Alemannia organisiert einen Werbeauftritt

Von: Christoph Pauli
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Noch Fragen? Juvhel Tsoumou war ein würdiger Vertreter von Benny Auer und erzielt den Siegtreffer gegen Fortuna Düsseldorf. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Kurz vor dem Ende des Turniers wurde die verstaubte Liedzeile wieder herausgekramt: „Der TSV ist wieder da.” Der Chor war schnell wieder textsicher, die meisten der 11.287 Besucher im Tivoli stimmten dankbar mit ein.

Die fröhliche Hymne war jahrelang nicht mehr zu hören. Warum auch? Als der Derby Cup in den letzten Zügen lag, wurde das einprägsame Liedchen hervorgekramt.

Alemannia gewann dieses Turnierchen vor Bayer Leverkusen und Fortuna Düsseldorf. Für den mannshohen Pokal - doppelt so groß wie der Fifa World Cup - fehlt nun eine passende Vitrine. Aber viel wichtiger als dieser unwichtige Turniersieg war die Art des Vortrags. Die frohe Botschaft lautete: „Der TSV ist wieder da.” Das Zuschauen macht wieder Spaß.

Die Gastgeber machten ihre beiden (halben) Spiele gegen Düsseldorf (1:0) und Leverkusen (2:0) zu einer großen Werbeveranstaltung in eigener Sache, wie es die vereinseigene Marketingabteilung nicht hätte besser organisieren können.

„Das sieht mehr als vernünftig aus”, bilanzierte Co-Trainer Eric van der Luer zufrieden. Die Mannschaft attackiert früh, versucht das Spielfeld mit schnellen Kombinationen zu überbrücken. Nicht jede Idee zündet, aber erkennbar hat das Team die Leidenschaft der Trainer angenommen.

Den Treffer gegen Düsseldorf erzielte der letzte Neuzugang: Juvhe Tsoumou. Die präzise Flanke von Stieber stoppte Manuel Junglas etwas unorthodox per missglücktem Flugkopfball: Der 19-Jährige staubte problemlos ab (14.).

„Wir sind sehr jung, geben viel Gas, trauen uns etwas zu”, urteilte der Mittelstürmer nach seiner Heimpremiere. Er sagt das stellvertretend. „Wir lassen uns auf diesen Weg ein, wissen, dass es auch Rückschläge gibt”, urteilte Ersatzkapitän Nico Herzig.

Aachen hat wieder eine Mannschaft am Start, die sich wehrt, die aggressiv die Zweikämpfe sucht. Das monierte Düsseldorfs Trainer Norbert Meier schon während des Spiels. Dabei reizte Aachen nur die legalen Dinge aus, im Gegensatz zu der Hauptstadt-Mannschaft, die so manchen „Gesetzesübertritt” beging. Am ärgsten trieb es Tiago Coelho Branco Calvanc, der erst Tsoumou mit einem Schlag ins Gesicht stoppte und kurz darauf Manuel Junglas mit beiden Beinen entgegenflog: Gelb-Rote Karte (22.).

Im zweiten Turnierspiel forderte Düsseldorf die hochkarätig besetzte Mannschaft von Bayer Leverkusen heraus. Bayers Ersatzkeeper Benedikt Fernandez (René Adler leidet unter einer Patellasehnenreizung) wehrte früh einen Handelfmeter von Marco Christ (3.) ab. Düsseldorf ging dennoch durch Patrick Zoundi (22.) in Führung, Renato Augusto (38.) und Patrick Helmes (43.) drehten die Partie in der Schlussphase.

Trainer Jupp Heynckes schickte nach dem fast körperlos herausgespielten Sieg eine schwächere Formation gegen Aachen aufs Feld. Der Unterschied war schnell sichtbar. Die Zweikampf-Dichte nahm deutlich zu. Gueye (3.) und Uludag (34.) stellten den Sieg sicher, der entschieden zu niedrig ausfiel. Vor allem Gueye ließ Premium-Chancen aus.

Die Chancenverwertung ist noch kein Markenzeichen dieser Aachener Mannschaft.

„Dafür gibt sie Gas, hat viel Power und Elan”, urteilte Bayers verletzter Kapitän Simon Rolfes. „Es fehlt vielleicht ab und an jemand, der das Tempo rausnimmt und den Rhythmus variiert.”

Der Sieg wurde hochtourig eingefahren. Taktgeber Thomas Zdebel fehlte mit einer leichten Zerrung, will aber diese Woche ins Training zurückkehren.

Die Bilanz von Peter Hyballa nach dem Werbeauftritt seiner Mannschaft. „Die Jungs kennen keine Angst, sie sind hier selbstbewusst aufgetreten.”

Das war es dann erst einmal mit dem Lob für den ersten Pokalsieg in diesem Jahrtausend. „Man konnte ein bisschen erkennen, was wir vorhaben. Aber es gibt wirklich keinen Grund jetzt durchzudrehen.”

Alemannia gegen Düsseldorf: Stuckmann - Demai, Herzig, Stehle, Achenbach - Höger, Feisthammel, Junglas, Stieber - Tsoumou, Gueye

Alemannia gegen Leverkusen: Hohs - Demai, Herzig, Feisthammel, Achenbach - Höger (40. Lubasa), Kratz, Arslan , Uludag - Gueye (35. Ojamaa), Junglas (22. Tsoumou)

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