Alemannia reagiert auf Kritik in den sozialen Medien

Von: Klaus Schmidt
Letzte Aktualisierung:
11178910.jpg
Ein Bild, das Geschlossenheit zeigen soll: Die Führungsspitze der Alemannia – das sind der Kaufmännische Geschäftsführer Timo Skrzypski (von links), Aufsichtsratschef Christian Steinborn, Geschäftsführer Sport Alexander Klitzpera und Trainer Christian Benbennek – sitzt einträchtig auf dem Podium. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Wenn der Klub zu außerplanmäßigen Pressekonferenzen einlädt, dann geht es meist um die Vorstellung eines neuen Trainers, Managers oder Präsidentschaftskandidaten, und es kam auch vor nicht allzu langer Zeit vor, dass sie erklären mussten: Wir sind pleite.

Am Dienstagmittag nun saß die komplette Führungsspitze von Alemannia Aachen auf dem Podium, der Chef des Aufsichtsrats, der Kaufmännische Geschäftsführer, der Geschäftsführer Sport und der Cheftrainer, diese Wucht konnte die Vermutung nahelegen, als würden gleich Dinge von großer Tragweite verkündet.

Der Spannungsbogen drohte fast zu reißen, als Dr. Christian Steinborn die einleitenden Worte sprach. „Dass wir Vier hier sitzen, zeigt die Geschlossenheit und dass alle hinter der Erklärung stehen“ – die der Boss des Fußball-Regionalligisten dann vorlas.

Fast zweieinhalb eng beschriebene DIN A4-Seiten trug Steinborn vor, und am Ende stand eine Veranstaltung, wie man sie selbst am Tivoli noch nicht erlebt hatte. Warum jetzt? Warum überhaupt? „Es bestand keine aktuelle Notwendigkeit“, sagt Steinborn, dessen „Team 2018“ ein Drittel der Amtszeit hinter sich hat und „noch ein verdammt hartes und langes Stück des Weges“ vor sich.

Und auf diesem Weg hat die Klubführung ein paar Störfeuer zu viel ausgemacht, zuvorderst in den Foren und anderen sozialen Medien. Dort ist außer dem Trainer Christian Benbennek – und auch der nur sporadisch – keiner aus dem Quartett aktiv unterwegs. „Aber wir beobachten das natürlich“, sagt Timo Skrzypski, der Finanz-Geschäftsführer. Der Eindruck: zu viel Kritik unter der Gürtellinie. Man erwarte keinen Dank, doch diese Beiträge seien nicht hilfreich, mahnt Steinborn. „Der Verein befindet sich in einer Phase, die immer noch fragil ist.“

Mangelnde Wertschätzung

Natürlich geht es auch um das Gefühl mangelnder Wertschätzung, auch wenn das an diesem Mittag keiner sagt. Die Erklärung – sie ist eine Rechtfertigung für alle Entscheidungen der amtierenden Klubspitze. „Selbstverständlich“, Steinborn gibt das zu, möchte dann aber lieber von der „Verpflichtung zu informieren“ sprechen.

Mit Skrzypski und Sport-Geschäftsführer Alexander Klitzpera habe sich Alemannia „die Dienste zweier Manager gesichert, die in ihrer ganzen Vita Fußball gelebt haben“. Benbennek habe „nicht nur bei seinem letzten Verein TSV Havelse bewiesen, auch mit kleinen Budgets hervorragende Ergebnisse erzielen zu können“.

Ein Umbruch sei notwendig gewesen, „weil wir – genauso wie in unseren Unternehmen – mit einem Team arbeiten möchten, das den Weg des Neubeginns bedingungslos mitgehen will“. Das lässt sich durchaus als Pfeil gegen manchen verstehen, der mittlerweile nicht mehr auf dem Hof ist, in den sozialen Medien aber noch gefeiert wird und dem man dort nachtrauert. Und für die Kritik an der Verpflichtung eines Sportdirektors zeigt der Aufsichtsrat Unverständnis mit Verweis auf die direkte Konkurrenz, bei der die Besetzung „längst ein unverzichtbarer Standard ist“. Am Ende der Veranstaltung bleiben die Fragen. Warum jetzt? Warum überhaupt?

Leserkommentare

Leserkommentare (17)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert