Alemannia: Sven Schaffrath will wieder eine gute Figur abgeben

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
5221536.jpg
Lautstark: Sven Schaffrath steht auch heute wieder in Aachens Innenverteidigung. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Im Bus traf Sven Schaffrath wieder die vertrauten Gesichter aus der Zweiten Mannschaft: die Verteidiger Sasa Strujic und Robert Wilschrey, die mal vor langer Zeit in der Mittelrhein-Liga gestartet sind. Oder auch Kazuya Odawara und Marvin Ajani, die für ihre gute Arbeitswoche erstmals mit einem Kaderplatz in Alemannias Drittligateam belohnt wurden.

Auf dem Alemannia-Bus, der sich am Freitag stundenlang in Richtung Burghausen bewegte, stand Erste Mannschaft drauf, aber drin ist natürlich ganz viel Zweite Mannschaft. Das ist so seitdem der Verein beim Amtsgericht vorstellig werden musste. „Das zeigt, dass die Nachwuchsarbeit am Tivoli nicht so schlecht ist“, sagt Schaffrath. „Hier nehmen für kleines Geld die Talente sehr viel auf sich, weil sie den großen Sprung schaffen wollen.“

Er kennt sich da aus, weil er als Spielertrainer der Zweiten Mannschaft mit dafür verantwortlich ist. Das Team von Cheftrainer Peter Schubert leidet gerade enorm unter dem Aderlass. Viele Jungen werden befördert, im Training sind manche Spielformen mangels Personal gar nicht möglich.

Sein Co-Trainer ist der nächste Spieler, der nach oben gespült wird. Kein Nachwuchsspieler. Er ist mit seinen 28 Jahren schon weit rumgekommen, hat dutzende Profispiele hinter sich, wurde 34 Mal in den Jugend-Nationalmannschaften zwischen der U 15 und U 20 eingesetzt. Das muss man wissen, wenn man den öffentlich-rechtlichen Dialog nach Schaffraths ziemlich gelungener Premiere am letzten Spieltag in Münster bewerten will. Der WDR-Reporter rückte im Interview mit René van Eck Schaffrath in den Rang eines Thekenfußballers – eine ziemliche Mutprobe im Angesicht eines ausgewiesenen Kampfsportlers. Plötzlich war der Fitnesszustand des Spielers ein Thema. Schaffrath kennt diese Vorurteile über seinen Körperbau seit vielen Jahren. „Ich bin ein kompakter Typ“, sagt der gedrungene Verteidiger, der sporadisch bei den Profis seit Januar mittrainiert. „Wer Zweifel hat, den lade ich gerne zum Ausdauer- und Kraftzirkel-Training ein.“

Zurück in die Heimat

Vor der Saison ist Schaffrath von Lübeck ins Rheinland heimgekehrt. Er ist gebürtiger Dürener, hat da sein Häuschen, seine Frau Christina unterrichtet in Stolberg. Bei Alemannia hat er unverhofft eine Mehrfach-Beschäftigung übernommen. Spielertrainer, Spieler und für den Verein kümmert er sich seit kurzem um die „Bildungszugabe“, ein Projekt zur Förderung Jugendlicher bei der Städteregion. Schaffrath hat die Aufgabe kurzfristig von Markus Daun übernommen, der aus unbekannten Gründen bei Manager Uwe Scherr in Ungnade gefallen ist. An Arbeit mangelt es sicher nicht, denn auch noch der Bachelor-Abschluss der Wirtschaftswissenschaften an der Fern-Universität in Hagen wartet. Der 28-Jährige packte am Freitag die Lernbücher für die lange Busfahrt ein.

Vor ein paar Wochen hat er die A-Lizenz erworben, darf jetzt bis auf die drei Profi-Ligen der Männer alle Teams trainieren. Er ist noch zu jung, um sich festzulegen, auch wenn er gerade im Mannschaftsbus schon den Seniorenplatz erhalten könnte.

Schaffrath wird am Samstag neben Kapitän Sascha Herröder in der Zentrale verteidigen. Sein Trainer weicht von seinen Idealen ab. René van Eck nominiert zwei Linksfüßler, obwohl er lieber unterschiedliche Typen für die Spieleröffnung bevorzugt. Timo Brauer rückt ins Mittelfeld, wo der angeschlagene Dario Schumacher wohl fehlen wird. Und Sven Schaffrath will wieder den Beweis antreten, dass nicht die Figur des Spielers, sondern die Figur, die der Spieler auf dem Spielfeld abgibt, entscheidend ist.

Mögliche Aufstellung: Flekken – Wilschrey, Schaffrath, Herröder, Strujic – Andersen, Drevina - Marquet, Brauer, Heller – Thiele

Schiedsrichter: Manuel Kunzmann (Bad Hersfeld)

Bilanz: 9 Spiele 4 Siege/3 Remis/2 Niederlagen 17:13 Tore

Leserkommentare

Leserkommentare (3)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert