Alemannia: Tauscht Kilic den Torwart aus?

Von: Christoph Pauli
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Neue Nummer 1? Patrick Nettekoven. Foto: Gras

Aachen. Für den Trainer ist das eine komplizierte Situation, weil über weite Strecken die Ansätze zur Kritik fehlen. Anderthalb Halbzeiten war das Konzept in diesem Regionalliga-Spiel aufgegangen. Düsseldorf II war chancenlos, Alemannia Aachens 3:0-Führung bildete die Kräfteverhältnisse realistisch ab.

Fuat Kilic beobachtete Abwehrspieler, die fast alle ihre Zweikämpfe gewannen, gute Außenbahnspieler, viele Balleroberungen im Mittelfeld und Stürmer, die trafen. 75 Minuten, in denen der Gegner überhaupt keinen Zugriff hatte. Das änderte sich erst, als er drei Spieler fast positionsgetreu in der Schlussphase ersetzte.

Eingewechselt wurde dann unfreiwillig auch ein gewisser Schlendrian. Es wäre natürlich zu einfach, den Bruch nur mit den drei Einwechselspielern zu erklären, auch die übrigen Mitspieler waren schon im Schongang unterwegs gegen einen harmlosen Gegner.

Der krasse Irrtum hat den Tonfall verschärft am Tivoli. Nach fünf sieglosen Spielen in Serie nimmt die Verärgerung von Kilic zu. „Wir haben trotz der Insolvenz den Spielern eine Wohlfühloase geschaffen. Aber sie müssen liefern, nicht immer nur nehmen, nehmen, nehmen“, sagt der 44-Jährige vor der Partie am Mittwochabend gegen Borussia Dortmund II. „Mir fehlen immer noch die Worte, welche Gegentore wir bekommen, wie brutal wir bestraft werden.“

Eine Reaktion dieser Inflation: Ein Torwartwechsel zeichnet sich ab. Das war schon Thema vor dem letzten Heimspiel. Dagegen hatte sich unter anderem Patrick Nettekoven ausgesprochen. Der Hinweis war durchaus bemerkenswert, denn er bedeutete für den Torwart auch Verzicht auf den eigenen Einsatz, auf Aufmerksamkeit und vielleicht auch Prämien. Für den 30-Jährigen ist es eine spezielle Situation.

Denn er ist Vorgesetzter als Torwarttrainer, Rivale als gelistete Nummer 2 und natürlich auch Kollege von Mark Depta. Für den 20-Jährigen ist es die erste schwierige Phase in seinem kurzen Profileben. Vorwürfe erhebt niemand gegen den jungen Stammtorwart. Abgesehen von einem Lapsus gegen Viktoria Köln spielt er eine normale Saison. Jeder Feldspieler hat schon mehr Fehler angesammelt. Aber zu den Fakten gehört auch, dass in den letzten beiden Spielen von sieben Versuchen fünf zum Ziel führten.

Bei den Trainern ist die Erkenntnis gereift, dass ein neuer Reiz gesetzt werden soll, weil Depta gerade eine ausgeprägte Pechsträhne durchmacht. Kilic findet, dass sein talentierter Torwart in dieser Phase „etwas geschützt“ werden muss. Gegen den spielstarken Tabellenführer Dortmund II könnte nun ein erfahrener und auch lautstarker Torwart mehr Sicherheit verleihen.

Nettekoven wäre mit weitem Abstand der älteste Aachener bei diesem Spiel. Dortmund II ist gerade das größte Kaliber in der Regionalliga. „Als einzige Mannschaft versuchen, sie sich komplett durchzukombinieren.“ Das Team ist groß gewachsen, technisch beschlagen. „Wir brauchen eine kompakte Ordnung“, sagt Kilic. Durchaus denkbar ist, dass er dieselben zehn Feldspieler auf dem Platz schickt, die am Sonntag überzeugten – 75 Minuten lang.

Mögliche Aufstellung: Nettekoven - Winter, Heinze, Damaschek, Mohr - Pluntke - Fejzullahu, Kühnel, Pütz, Yesilova - Torunarigha.

Schiedsrichter: Mario Heller (Köln).

Bilanz: 8 Spiele/3 Siege/3 Remis/2 Niederlagen/9:4 Tore.

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