Alemannia: Keine Sieger beim „Grottenkick“

Von: Christoph Pauli
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Lichtblick: Bei seinem ersten etwas längerem Einsatz gelingt Meik Kühnel gleich ein Treffer. Foto: Jerome Gras

Düsseldorf. Auch nach einer schlaflosen Nacht wurde das Spiel nicht besser. Für Alemannias Trainer Fuat Kilic blieb es ein „Grottenkick“. Bei Fortuna Düsseldorf II reichte es nur zu einem 1:1. „Wir lassen einfach zu viele Punkte unterwegs liegen“, lautete das ernüchternde Zwischenfazit von Kilic.

Beim abstiegsgefährdeten Gegner scheiterten die Aachener nicht an mangelnder Effizienz, sie hatten kaum Gelegenheiten. Und selbst die Führung gegen das jüngste Team der Liga brachte keine Sicherheit.

Was macht der Live-Ticker?

Den härtesten Job hatten am Samstagnachmittag zweifellos die jungen Männer, die für den Live-Ticker eingeteilt waren. Was kann ich berichten, wenn nichts passiert? Es war ein langweiliges, tempoarmes Spiel. „Wir waren zu lethargisch, hatten im vorderen Drittel kaum Lösungen“, ärgerte sich Kilic nach dem bislang schwächsten Auswärtsspiel.

Aachens hatte etwa 80,9 Prozent Ballbesitz, aber weil die Kugel mehr quer über den kleinen Platz geschoben wurde, kam wenig dabei herum. Die eher destruktiven Düsseldorfer wollten den Ball erst gar nicht haben, Aachen wusste mit ihm nicht sonderlich viel anzufangen.

So hätten die Torhüter entspannt an den Pfosten lehnen und ein paar Mails am Smartphone bearbeiten können. Gebraucht wurden sie nur selten. Aachens Pascal Nagel musste einen strammen Fernschuss von Christian Weber (39.) wegfausten. Mehr Aufgaben stellten sich nicht. Sein Gegenüber Justin vom Steeg hätte vor dem Wechsel keine Handschuhe gebraucht. Die drei Aachener Ecken segelten ungefährlich in den Strafraum. Und alle (drei) Fernschüsse der Gäste von Fejzullahu (16.), Pütz (24.) und Mickels (35.) wurden abgeblockt oder zischten am Tor vorbei. So stand die Partie kurz davor, wegen Geringfügkeit eingestellt zu werden.

Kilic brachte nach der Pause Florian Rüter, für den er erstmals in dieser Spielzeit keinen Startplatz hatte. Der indisponierte Joy-Lance Mickels musste weichen. Aachens Trainer hatte schon nach einer guten Stunde sein Auswechselkontingent erschöpft – auch ein Zeichen seiner Unzufriedenheit. Vor allem die Außenspieler setzten sich kaum in Szene.

Fortuna kam etwas forscher zurück aus der Kabine, die Zweitbesetzung hatte eine dreiminütige Druckphase, in der Pascal Nagel erstmals gebraucht wurde (54./55.). Dann war auch das Strohfeuer vorbei, Alemannia zog ein bisschen das Tempo an. Und nach dem schönsten Spielzug des Tages, verwandelte Meik Kühnel einen feinen Rückpass von Dominik Ernst zum 0:1 (66.). So hatte dieser schnöde Kick doch noch eine schöne Pointe. Kühnel hatte in dieser Saison keine Rolle bislang gespielt, und jetzt erzielte der Einwechselspieler souverän zur Führung. „Ich wusste gar nicht, wohin mit meiner Freude nach schwierigen Wochen“, sagt er. Der junge Mann rannte in Richtung Ersatzbank, zeigte auf sich – „ich bin auch noch da – und klatschte Trainer und Mitspieler begeistert ab.

Alemannia hatte sich einen erkennbar limitierten Gegner, der nun ein bisschen forscher werden musste, zurechtgelegt. Was dann geschah, irritierte auch den eigenen Trainer. Die Mannschaft zog sich ängstlich zurück, verwaltete das knappe Ergebnis statt es auszubauen. Kilic ruderte am Spielfeldrand mit den Armen, seine Mannschaft aber rückte nur noch zaghaft heraus.

Das große Fragezeichen

„Woche für Woche reden wir, um dann wieder in alte Muster zurückzufallen“, wunderte such auch Tobias Haitz, Aachens Bester, der die Partie mit einer dicken Beule nach einem Zusammenprall beendete.

Die passiven Gäste wurden bestraft. Nagel wehrte noch gekonnt einen Kopfball von Kemal Rüzgar ab (71.).

Nach 85 Minuten segelte von der Mittellinie ein Freistoß von Hendrik Lohmar in den Strafraum, für die Abwehr blieb ausreichend Zeit, sich darauf einzustellen. Aber dann entwischte Timo Staffeldt Düsseldorfs Kleinster: Der Ex-Aachener Christian Weber köpfte zum verdienten Remis ein. „Ein Punkt hier ist einfach zu wenig“, ärgerte sich nicht nur Haitz.

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