Aachen - Alemannia sucht Kontakt zu Kölmel

Alemannia sucht Kontakt zu Kölmel

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
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Bald ausradiert?

Aachen. Im Gerichtssaal hatte Michael Kölmel ein bisschen geklagt. „Alemannia Aachen wäre ein unheimlich attraktives Investment gewesen, wenn denn der Verein vernünftig gemanagt worden wäre in den letzten Jahren.“ Das ist der Verein aber nicht, was der Rechtehändler bald vermutlich noch intensiver zu spüren bekommt, sofern der Senat des Oberlandesgerichts ihm wie angedeutet Recht gibt.

Dann würden dem Kläger mindestens 1,8 Millionen Mark zustehen, eine Forderung, die der TSV Alemannia Aachen nicht annähernd begleichen kann und für die es auch keine Rücklage gibt, obwohl das Damoklesschwert einer Prozessniederlage seit vielen Jahren über dem Verein schwebt.

Mit den Folgen von Insolvenzen kennt sich Kölmel aus, er wurde 2004 wegen Untreue und vorsätzlicher Insolvenzverschleppung zu einer Bewährungsstrafe von 22 Monaten und einer Geldstrafe von 126.000 Euro verurteilt.

Alemannias Präsidium will mit ihm kurzfristig ins Gespräch kommen. Was nutzt ihm am Ende ein Verein, der zahlungsunfähig am Boden liegt? „Es hat keiner etwas davon, wenn der Verein untergeht“, sagte Vize-Präsident Helmut Kutsch am späten Donnerstagabend noch einem kurzfristig terminierten Krisengespräch. „Wir kämpfen um eine Lösung.“

Keine Auswirkungen hätte eine Insolvenz auf die beiden Gesellschaften des Vereins, die bereits zahlungsunfähig sind, sagt Sachwalter Rolf-Dieter Mönning. Alemannias Konstrukt ist ziemlich verschachtelt. Die Spielbetriebs GmbH ist die 100-prozentige Tochter des TSV.

Die Stadion GmbH wiederum ist eine Tochter der Spielbetriebs GmbH, an der die Stadt Aachen noch mit acht Prozent beteiligt ist. „Auswirkungen würde es nur geben, wenn der alleinige Gesellschafter einen finanziellen Beitrag zur Sanierung hätte leisten wollen.“ Diese Idee war bei Alemannia mangels Masse nie ein Thema. Eine mögliche Insolvenz würde sich allerdings auf Pläne auswirken, die ausgegliederten Fußballabteilungen in den Altverein zurückzuholen. Das würde keinen Sinn mehr machen.

Michael Kölmel wartet innerhalb der nächsten sechs Wochen auf den Jahresabschluss 2012 des TSV, so ist es vor Gericht besprochen worden am Mittwoch. Der Kläger kann sich dann selbst ein Bild vom Ausmaß der finanziellen Misere am Tivoli machen.

Der Abschluss hätte längst fertig sein müssen, aber laut Geschäftsführer Michael Mönig herrschte in der Buchführung ein ziemliches Chaos – ein weiterer Hinweis auf Missmanagement am Tivoli, denn für die Buchführung und Mitgliederversammlung bei Alemannia war die GmbH unter Frithjof Kraemer zuständig, die dafür dem TSV jährlich 75.000 Euro in Rechnung stellte.

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