Alemannia: Müller will seine Karriere wieder beschleunigen

Von: Klaus Schmidt
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Resolut und schnörkellos: Bastian Müller (Mitte, hier im Spiel gegen den KFC Uerdingen) ist eine verlässliche Größe in Alemannias defensiver Mittelfeldzentrale. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Aimen Demai und Dennis Dowidat haben in dieser Woche wieder voll mittrainiert, doch davon ist auszugehen: Alemannia Aachens Cheftrainer Peter Schubert wird auch zum Spiel am Samstag gegen den erstaunlich gut dastehenden Regionalliga-Rückkehrer FC Kray keine großartigen Änderungen vornehmen.

Der entsperrte Peter Hackenberg kehrt zurück, während die Wahrscheinlichkeit „sehr groß“ ist, dass Bastian Müller nach Problemen mit dem Oberschenkel zum vierten Mal in Folge zur Startelf gehört. „Durchweg positiv“, sagt der 23-Jährige, sei die Zeit am Tivoli für ihn bislang gelaufen, nach leichten Rückschlägen in der Vorbereitung hat der defensive Mittelfeldspieler überzeugend seinen Platz eingenommen.

Der gebürtige Bielefelder begann seine Karriere bei der Arminia, kam über den SC Paderborn zum SC Verl und wurde gleich im ersten Senioren-Jahr Stammspieler. Eine Geschichte wie im Traum: Schon nach einer Halbserie hatte Müller einen Vertrag beim FC Bayern in der Tasche – auf Empfehlung des Vaters von Mats Hummels, der damals für den Rekordmeister in Westfalen scoutete. „Der Wechsel stand auf der Kippe, es ging um eine Ablöse und ein Freundschaftsspiel. Aber letztlich wollte Verl mir diese Chance nicht verbauen.“

Bastian Müller spielte für die „Zweite“ in der 3. Liga und bekam schnell einen überraschenden Anruf von Hermann Gerland. „Morgens um acht. ,Basti, Du musst heute zum Training der Profis‘.“ Plötzlich stand er vor Louis van Gaal, „mir haben die Knie gezittert. Er stellte sich förmlich vor, ,hallo, ich bin Louis van Gaal‘, als ob er das gemusst hätte.“ Als Trainer – Peter Schubert wird es verschmerzen können – habe er „nichts Besseres erlebt“. Müller trainierte durchweg mit den großen Münchner Stars, Jupp Heynckes nahm ihn mit zur Saisonvorbereitung. Spielpraxis bekam er weiter bei der (abgestiegenen) U 23.

Düsseldorf passte nicht

„Wenn dann das Angebot eines Bundesligisten kommt, sagt man als junger Spieler nicht nein.“ Müller wechselte als Profi zu Fortuna Düsseldorf, er gehörte gegen Mönchengladbach und in Stuttgart zum Kader – und geriet bei einem Einsatz in der Reserve mit Trainer Taskin Aksoy aneinander. „Vielleicht spielte da auch die Enttäuschung mit rein, dass ich in der 2. Mannschaft spielen musste.“ Müller wurde von Norbert Meier suspendiert und bekam fortan „oben“ keine Chance mehr. Kicken durfte er nur noch in der Regionalliga. „Mit Fortuna hat es nicht gepasst.“ Es war klar, dass der im Sommer auslaufende Zweijahresvertrag keine Verlängerung erfahren würde.

„Als wir bei uns Bedarf gesehen haben, war der Wechsel zu uns schnell klar“, sagt Peter Schubert. „Wir mögen flexible Spieler, und Bastis fußballerische Qualitäten muss man nicht extra erwähnen.“ Müller ist beidfüßig, stets präsent, hat eine gute Übersicht. „Ich habe Bock anzugreifen. Alemannia ist ambitioniert, das konnte ich aufgrund der Zugänge sehen, und das hat sicher eine große Rolle gespielt, hier zu unterschreiben. Bei Alemannia kommt man sich nicht vor wie in der Regionalliga.“

Die soll auch und gerade für einen hochtalentierten 23-Jährigen nicht das Ende der Fahnenstange sein. Die weit verbreitete Einschätzung, dass in dieser Saison die Meisterschaft und die Aufstiegs-Relegation nur an Viktoria Köln vergeben wird, teilt Bastian Müller nicht. „In dieser Liga kann jeder jeden schlagen. Und Viktoria muss noch zwei Mal gegen Alemannia Aachen spielen...“ Müller weiß aber auch, dass am Samstag gegen Kray (FuPa-Liveticker ab 14 Uhr) „ein schweres Spiel auf uns wartet. Die dürfen wir nicht unterschätzen.“

Mögliche Aufstellung: Löhe - Ernst, Hackenberg, Hoffmann, Lejan - Jerat - Behrens, Müller, Lünenbach, Graudenz - Garcia

Schiedsrichter: Benjamin Bläser (Niederzier)

Bilanz gegen Kray: Premiere

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