Alemannia macht es unnötig hochspannend

Von: Roman Sobierajski
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Den Ball mit „Kopf, Hacke, Gegner” über die Linie gebracht: Manuel Junglas bejubelt seinen Treffer zum 2:0 gegen Schwarz-Weiß Essen. Alemannia steht in der zweiten Runde des DFB-Pokals. Foto: Andreas Steindl

Essen. Seinen trockenen Humor hatte Alemannia Aachens Trainer Peter Hyballa schnell wiedergefunden, auch wenn der Trainingsanzug noch klitschnass war und die Haare am Kopf klebten.

„Een beetje Nederlands praten met Louis van Gaal, Jürgen Klopp nochmal treffen oder bei Thomas Tuchel Revanche für das verlorene A-Jugend-Finale nehmen”, führte der 34-Jährige seine Wunschgegner für die zweite Runde des DFB-Pokals auf. Die erste Runde hatte seine Mannschaft da gerade mit Ach und Krach mit 2:1 über den NRW-Ligisten Schwarz-Weiß Essen für sich entschieden.

Eigentlich hatte die Partie vor 2970 Zuschauern den Drei-Klassen-Unterschied widergespiegelt: Der ETB spielte 45 Minuten lang über den Dispo und konnte trotzdem die 2:0-Pausenführung der Aachener nicht verhindern, die angesichts der schwarz-gelben und lautstarken Kulisse im Gästeblock fast ein Heimspiel hatten.

Marco Höger hatte zunächst einen Strafstoß souverän flach ins rechte Eck verwandelt, nachdem Tolgay Arslan im Strafraum zu Fall gebracht worden war (26.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff verwandelte Manuel Junglas eine Hereingabe von Babacar Gueye irgendwie zur fast beruhigenden 2:0-Führung. „Mit dem Kopf, mit der Hacke und mit dem Gegner”, beschrieb der 21-Jährige das Zustandekommen des kuriosen Treffers.

Drei Mal Aluminium

Die Alemannia war nur noch ein Tor von dem Punkt entfernt, „wo du dir eine Bratwurst und ein Bier kaufst und beruhigt nach Hause fahren kannst. Mit dem 3:0 ist hier over and out”, wie ein leicht genervter Sportdirektor Erik Meijer noch im Spielertunnel meinte. Nur machte seine Mannschaft aus einer Handvoll Chancen der Güteklasse „unauslassbar” keinen einzigen Treffer.

Der Drehschuss von Babacar Gueye (33.) traf ebenso nur Aluminium wie der Knaller von Manuel Junglas ans Lattenkreuz. Auch der Nachschuss von Marco Höger traf die Latte, nachdem Gueye bereits allein vor dem glänzenden Torwart Tobias Ritz - der auch noch mehrere andere gute Chancen zunichte machte - den Kürzeren gezogen hatte (80.).

Effektiver zeigten sich die Hausherren im strömenden Regen: Im Gegenzug fand eine Hereingabe durch Aachens Abwehrreihen hindurch zu Sebastian Westerhoff, der mit seinem Anschlusstor (81.) dem Alemannia-Tross zehn unnötig spannende Schlussminuten bescherte.

„Eigentlich habe ich nicht viel zu tun”, „kritisierte” Torwart David Hohs seine Vorderleute für die guten Aufräumarbeiten, „und dann kriege ich so ein dummes Ding rein.”

Doch Hohs, der ein sicherer Rückhalt war, musste kein zweites Mal hinter sich greifen, die „katastrophale Chancenverwertung” (Erik Meijer) wurde nicht weiter bestraft, „auch wenn die plötzlich alle acht Lungen hatten”, wie Junglas das beherzte Anrennen der Schwarz-Weißen beschrieb. „Ich hoffe, wir haben uns diese Tore für das erste Ligaspiel gegen Union Berlin aufgehoben.”

Eine Hoffnung, die auch Trainer Peter Hyballa teilte: „Wir haben gutes Dreiecksspiel aufgezogen, schnell gespielt, waren immer in Bewegung”, resümierte er das Positive. „Und wir haben uns viele Chancen erarbeitet. Der nächste Schritt ist, diese auch zu nutzen.”
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