Aachen - Alemannia: Scholz und Koschinat auf Top-5-Liste

Alemannia: Scholz und Koschinat auf Top-5-Liste

Von: Christoph Pauli
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Auf der Kandidatenliste: Auch mit Heiko Scholz werden Gespräche geführt. Foto: imago/Revierfoto
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Leistet gute Arbeit bei Fortuna Köln: Uwe Koschinat. Foto: imago/Dünhölter

Aachen. Am Samstag hat Heiko Scholz am Tivoli gesessen. Eine Beerdigung war angesetzt, heraus kam dagegen ein stimmungsvoller Nachmittag. „Es ist der pure Wahnsinn, was das Publikum in Aachen abreißt“, urteilte der Augenzeuge. Trotzig haben fast 9000 Fans Alemannia in die Regionalliga verabschiedet.

Erst einmal braucht der tief gesunkene Verein einen neuen Trainer, nachdem René van Eck vielleicht ein halbiertes Gehaltsangebot abgelehnt hat. Heiko Scholz steht dann auf der nächsten Kandidatenliste für den Schleudersitz am Tivoli. Er hält Aachen immer noch für eine „Top-Adresse“, signalisiert Interesse. Der 47-Jährige hat nach einer feinen Profi-Karriere mit Stationen zum Beispiel in Dresden, Leverkusen oder Bremen seinen großen Fußballlehrerschein geschafft und stieg Anfang 2003 beim MSV Duisburg als Trainerassistent ein. Auf die Beförderung verzichtete er, Chef wollte er nicht werden in Duisburg, und so wurde der Verein Peter Neururer 2008 anvertraut.

Ein paar Monate später verließ Scholz den Verein aus Kostengründen. Er tauchte wieder Mitte Dezember 2009 als Trainer bei Germania Windeck auf, damals Primus in der NRW-Liga. Scholz stieg auf in die Regionalliga, gewann den Mittelrheinpokal. Die Reise ging weiter zu Viktoria Köln. Die Saison verlief erfolgreich, am Ende war Scholz wieder ein Aufsteiger. Ende des Jahres zog er bei Viktoria in der Regionalliga die Notbremse. Er trat zurück, weil ihm die Vereinsführung ins Handwerk pfuschen wollte. Offizielle Sprachregelung: „Wir hatten unterschiedliche Meinungen zur künftigen Ausrichtung unserer Arbeit“, sagte Scholz damals. Er verließ den Verein – als Tabellenführer.

Tribünengast Scholz steht auf der „Top 5“-Liste, die Uwe Scherr gerade abarbeitet. „Wir suchen einen Fußballlehrer, der die Regionalliga kennt und schon bewiesen hat, dass er mit wenig Geld etwas erreichen kann“, sagt Aachens Sportdirektor. Die Stellenausschreibung passt auf Uwe Koschinat, der aus Fortuna Köln eine Spitzenmannschaft geformt hat. Auch er steht auf der kleinen Fahndungsliste. Der 41-Jährige bevorzugt „aktiven und aggressiven Fußball“.

Vor seiner Zeit in Köln arbeitete er bei TuS Koblenz, in der ersten Reihe standen Trainer wie Uwe Rapolder, Petrik Sander oder Milan Sasic. Koschinat war für Insider dagegen der Taktikflüsterer des Teams. „Ich denke, ich kann begeistern und sehr stark an Visionen arbeiten“, sagte er vor der Saison in Köln. Sein Team kann theoretisch noch Meister der Regionalliga werden. Ein anderes Ziel ist bereits gesichert. Am 29. Mai steht in Bonn das Finale im FVM-Pokal an. Gegner: Alemannia. Bis dahin soll die Trainer-Frage am Tivoli beantwortet sein. Bis Mitte nächster Woche, so hofft Scherr, kann weißer Rauch aufsteigen: „Habemus Trainer“. Und klar ist auch, wer die wichtige Personalie beim Viertligisten trifft: „Ich entscheide.“

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