Alemannia: Kraemer wird am Landgericht angeklagt

Von: Christoph Pauli
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Die zuständige Staatsanwaltschaft in Köln erhob vor anderthalb Jahren Anklage gegen Frithjof Kraemer. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Vor fast fünf Jahren hat die Stadt Aachen die Strafanzeige gegen Frithjof Kraemer „und gegebenenfalls gegen andere Personen“ gestellt. Alemannias ehemaliger Geschäftsführer, der inzwischen bei einer Bank arbeitet, die Fußballklubs in Schieflage berät, wurde beschuldigt, bei der Umfinanzierung der Stadionkredite im Sommer 2012 mit gezinkten Karten gespielt zu haben.

Die Kommune sah Ansatzpunkte dafür, getäuscht worden zu sein. Ein paar Tage später wurde Kraemer am Tivoli entlassen, vorher teilte er noch mit: „Ich weise die Beschuldigung, die Stadt Aachen im Verfahren zur Umschuldung der Stadionkredite getäuscht zu haben, entschieden zurück. Ich habe mir nichts vorzuwerfen. Dies wird das staatsanwaltliche Ermittlungsverfahren bestätigen.“

Seitdem wurde ermittelt, gesichtet, wurden Zeugen gefragt, Erkenntnisse gewichtet. Die zuständige Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität in Köln erhob schließlich vor anderthalb Jahren  Anklage gegen Kraemer und den ehemaligen „Bereichsleiter Finanzen und Controlling“. Die Anklage wird nun nach langer Prüfung zugelassen, bestätigt Landgerichtssprecher Daniel Kurth.

Kraemer werden 44 Taten zur Last gelegt. Die Staatsanwälte listen Betrug, Insolvenzverschleppung in drei Fällen und Untreue in 40 Fällen auf. Vier Mal geht die Behörde von einem „besonders schweren Fall“ aus, tateinheitlich soll es sich dabei in 39 Fällen auch um Bankrott handeln.

Kraemer droht eine Gefängnisstrafe – in besonders schweren Fällen sieht der Gesetzgeber einen Strafrahmen von sechs Monaten bis zehn Jahren vor. Seinem ehemaligen Controller wird in zwei Fällen Beihilfe zur Insolvenzverschleppung vorgehalten.

Das Verfahren, das so eine lange Vorgeschichte hat, soll indes zügig beendet werden. Angesetzt sind nur drei Verhandlungstage ab Mitte Juni.

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