Alemannia-Trainer Schubert: „Wir sind im Dialog und werden ihn forcieren“

Von: Klaus Schmidt und Christoph Pauli
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Das Lachen ist zurück: Alemannias Trainer Peter Schubert freut sich über den Dialog mit Manager Alexander Klitzpera, der in Gang kommt. Foto: Christoph Pauli

Aachen. Der Trainer kommt etwas verspätet zum Termin. Ein Gespräch mit dem Sportdirektor Alexander Klitzpera hat sich für Peter Schubert in die Länge gezogen. Das ist dann eher eine gute Nachricht. Die sportlich Verantwortlichen bei Alemannia Aachen reden wieder intensiver miteinander, nachdem sich das Verhältnis zuletzt dann doch eher abgekühlt hatte.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit auf eine Aachener Meisterschaft?

Schubert: Die Frage beantworte ich nach dem nächsten Spieltag. Gladbach II hat es selbst in der Hand, Viktoria Köln liegt auch noch einen Punkt vor uns. Wir haben die schlechtesten Karten aller Kandidaten. Wir haben zwar nur eine kleine Chance, aber die wollen wir nutzen.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Trainer in der Regionalliga am Tivoli noch Peter Schubert heißt?

Schubert: Nichts ist von meiner Seite zum gegenwärtigen Zeitpunkt ausgeschlossen. Wir haben uns vorhin kurz getroffen, wir sind im Dialog und werden diesen jetzt forcieren.

Warum hat es fünf Wochen gedauert, bis die angekündigten Verhandlungen aufgenommen wurden?

Schubert: Dazu wurde schon genug gesagt.

Der Ball liege bei Ihnen im Spielfeld, hat Alexander Klitzpera letzte Woche gesagt.

Schubert: Es gab ein Gesprächsangebot, kein finanzielles Angebot. Unverändert bin ich gerne Trainer in Aachen.

Seit Wochen bekräftigt Klitzpera, dass es auch eine gemeinsame Kaderplanung geben würde. Dabei wirkten Sie völlig überrascht, als Ihr Kollege aus Rödinghausen am Samstag den Transfer von Florian Rüter mitteilte.

Schubert: Bei unseren internen Gesprächen haben wir uns vorrangig um die Spieler gekümmert, die bereits für Teams bei Alemannia unterwegs sind.

Muss man nicht den Eindruck gewinnen, wenn man so übergangen wird, dass der Verein auch keine großen Pläne mit einem hat?

Schubert: Irgendwann muss man ja im Sinne des Vereins mit der Arbeit anfangen. Es ist zweifellos die Arbeit von Alexander Klitzpera, diese Dinge umzusetzen.

Man hat als Beobachter von Anfang an den Eindruck, dass die Bestellung eines neuen Managers im laufenden Betrieb auf wenig Begeisterung stößt. Oder wurde Klitzpera mit offenen Armen empfangen?

Schubert: Wir haben es vielleicht versäumt, frühzeitig Gespräche über unsere Ideen und Konzepte zu führen. Dafür wäre sicherlich Zeit gewesen. Es wäre auch im Nachhinein betrachtet wichtig gewesen, viele Dinge vorab zu klären, um Missverständnissen vorzubeugen.

Würden Sie sich gegen die Formulierung wehren, dass ein Monat verloren wurde, weil keiner auf den anderen zugegangen ist?

Schubert: Nein, kann ich nicht, auch wenn die Frage bleibt, wer auf wen zugehen muss. Der Arbeitnehmer auf den Arbeitgeber oder umgekehrt? Ich kann mir schlecht selbst ein Angebot schreiben. Generell stört diese öffentliche Vertragsdebatte.

Anfang April hat Klitzpera Sie und einige Spieler kritisiert, Sie haben umgehend reagiert. Gibt es einen Zusammenhang zwischen der öffentlichen Debatte und dem Leistungs- und Ergebnisabfall im April mit vier schmerzhaften Niederlagen?

Schubert: Es ist schwierig zu sagen, welche Auswirkungen die Interviews hatten. Wir haben ja nicht immer schlecht gespielt, es gab nicht wirklich einen fußballerischen Einbruch. Der Druck auf uns ist mit der Zeit höher geworden, weil wir das große Ziel Aufstieg vor Augen hatten und haben. Vielleicht sind wir damit nicht entspannt genug umgegangen. Zudem sind und waren wir in einer Phase von Vertragsverhandlungen, mit der jeder Spieler unterschiedlich umgeht. Es gibt Spieler, für die es vielleicht schwieriger ist, wenn ein befristetes Angebot wieder zurückgenommen wird. Es gibt schon mehrere Gründe für die Ergebniskrise, nicht die eine Ursache.

Reiner Plaßhenrich kann NLZ-Leiter werden beziehungsweise bleiben im Nicht-Aufstiegsfall. Wie wichtig wäre er für Ihre Weiterverpflichtung?

Schubert: Wenn ich weitermache, ist es Voraussetzung, dass er Co-Trainer bleibt. Er hat ja bislang beide Aufgaben auch schon in Personalunion gemacht. Ralf Westig hat noch Vertrag, er ist ein guter Typ, der die Entwicklung unserer Torleute, speziell von Frederic Löhe wesentlich gefördert hat. Als Team haben wir Drei gut harmoniert.

Bislang haben nur fünf Spieler ihren auslaufenden Vertrag für die neue Regionalliga-Saison verlängert. Besteht die Gefahr, dass die Mannschaft erneut neu aufgebaut werden muss?

Schubert: Die Antwort hängt davon ab, wie viele Spieler, die das Angebot noch vor sich haben, es annehmen. Je mehr Eckpfeiler bleiben, desto leichter ist die Aufgabe, eine funktionierende Struktur zu finden.

Wenn es am Ende Platz 2 oder 3 wird: War es eine überraschend gute Saison oder eine der verpassten Möglichkeiten?

Schubert: Wir würden dem Titel sicher etwas nachtrauern, aber wir sollten auch nicht vergessen, wo wir herkommen. Am vorletzten Spieltag können wir immer noch Meister werden – ein Jahr nach dem Ende der Insolvenz – das ist schon sehr imponierend. Die Mannschaft hat eine konstant gute Entwicklung genommen – mit Ausnahme des Aprils.

Wann ist Trainingsauftakt für die nächste Saison?

Schubert: Am 20. Juni.

Was macht Peter Schubert an diesem Tag?

Schubert: Schaun mer mal.

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