Alemannia: Klare Führung leichtsinnig verspielt

Von: Christoph Pauli
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Nach einer starken Führung konnte Aachen am Samstag doch nur einen Punkt nach Hause bringen. Foto: Jérôme Gras

Verl. Die meisten Spieler kletterten angefressen in den Bus. 240 Kilometer Rückreise standen auf dem Programm, im Gepäckraum war nur ein Punkt verstaut. „Das fühlt sich gerade wie eine Niederlage an“, sprach nicht nur Reiseleiter Fuat Kilic. 2:2 hatte seine Mannschaft in Verl gespielt.

Sie hatte auch im ersten Auswärtsspiel mit viel Leidenschaft und Energie überzeugt, aber sie hatte eine klare Führung leichtsinnig verspielt. Die bessere Mannschaft brachte sich um die volle Punkteausbeute, weil sie Chancen für weitere vier Tore nicht verwertete.

„Das tut mir einfach leid, wenn ich sehe, welchen Aufwand die Mannschaft betreibt", sagte der Trainer, der im Laufe der Analyse immer gelassener wurde. „Wenn wir uns entwickeln, kann das eine ganz gute Geschichte werden...“

Der 44-Jährige musste auf Maurice Pluntke verzichten und baute nicht nur die Abwehr, sondern gleich das System um. Tobias Lippold rückte in die Startelf und verteidigte vor der Abwehr in der 4-1-4-1-Formation.

Wer es bei der gewohnt komplizierten Anreise nach Ostwestfalen nicht mehr rechtzeitig in die Sportclub „Arena“ geschafft hatte, verpasste in der ersten halben Stunde kaum Aufregendes. David Pütz köpfte eine der vielen guten Flanken von Tobias Mohr am Tor vorbei (16.), dann kam es zu einem krachenden Zusammenprall zwischen Mark Depta und dem Ex-Alemannen Viktor Maier, aus dem der Aachener Keeper erkennbar als Punktsieger hervorging.

Verl hatte den Plan, mit weiten Bällen die früh attackierenden Aachener Spieler zu überspielen. Aber weil die Schläge völlig unpräzise waren, kamen die Gäste nicht mal ansatzweise in Gefahr. Die Aachener gingen in Führung: Nach einem Eckball köpfte Matti Fiedler aufs Tor, Innenverteidigerkollege Alexander Heinze staubte nach einer Torwartparade ab. Der Jubel wurde jäh erstickt: abseits (39.).

Die Führung nahm trotzdem Konturen an, Nils Winter spielte Mergim Fejzullahu frei, Torwart Robin Brüseke lenkte den Ball ans Außennetz (42.). Aachens Stürmer war dann doch noch erfolgreich, nach einem Konter über Meik Kühnel vollendete er zum 0:1 (44.). Wie schon im Vorjahr ist der kleine Angreifer zuständig für die ersten Saisontreffer.

Die Aachener bekamen auch auf den Rängen ein akustisches Übergewicht. Das Team zog das Tempo an, für Verl war es zu schnell. Daniel Hammel umkurvte vier Abwehrspieler, ein Querpass war möglich, der Angreifer suchte den Abschluss und scheiterte wieder an Torwartfüßen (50.).

Der Stürmer musste nicht mehr lange auf das erste Erfolgserlebnis warten. Ein paar Sekunden später lenkte er Fejzullahus Schuss aus 16 Metern ab zum 2:0 (53.). Keiner der 1411 Zuschauer hätte sich vorstellen können, dass die hochüberlegene Mannschaft noch in Gefahr kommen könnte. Dafür reichten naive 120 Sekunden. Jan Liehr verkürzte nach einem Konter zum 1:2 (58.), Cihan Özkara glich kurze Zeit später aus (60.). „Wir dürfen niemals so einfache Tore kassieren“, ärgerte sich Kapitän Nils Winter später.

Das andere Manko an diesem Tag war die mangelnde Effizienz, die Gäste gingen gleich wieder auf Torsuche. Tobias Mohr flitzte über die linke Seite, seine Hereingabe bekam Junior Torunarigha nicht über die Linie bugsiert (63.), in der Nachspielzeit feuerte Ryo Suzuki den Ball aufs Tor, Keeper Brüseke verhinderte spektakulär die Niederlage (92.). „Wir müssen noch konzentrierter und gieriger im Strafraum werden“, forderte Torjäger Mergim Fejzullahu, als der erste Saisonsieg ausgeblieben war.

 

 

 

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