Alemannia: Seeberger strebt Comeback an

Von: Christoph Pauli
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Kann sich ein Comeback am Tivo
Kann sich ein Comeback am Tivoli gut vorstellen: Jürgen Seeberger. Foto: imago/mis

Aachen. Vermutlich gibt es keinen Verein, der derzeit mehr offene Stellen am schwarzen Brett ausgeschrieben hat. Manager, Trainer, Spieler - für jeden Fußball-Interessenten ist in Aachen etwas dabei. So ein suchender Verein lockt natürlich die Kandidaten an wie das Licht die Motten.

Rolf Dohmen verfolgte Alemannias Sieg gegen dessen Ex-Verein Karlsruher SC von der Tribüne aus. Und ein alter Bekannter schaute auch noch einmal vorbei. „Als Trainer interessiert man sich immer, wie sich ehemalige Spieler entwickeln”, sagt Jürgen Seeberger. Das mag zwar stimmen, doch Alemannias Ex-Trainer macht keinen Hehl daraus: „Ich bin auf Jobsuche.” Der Vertrag bei Stuttgart II ist ausgelaufen.

Seeberger traf sich nach Informationen unserer Zeitung bereits mit Aufsichtsratschef Meino Heyen, um ein bisschen die Lage zu peilen. „Ich bin frisch, motiviert, bereit”, sagt Seeberger, der in den letzten Jahren zwischen 2. und 3. Liga hin- und herpendelte. Der 47-Jährige will wieder als Trainer arbeiten. Seit Monaten zieht er wieder über die Fußballfelder, sieht Spiele, sichtet Spieler, sammelt Kontakte.

Natürlich bleibt Aachen auch für ihn eine gute Adresse, auch wenn sich ein Eindruck eingebrannt hat: „Bei Alemannia fällt mir immer auf, dass es hier um ganz viele Emotionen und ganz wenig Ratio geht.”

Heyen äußert sich naturgemäß in dieser Phase nicht zu Personalien. Er führt permanent Gespräche, so hat er sich auch die Vorstellungen von Uwe Fuchs angehört, der zuletzt den VfL Osnabrück trainierte. „Ich bin in der Branche nicht zu Hause, da wäre es töricht, wenn ich Ratschläge ignorieren würde.”

Aber vielleicht hat Alemannia ja gerade auch einen Trainer, der punktemäßig erfolgreicher arbeitet als seine prominenten Vorgänger. Ralf Aussem stellte sich am Montag dem Aufsichtsrat vor, signalisierte seine Bereitschaft, die Mannschaft auch in der kommenden Saison zu trainieren. „Wir haben als Team gezeigt, wozu wir in der Lage sind”, verweist der 51-Jährige auf die kleine Erfolgsbilanz auf der Zielgeraden der schlappen Saison.

Der Aufsichtsrat sammelt gerade Bewerbungen ein, hört sich um, seit Montag gibt es eine Findungskommission, der auch Ex-Profi Reiner Plaßhenrich angehört. Das Gremium lässt sich Zeit, die es eigentlich schon nicht mehr gibt. Die Lage ist kompliziert, auch weil die Ligazugehörigkeit ungeklärt ist. Intern ist nicht einmal festgelegt, ob es weiterhin eine Gewaltenteilung zwischen Trainer und Manager geben wird, oder ob ein Trainermanager in Personalunion auch eine Alternative wäre. Sicher in unsicherer Zeit ist nur: „Bis zum Spiel in München treffen wir keine Entscheidung”, sagt Meino Heyen.

Eine Entscheidung für seinen Geschäftsführer wiederholte Heyen dagegen am Montag. Gegen Frithjof Kraemer gab es am Spieltag ausreichend Kundgebungen bis hin zum Rasenpfleger, der eine entsprechende Botschaft auf seine Weste gemalt hatte. Die Ablehnung in Teilen des Fanvolks verändert Heyens Gedanken nicht. „Ich habe mich bereits vor meiner Wahl zum Präsidenten eindeutig positioniert und geäußert. Ich verstehe nicht, dass ich vier Wochen später von Fans aufgefordert werde, gegen meine Überzeugung zu verstoßen”, spricht der Klub-Boss ein Machtwort. Unverändert will er Kraemers Ende des Jahres auslaufenden Vertrag verlängern. „Der Vertrag gilt übrigens auch in der 3. Liga”, stellt er klar. Kraemer bekommt in windigen Zeiten Rückendeckung. Heyen sieht in ihm eine „Konstante”, die der Klub dringend brauche.
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