Alemannia: Punkt mit Schwerarbeiterzulage

Von: Christoph Pauli
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Intensives Laufduell gegen den „kleinen“ BVB: Auch Alemannias Tobias Mohr (Mitte) traf im Verlauf des Tags des Aluminiums. Foto: Jérôme Gras

Dortmund. Nebenan waren noch die Putzkolonnen unterwegs, im Signal-Iduna-Park wurden die Reste des Bundesliga-Spitzenspiels zwischen Borussia Dortmund und 1899 Hoffenheim beseitigt. Und immer noch saßen Zuschauer auf der imposanten Südtribüne, denen man zutrauen würde, dass sie die Nacht in dem Fußballtempel verbracht hatten.

Es gab ja noch viel zu besprechen, zum Beispiel die kuriose Leistung von Schiedsrichter Felix Brych. Am Tag danach fand nebenan im altehrwürdigen Stadion Rote Erde wieder ein Fußballspiel statt, 4. Liga: Dortmund II versus Alemannia Aachen.

An der Pfeife wurde Niklas Dardenne gesichtet. Über Dardenne, dessen Vater Georg auch schon Bundesligaspiele leitete, wird heute niemand reden. Er hatte keine Mühe mit der Partie. Tore notierte er nicht, aber vielleicht erfreute auch er sich an dem flotten Spiel. „Das war wirklich eine überragende Partie, ich bin extrem zufrieden, wie wir heute aufgetreten sind“, bilanzierte BVB-Trainer Daniel Farke.

Auch sein Kollege Fuat Kilic freundete sich innerhalb von Sekunden mit dem Remis an, seit zehn Spielen ist seine Mannschaft ungeschlagen. „Wir haben uns den Punkt mit großer Intensität und Leidenschaft verdient.“

Auch Löhden fällt aus

Dortmund brachte eine spielstarke U 23 an den Start, und auch Kilic setzte auf die Jugend, Jerome Propheter war mit seinen 26 Jahren schon der Methusalem im Team. Der Innenverteidiger war ein bisschen der Leuchtturm in der Aachener Abwehr, weil auch Jannik Löhden kurzfristig abgesagt hatte. Die Aachener riegelten rigoros ihre Hälfte ab und suchten die Zweikämpfe, um bei passender Gelegenheit auszuschwirren. 35 Minuten ging das Rezept gut auf, die Dortmunder Riesen waren schön beschäftigt.

Die Gäste hatten die besseren Möglichkeiten. Joy-Lance Mickels enteilte, seinen Schuss parierte Torwart Dominik Reimann mit dem Fuß, der Abpraller kullerte David Pütz vor die Füße, dessen Versuch aus 13 Metern blockte Moritz Fritz auf der Torlinie ab (17.). Ein paar Minuten später rollte der nächste Aachener Konter an, Maurice Pluntke zwang Reimann mit einem Fernschuss zu einer gehobeneren Parade, die auch BVB-Cheftrainer Thomas Tuchel beklatschte. Erst allmählich bekamen die Hausherren mehr Zugriff. Hamadi Al Ghaddioui (17 Saisontore) scheiterte etwas ungelenk im Fünfmeterraum (32.).

Die Aachener bekamen weiterhin ihre Räume, aber sie spielten ihre Gelegenheiten nicht konsequent genug aus. Mickels wurde in letzter Sekunde von BVB-Kapitän Patrick Mainka abgeblockt (40.). Die Dortmunder holten erst in den letzten fünf Minuten der ersten Halbzeit ihr Schießpulver raus. Atakan Karazor scheiterte knapp bei zwei Schüssen aus 16 Metern, einmal fand er in Torwart Mark Depta seinen Meister, der den Ball über die Latte hob (43.). Den folgenden Eckball wuchtete Al Ghaddioui an die Latte. Das Pech blieb ihm treu, bei nächster Gelegenheit traf er den Pfosten (49.). Die Hausherren zogen die Zügel an.

Die Gelben machten bei den Schwarzen Lücken auf der linken Abwehrseite aus. Mark Depta im Aachener Tor verdiente sich zunehmend wie seine Kollegen die Schwerarbeiterzulage. „Ich fühle mich angekommen in der Regionalliga“, sagte der junge Keeper, der erneut einen überzeugenden Auftritt hinlegte. Wassey scheiterte ebenso freistehend (73.) an ihm wie der eingewechselte Jonas Ahrweiler (82.). Depta war unbezwingbar an diesem Nachmittag. Auf der anderen Seite hätten die Aachener bei einem ihrer selten werdenden Ausflüge noch treffen können. Es wurde der Tag des Aluminiums: Mohr peilte aus 16 Metern das Lattenkreuz an (62.), Mickels traf bei einem wuchtigen Konter nur die Latte (85.). So blieb es bei dem Remis, das die Statistiker vorhergesehen hatten. Für Dortmund war es das sechste, für die Aachener das vierte Unentschieden in Folge.

Daran konnte sich Maurice Pluntke nicht mehr erinnern. Der gute Innenverteidiger kam mit dem Verdacht auf eine Gehirnerschütterung ins Krankenhaus.

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