Alemannia pflückt die „Kleeblätter”

Von: Roman Sobierajski
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Thorsten Stuckmann
Der Aachener Torwart Thorsten Stuckmann springt nach einem Freistoß-Ball der Fürther. Foto: dpa

Fürth. Die freundlichen Helfer vom Weihnachtsmarkt ließen wirklich nichts unversucht, um doch noch zumindest ein wenig Stimmung beim Gastspiel von Alemannia Aachen zu zaubern.

Doch vergebens: Auch trotz verschenkter Sitzplatz-Karten fanden nur 4750 Zuschauer in das Stadion der SpVgg Greuther Fürth am Ronhof, um Augenzeuge zu sein beim Aufeinandertreffen zweier Mannschaften, die mit riesigen Erwartungen in die Saison gestartet waren und sich unversehens in der kalten Wirklichkeit wiederfanden.

2:0 gewann Alemannia, und Trainer Michael Krüger atmete durch: „Wir haben sehr diszipliniert gespielt, über weite Strecken die Ordnung gehalten. Unter dem Strich ein verdienter Sieg.”

Krüger hatte wieder auf das defensivere Grundgerüst mit zwei „Sechsern” (Manuel Junglas an der Seite von Kapitän Cristian Fiel) und Patrick Milchraum im linken Mittelfeld umgestellt. „Patrick hat hervorragend trainiert, sich aufgedrängt. Er hat die Chance verdient, das auch im Spiel zu zeigen, und wenn es nur eine Stunde lang ist”, begründete der 55-Jährige diesen Schritt.

Eine Entscheidung, die sich bereits nach zehn Minuten als völlig richtig herausstellen sollte: Milchraum hatte Thorsten Burkhardt mustergültig bedient, den Schuss des Ex-Fürthers konnte Torwart Stefan Loboué nur zurück vor dessen Füße klatschen. Die folgende Hereingabe von Burkhardt ließ Marino Biliskov vor die Füße von Milchraum trudeln - und der 25-Jährige bereitete dem Gestochere mit einem humorlosen Knaller in den Torknick ein Ende.

Anders als in den Spielen zuvor schaltete die Alemannia nach dem Treffer nicht zurück, sondern setzte die völlig verunsicherten Gastgeber weiter unter Druck. Weitere Chancen durch Benny Auer, dessen Schuss (16.) Loboué ebenso parierte wie den Versuch von Burkhardt (25.), waren die Folge. Obwohl Fürth weitgehend nur Rückgaben, Quergeschiebe und Fehlpässe produzierte, kamen die „Kleeblätter” doch noch zu zwei guten Chancen durch Youssef Mokhtari. Thorsten Stuckmann vereitelte die erste mit Fußabwehr an der Strafraumgrenze (36.), ein Freistoß des Marokkaners ging knapp daneben (39.).

Die Mannschaft von Benno Möhlmann dürfte eine deutliche Pausenansprache gehört haben und stellte sich im zweiten Durchgang wesentlich aggressiver, Stuckmann musste nur zwei Minuten nach dem Wechsel einen satten Schuss von Sami Allagui parieren. Die Alemannia hielt dagegen: Ein Geschoss von Kevin Kratz, der kurz vor dem Wechsel für den angeschlagenen Burkhardt ins Spiel gekommen war, verfehlte das Fürther Tor nur knapp (50.). Auer hätte schon frühzeitig den Sack zumachen können. Eine Unterlassung, die sich im Gegenzug fast gerächt hätte: Nach einem grenzwertigen Zweikampf von Achenbach kam Schahin im Aachener Strafraum frei zum Abschluss, schoss jedoch um Zentimeter vorbei (57.).

Nach 63 Minuten war dann wirklich Schluss für Milchraum, und der gerade ins Spiel gekommene Babacar Gueye hätte die Partie auch entscheiden können, verfehlte mit seinem Schlenzer das Tor jedoch knapp. Auer sorgte schließlich für Beruhigung im Aachener Lager: Nach Vorarbeit von Kratz scheiterte Daniel Adlung noch am Keeper - Auer schob seinen sechsten Treffer unbedrängt ein (72.). „Da muss man stehen - und ich stand da...”

Alemannia verschaffte sich nach zwei Niederlagen wieder Luft zur Roten Zone - und sprang gleich auf den Spitzenplatz: in der ewigen Zweitliga-Tabelle.
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