Alemannia: Tobias Haitz ersetzt den angeschlagenen Jannik Löhden

Von: Christoph Pauli
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Will seine Chance nutzen: Tobias Haitz. Foto: Gras

Aachen. Alemannias Abwehr wird verkleinert, so viel steht schon mal fest. Es bleibt zwar bei der Viererkette beim Gastspiel des Fußball-Regionalligisten am Samstag in Wiedenbrück. Aber Jannik Löhden, mit 201 Zentimeter der größte Spieler der Liga, fällt verletzt aus.

Der 13 Zentimeter kleinere Tobias Haitz wird ihn ersetzen. Der Wechsel ist nicht nur eine Folge der Verletzung, „Tobias hat sich aufgedrängt im Training“, sagt Trainer Fuat Kilic. „Ich habe keine Bedenken, wir werden dadurch nicht schwächer.“ Vermutlich ändert sich das Aachener Spiel mit dem technisch versierten Haitz, der seine Qualitäten auch in der Spieleröffnung hat.

In der aktuellen Debatte über mangelnde Effektivität der Angreifer, ist ein bisschen untergegangen, dass Aachens Abwehr in dieser Saison extrem kugelsicher unterwegs ist. Ein Weitschussgegentor in vier Spielen ist eine famose Ausbeute. Kilic hat mit seiner Mannschaft die Ordnung deutlich verbessert in den letzten Wochen. Haitz wird zum ersten Mal in der Startformation stehen. „Ich will die Chance natürlich nutzen.“

In der Vorbereitung haben ihm ein paar Wochen gefehlt, inzwischen hat er wieder aufgeschlossen zu den beiden anderen Innenverteidigern, die ihre Aufgaben so gut gelöst haben.

Vor der Saison ist Haitz zu dem Verein zurückgekehrt, bei dem er zwischen 2004 und 2007 in der Jugend spielte. Die Kontakte sind nie abgerissen, häufig war der gebürtige Eschweiler auch Tribünengast am Tivoli.

Der 24-Jährige hat schon ein paar Stationen gesehen in seinem Fußballerleben. Begonnen hat die Karriere als Bambini bei Germania Dürwiß – noch als Stürmer. Der 1. FC Köln lockte das Talent in sein Nachwuchsleistungszentrum, nach zwei Jahren wechselte er zu Alemannia. Parallel schloss er die Schule ab, dann ging die Reise weiter. Er wechselte zu Bayer Leverkusen, und inzwischen ist ein Abwehrspieler aus ihm geworden. Trainer Jupp Heynckes nominierte ihn zwei Mal für den Bundesligakader. Haitz lief zwei Mal für die deutsche U 19-Nationalelf auf, es war eine gute Zeit – bis ihn Verletzungen stoppten. Er kämpfte sich zurück, die Scouts nahmen wieder Witterung auf. So wechselte Haitz 2013 zum NEC Nijmegen, stieg dort ab und sofort wieder auf in die höchste niederländische Liga.

Im letzten Jahr holte ihn Viktoria Köln zurück. Er wurde dort als neuer Abwehrchef vorgestellt, die ersten Wochen liefen gut. „Dann wechselte der Trainer das System und die Formation.“ Haitz war keine Stammkraft mehr, er musste sich wieder gedulden.

Die Wege trennten sich, Kilic hat heftig um den Allrounder gebuhlt im Frühjahr. „Ich war überzeugt von ihm, deswegen sind wir auch an die Grenzen gegangen.“ Der Kaderplaner hat ihm einen Zweijahresvertrag gegeben – eine Ausnahme in diesem Sommer. „Er soll auch in Zukunft ein Fixpunkt in der Mannschaft sein.“

Für Haitz, der mit Frau und Hund in Alsdorf wohnt, steht wieder einmal ein Neuanfang an. In den Rückspiegel schaut er ungern, auch wenn er dort neben Rückschlägen viele Erfolge wahrnehmen könnte. Die Karriere ist ins Stottern geraten. „Ich bin nach Aachen gekommen, um wieder einen Schub zu bekommen“, sagt er. Und damit will er in Wiedenbrück beginnen.

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