Alemannia: Souveräner Erfolg bei der Ananas-Tour 2016

Von: Christoph Pauli
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Da ist das Ding: Alemannias Maciej Zieba (von links), Philipp Gödde, Jerome Propheter, Maximilian Rossmann, Dominik Ernst und Timo Staffeldt mit der einzigen Trophäe in dieser Saison. Foto: Jerome Gras

Verl. Alemannias Fans reagierten auf die verkorkste Saison mit Galgenhumor. „Goldene Ananas 2016“ stand auf dem großen Plakat am Zaun. Und nach dem Spiel und dem 3:1-Sieg beim SC Verl überreichten sie gemalte Südfrüchte an die siegreichen Spieler.

„Die Fans haben ja Recht mit ihrer Ironie, wir können damit gut umgehen“, bilanzierte Alemannias Trainer Fuat Kilic nach der Hitzeschlacht in Westfalen. Es war der dritte Sieg in Folge.

So endete der Betriebsausflug durchaus fröhlich, der Trainer verfügte zwei Tage übungsfrei, die Mannschaft erlebt gerade ihre beste Phase unter Kilic. „Es war ein sehr souveräner Auftritt, unser Trend ist gut.“

Die Gastgeber beklagen gerade eine ziemliche Verletzenmisere auf der Torwartposition. Der aufgebotene Berkay Yilmaz wird als nur als die Nummer 4 im Klub gelistet und hütet ansonsten in der A-Jugend das Tor. Aus „Solidarität“ bot auch Aachens Trainer Fuat Kilic nur seine zweitbesten Torwart auf: Philip Sprint kam zu seinem ersten Saisoneinsatz.

Da standen zwei Ballfänger ohne großen Spielrhythmus auf dem Platz, und Aachen setzte den 18-Jährigen gleich mal zu. Nach 180 Minuten hatte er bereits Glück, dass sich der Ball nach einem Pressschlag mit Fabian Graudenz an seinem Tor vorbeidrehte. Sicherheit brachte die Aktion nicht, und nach zehn Minuten kassierte er seinen Treffer in der Regionalliga.

Dennis Dowidat zirkelte den ersten Eckball vors Tor. Verl verteidigt ruhende Bälle in Raumdeckung. Für Philipp Gödde interessierte sich niemand, so als habe der Schlaks eine ansteckende Krankheit. Der Mittelstürmer nickte dankbar ein zum 1:0. „Es war wichtig, dass wir nach langer Busfahrt und dem Wetterumschwung schnell gut ins Spiel gekommen sind“, sagte Kilic.

Das Spiel hatte einen Soundtrack. Aachen zog sich zurück, lauerte auf Gelegenheiten. Balldiebstähle gab es reichlich, die Räume waren da, aber zwingend wurden die Gäste nicht mehr. „In dieser Phase haben wir es ein bisschen schleifen lassen“, beobachtete nicht nur Kapitän Timo Staffeldt. Ein anderes Ärgernis: Der aufmerksame Innenverteidiger Maximilian Rossmann ist nun nach seiner fünften Gelben Karte gesperrt.

Und Philipp Sprint? Einen ersten harmlosen Roller von Nico Hecker ließ er ungeschickt nach vorne abprallen (13.). Seine Handwerkskunst musste Aachens Schlussmanns nur einmal beweisen. Verls Linksverteidiger Marco Kaminski war seinem Gegenspieler enteilt, scheiterte dann mit einem präzisen Fernschuss an Sprint (39.).

Keine Mannschaft in der Liga ist so anfällig in der ersten Viertelstunde nach dem Wiederanpfiff wie der SC Verl. Die Statistik wurde in der 53. Minute belegt, als Aachen endlich einmal eine der vielen Einladungen dankend annahm. Über die verwaiste linke Angriffsseite lief der Konter über Zieba, der legte auf für den agilen Floran Rüter – Querpass – und Fabian Graudenz schob mühelos ein ins leere Tor.

Der Treffer verdiente den Kleinkunstpreis des Tages. Alemannia blieb zupackend. Der verrutschter Graudenz-Schuss aus 16 Metern wäre in Richtung Stadion-Baustelle getrudelt, aber Jerome Propheter sauste heran, mit einer imposanten Vier-Meter-Grätsche erzielte er sein erstes Saisontor. Nach 58 Minuten lag der Gast 3:0 in Führung, und laut maulend verließen die ersten Verler Senioren das Stadion.

Die Punkte waren eingefahren, es blieb noch der Ehrgeiz von Philipp Sprint, bei seiner Saisonpremiere ohne Gegentreffer zu bleiben. Den Slalomlauf von Hecker beendete er mit einer Parade (71.), doch eine Minute später war auch er überwunden. Robert Mainka überwand ihn mit einem Heber zum 1:3 (72.). „Das war ein bisschen ärgerlich, aber es heute deutlich besser gelaufen, als bei meinem Spiel in der letzten Saison in Köln“, fasste der Keeper seinen Einsatz zusammen.

Alemannia siegte ungefährdet mit 3:1, und die Anhänger stimmten den neuen Gassenhauer „Deutscher Ananas-Meister“ an.

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