Aachen - Alemannia: Spitzenspiel gegen die Krise am Tivoli

Alemannia: Spitzenspiel gegen die Krise am Tivoli

Von: pa
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Vorsicht! Alemannia-Coach Christian Benbennek hat ein Warnschild aufgestellt. Foto: Revierfoto

Aachen. Für den Trainer ist das eine neue Erfahrung. „Zwei Niederlagen in Folge bedeuten bei einem Traditionsverein Krise“, sagt Alemannias Christian Benbennek ohne jeden Anflug von Ironie. Die Lage ist gerade angespannt, räumt er ein.

Seine Mannschaft kommt sportlich ins Gerede, weil sie sich nicht gut entwickelt. Und Benbennek musste erstmals deutliche disziplinarische Maßnahmen verhängen. Es sind unruhige Tage am Tivoli.

Die größten Kritiker macht der Trainer in der schönen neuen digitalen Welt aus. Sie beglücken die Foren und sozialen Netzwerke mit ihren Erkenntnissen, beobachtet der Trainer. Benbennek selbst ist bei Facebook unterwegs, auf der eigenen Seite hat er in den letzten Tagen nicht mehr vorbeigeschaut. „Ich lasse mich doch nicht beleidigen, es soll ja Spaß machen.“

Aber seine Spieler sind nicht ganz so immun gegen die wuchtige Kritik, beobachtet der Trainer. Die Rückmeldungen beschäftigen den ein oder anderen Profi unverhältnismäßig. Das Gegenmittel des Trainers: „Nicht viele Gedanken über die Situation machen, unbeirrt weiterarbeiten, sich auf die eigenen Stärken konzentrieren.“

Die Mannschaft hat immer noch einen Schnitt von zwei Punkten bislang, sie kann wieder Tabellenführer werden, die Ergebnisse des Nachholspieltags geben Rückenwind, im Training fliegen zur Begeisterung der Trainer die Fetzen, es fallen sogar Tore, und die Alemannia spielt am Tivoli gegen den Klassenprimus – es fällt nicht schwer, positive Aspekte zusammenzukratzen vor der Partie am Freitagabend (19.00 Uhr) gegen Rödinghausen, die vermutlich knapp 10.000 Besucher verfolgen. Der Tabellenführer kann kurfristig auf seinen Kapitän Soren Siek zurückgreifen, dessen Sperre die Spruchkammer in Duisburg am Mittwochabend reduziert hat.

Frederic Löhe und Dominik Ernst werden nicht nur – wie letzte Woche auch schon – im Kader sein. Die beiden Leistungsträger, die zuletzt zu spät zum Abschlusstraining kamen, werden bei Spielbeginn auf dem Platz stehen. Nach glasklarer Ansprache verbunden mit einer entsprechenden Geldstrafe gilt der Vorgang als abgehakt, sagt Benbennek. „Ich bin da nicht nachtragend.“ Der erste Gedanke war, meint der Trainer, die beiden Langschläfer mit einer grandiosen Geldstrafe zu belegen, und sie dann doch bei der Partie in Köln einzusetzen.

Die Trainer haben anders entschieden, Merksatz: „Wehret den Anfängen.“ Benbennek hat dann lieber das Stopp-Schild aufgestellt. Der lockere Umgang mit Disziplin oder Pünktlichkeit soll nicht Schule machen. Die Ein-Spiel-Sperre in einer frühen Phase der Saison ist dann auch ein Signal an das Team. Das Warnschild ist kaum übersehbar. „Wir haben deutlich gemacht, dass das nicht unser gemeinsamer Weg sein kann.“

Benbennek wird die Mannschaft beim Spitzenspiel auf „drei bis vier Positionen“ verändern. Aimen Demai hat seine Erkältung überwunden, der Kapitän ist immer ein Aspirant auf ein Startticket. Im Mittelfeld sollen die Räume verdichtet werden.

So könnte auch Maciej Zieba aus der Startformation purzeln, obwohl der zuletzt eher zu den Leuchtpunkten gehörte. „Es kann sein, dass er von der Bank kommt. Das wäre der Situation geschuldet. Die Entwicklung des Einzelnen muss gerade hintenan stehen, es geht um die Mannschaft.“ In Zeiten der äußeren Bedrohung werden die Planwagen zusammengezogen. Das Team soll sich Sicherheit zurückholen über „einfache Abläufe“. Es zeichnet sich ein kerniges Spiel am Freitagabend ab: „Wie das aussieht ist zweitrangig, wichtig ist, dass es erfolgreich ist.“

Mögliche Aufstellung: Löhe - Ernst, Hackenberg, Löhden, Vrzogic - Müller, Demai, Propheter, Graudenz - Dowidat, Rüter

Schiedsrichter: Mitja Stegemann (Bonn)

Bilanz: 2 Spiele/2 Siege/6:0 Tore

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