Alemannia: Nach Streit verlängern auch Stehle, Krumpen und Marquet

Von: Christoph Pauli
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Auf Wiedersehen in der 3. Liga
Auf Wiedersehen in der 3. Liga: Albert Streit hält Wort und geht mit Aachen den schweren Gang. Foto: imago/Krieger

Aachen. Für Mittwochabend war ein kleines Essen im Urlaubsort am Mittelmeer vorgesehen. Familie Streit gönnte sich vermutlich eine teure Sprudelflasche. Der Fußball-Profi Albert trinkt fast nie Alkohol, seine Frau ist hochschwanger, da wurde gesittet der nächste Vertrag gefeiert.

Bei Alemannia wurde das Ja-Wort dagegen mit einem Gläschen Sekt begossen. Für den Drittligisten ist das durchaus eine spektakuläre Nachricht. Streit, im Winter gewechselt, bleibt für weitere zwei Jahre.

„Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass es besser ist zu bleiben”, sagt der 32-Jährige. „Die neue Aufgabe reizt mich sehr.” Streit will nicht eilig von Bord gehen, weil das Boot ins Schlingern gerät. „Der Verein hat mir im Winter wieder eine Chance gegeben, das vergesse ich nicht.” Gewechselt war der Spielmacher von Schalke 04, wo er vom Boulevard oder auch von Fans als „raffgieriger Profi” beschrieben wurde, der seinen lukrativen Vertrag aussitzen wollte. Eine kleine Parallele auch zu Aimen Demai, der als Erster seinen Vertrag bei Alemannia in der letzten Woche verlängert hatte. Plötzlich sind die beiden Aachens Korsettstangen bei den anstehenden Reparaturarbeiten in der 3. Liga.

Die Vergangenheit hat auch bei Streit eine Rolle gespielt bei seiner Entscheidung. Aachen bietet dem Mittelfeldspieler die Möglichkeit, den ramponierten Ruf aufzubessern. „Mir ist nur wichtig, was Trainer und Manager mir sagen”, betont Streit zwar lapidar. Aber auch er gibt zu, dass das hartnäckige Werben des Absteigers ihm geschmeichelt habe. Vor allem in den letzten Tagen der 2. Liga war Streit - Kapitän beim Abschiedskick in München - vorangegangen. An solchen Tagen gehorcht ihm der Ball wie ein dressiertes Hündchen.

„Er hat Charakter gezeigt und Wort gehalten”, fasste Trainer Ralf Aussem zusammen. Bei Alemannia gilt er nicht als Streit- sondern als Glücksfall. „Seine Zusage ist ein überragendes Signal für alle hier, jetzt umso mehr in die Hände zu spucken und bei der Alemannia etwas Neues aufzubauen”, findet Manager Uwe Scherr. Dessen neuer Kader nimmt allmählich Konturen an, am Tivoli ging am Mittwoch fast die Tinte aus. Thomas Stehle nimmt einen Zwei-Jahresvertrag an, weitere Verwendung im Klub ist vorgesehen. Auch Sascha Marquet verlängerte um zwei Jahre.

Auf dem Mannschaftsposter landet auch Oguzhan Kefkir. Der 20-Jährige wechselt von Bochum (sieben Einsätze in der letzten Saison) nach Aachen, ist dort für die linke Außenbahn vorgesehen. „Er ist klar strukturiert und ehrgeizig, das passt zu uns”, meint Scherr. Und auch der Torhüter-Wettkampf zeichnet sich ab. Michael Melka kommt vom Drittliga-Absteiger Rot-Weiß Oberhausen an den Tivoli. Der 33-Jährige hat schon eine lange Karriere mit über 200 Einsätzen in den ersten drei Profiligen hinter sich. Unter anderem spielte der 1,95-Meter-Mann acht Mal für Mönchengladbach in der Bundesliga, mit Düsseldorf in der 2. Liga. Wie Kefkir erhält auch er einen Zweijahresvertrag. Ins Rennen geht auch Tim Krumpen, zudem hofft man in Aachen auf die Zusage von A-Jugend-Keeper Mark Flekken. „Wer die Nummer 1 wird, entscheidet sich in der Vorbereitung”, sagt Ralf Aussem.

Bei Alemannia flog am Mittwoch die Vertragsmappe auf und zu wie seit Jahren nicht mehr. Sieben von 13 Spielern aus dem alten Kader nahmen das Angebot an. Fortsetzung mit externen Kräften folgt. „Ich bin in der komfortablen Situation, auch ein Angebot zurückzuziehen, wenn jemand rumeiert”, sagt Scherr zufrieden. Am Tivoli zieht langsam wieder Zuversicht ein.
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