielt waren da schon 87 Minuten, das Team nach der laufintensiven Partie längst im roten Bereich. Es kam noch schlimmer. Schiedsrichter Dominik Jolk übersah ein Foul an Taku Ito. Dominik Ernst teilte ihm lautstark seine Sicht der Dinge mit - und sah Rot in der Nachspielzeit.

Benbennek kannte er zwar den Wortlaut des Disputs nicht, schloss dennoch eine Beleidigung aus. Ernst entschuldigte sich nach Spielende beim Schiedsrichter. „Ich habe ihm eine Kleinigkeit gesagt, aber nichts Beleidigendes“, war er verdutzt von dem Platzverweis. Seinen 25. Geburtstag wird er in Erinnerung behalten.

Es war der Schlusspunkt in einem sehr intensiven Spitzenspiel mit einem überflüssigen Ende - aus Aachener Sicht. „Der Ausgleich ist ärgerlich, aber wir haben auch gegen einen richtig starken Gegner gespielt“, freundete sich Benbennek mühsam mit dem Remis an.

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