Alemannia lässt den Stacheldraht zu Hause

Von: Christoph Pauli
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Vorsprung geschmolzen: Das Team von Pele Wollitz hat zuletzt an Souveränität verloren. Foto: dpa

Aachen. Vor dem Spiel versuchen sie, sich ganz klein zu machen. Natürlich, findet Alemannias Trainer Peter Schubert, natürlich sei Viktoria Köln „ganz klarer Favorit“ bei dem Treffen am Freitagabend (19.30 Uhr) in der Regionalliga. Der Tabellenführer wiederum kündigt ein „Spitzenspiel auf Augenhöhe“ an.

Es gibt sicherlich nach jahrelanger sportlicher Talfahrt keinen Grund für große Töne am Tivoli, auch wenn die Mannschaft seit der Saisonvorbereitung gut unterwegs ist. Alemannia ist eine stabile Veranstaltung – zumindest sportlich – geworden, aber noch trauen sie dem Trend nicht. Die Mannschaft hat es in den letzten Monaten nicht geschafft, auch einmal einen der „Großen“ zu schlagen. Häufig spielten sie gut, waren überlegen, aber für einen Sieg reichte es am Ende dann doch nicht. Es bleibt beim Saisonziel „Platz in der oberen Tabellenhälfte“, bekräftigt Schubert, der ohnehin kein Anhänger von forschen Tönen ist.

Bei Viktoria Köln liegen die Dinge anders. Der Selbstanspruch ist nicht erst seit dieser Saison, Meister zu werden und die 4. Liga durch das Nadelöhr Aufstiegsrunde zu verlassen. Vor ein paar Wochen sah das noch nach einem schmucken Alleingang in Richtung 3. Liga aus. Die Mannschaft ist inzwischen etwas ins Schlingern gekommen. Nur fünf Punkte aus den letzten fünf Spielen haben den Vorsprung rasch schmelzen lassen. Inzwischen brauchen die Verfolger die Ferngläser nicht mehr. Bei einem Auswärtssieg könnten die Aachener sogar gleichziehen.

„Wenn vor der Saison einer vorhergesagt hätte, dass der Tabellenführer am 14. Spieltag den Tabellendritten Alemannia empfängt, wäre er doch belächelt worden“, vermutet Schubert. Aachens Ausgangslage ist dann eher komfortabel. „Wir können dort ohne jeden Druck spielen“, meint der 48-Jährige, während Viktorias Sportvorstand Franz Wunderlich energisch von seiner Mannschaft fordert: „Jetzt darf es keine Ausreden mehr geben, Aachen ist genau der richtige Gegner. Da müssen wir die Ärmel hochkrempeln.“ Für Viktorias Torjäger Candan (10 Treffer) ist die Hinrunde gelaufen, bei Alemannia zeichnen sich keine weiteren Verletzten ab, auch wenn Dennis Dowidat, Tim Jerat, Domagoj Dus-para oder Aimen Demai seit Wochen ihre Wehwehchen haben.

Die Aachener planen keinen schnöden Betriebsausflug zum Ligaprimus. „Wenn wir an unsere Leistungsgrenze kommen, sind wir nicht chancenlos“, sagt der Trainer und kündigt gleich an, von der eigenen Spielidee auch beim bislang besten Team nicht abrücken zu wollen. Alemannia will nicht den Stacheldraht vor dem eigenen Strafraum ausrollen. Für die Gäste steht die bislang größte Herausforderung der Saison an. „Bei Viktoria zu bestehen, würde uns in der Entwicklung weiterbringen“, sagt Schubert. Für Aachen gehen die Heimspielwochen weiter, auch wenn die Partie im Kölner Sportpark stattfindet. 1300 Zuschauer haben bereits ihr Ticket gebucht, Alemannia hat weitere 500 Stehplatzkarten nachgeordert. Die Gäste werden in der engen Arena in der Überzahl sein. Viktoria hat bislang einen Zuschauerschnitt von 847 Besuchern.

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