Alemannia trennt sich von Manager Klitzpera

Von: Christoph Pauli
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Gescheitert: Alexander Klitzpera wird nach 14 Monaten von seinem Posten als Sportdirektor wieder entbunden. Foto: sport/ objectivo

Aachen. Die nächste Blamage der gewiss nicht pannenarmen Saison bekam Alexander Klitzpera schon nicht mehr mit. Der Verein zog noch vor dem sportlich bedeutungslosen Duell gegen Wegberg-Beeck (2:2) die Notbremse. Am späten Samstagnachmittag wurde Alemannias sportlicher Leiter Alexander Klitzpera beurlaubt.

„Die Entwicklung der Mannschaft verlief zuletzt nicht wie geplant“, teilte Aufsichtsratsvorsitzender Christian Steinborn mit, der Klitzpera öffentlich immer wieder verteidigt hatte. „Wir mussten frühzeitig reagieren, um unsere Ziele für die nächste Saison nicht zu gefährden.“

Der Urlauber wider Willen reagierte überrascht: „Ich hatte noch viel vor, unverändert bin ich von meiner Idee überzeugt“, sagte Klitzpera nach dem Abschlussgespräch. Der Vorstand wollte ihm allerdings nicht noch einmal die anstehende Kaderzusammensetzung überlassen. Zu viel ist in den letzten Monaten schief gegangen. Die Saison ist eine ziemliche Ansammlung von Pannen, Skandalen und personellen Korrekturen. Die von Klitzpera zusammengestellte Mannschaft blieb weit hinter den Erwartungen zurück, kaum ein Neuzugang half Alemannia weiter.

Schon vor Wochen hatte sich der Aufsichtsrat zu einem Bilanzgespräch Ende März verabredet. Das Ergebnis war nicht sonderlich positiv für Klitzpera. „Es ist viel passiert, wir glauben nicht, dass es so weitergehen kann“, sagte Tim Hammer, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats. Die Kritik bei Sponsoren und Fans ist seit Monaten kaum zu überhören und zu übersehen. „Alexander Klitzpera könnte machen was er will, er bekäme keine Chance mehr“, fasst Hammer die Stimmungslage zusammen.

Der Aufsichtsrat korrigierte mit der Freistellung die eigene vor gut 14 Monaten gefällte Entscheidung. Damals wurde Alexander Klitzpera vom noch sportlich verantwortlichen Aufsichtsrat Thomas Deutz als „großer Glücksfall“ für den Verein vorgestellt. In der Praxis ging dann allerdings ziemlich viel schief. Die Weiterverpflichtung von Erfolgstrainer Peter Schubert scheiterte nach öffentlichen Diskursen. In der Folge scheiterten dann auch krachend und kostspielig der neue Trainer Christian Benbennek und sein Team nach wenigen Monaten. Die Torwarttrainer Ralf Westig und Markus Pröll verschwanden ebenso wie der Leiter des Nachwuchsleistungszentrums Reiner Plaßhenrich. Im späten Herbst kam es zu einem Aufstand der Mannschaft gegen den Ex-Trainer und auch gegen Klitzpera. Mit beiden sportlich Verantwortlichen wollte das Team nicht mehr zusammenarbeiten, teilte es schriftlich mit.

Benbennek war kurz darauf Geschichte, ebenso wie der ebenfalls von der Mannschaft kritisierte Thomas Deutz, der sich zurückzog. Das Verhältnis zwischen Klitzpera und dem Team blieb merklich abgekühlt. Auf Intervention des Managers wurden nach der Rückrunde Peter Hackenberg, Fabian Müller und Frederic Löhe suspendiert – teilweise Spieler, auf die er bei den Vertragsverlängerungen ein Loblied angestimmt hatte.

Schlagzeilen lieferte Alemannia primär jenseits der Kreidelinien. Die Staatsanwaltschaft ermittelte kurz wegen vermeintlich sexueller Übergriffe eines ehemaligen Trainers im NLZ. Das Verfahren wurde schnell eingestellt. Noch anhängig ist dagegen ein Verfahren, nachdem Klitzpera von Ex-Trainer Harald Heinen bei einer Besprechung niedergestreckt wurde.

Unbefristeter Vertrag

Die Trennung von Klitzpera ist kostspielig. Das Team um Thomas Deutz stattete den Berufseinsteiger damals mit einem unbefristeten Vertrag aus. Nun wird kurzfristig eine einvernehmliche Vertragsauflösung angestrebt. Einen Nachfolger soll es nicht geben. Trainer Fuat Kilic soll den Kader für die nächste Saison zusammenstellen.

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