Alemannia kassiert mit jedem Freistoß einen Treffer

Von: Christoph Pauli
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Laufduell der beiden Kapitäne: Aachens Timo Staffeldt (links) im Zweikampf mit dem Wattenscheider Spielführer Nico Buckmaier. Foto: Jerome Gras

Wattenscheid. Nach dem Spiel entspann sich noch ein kleines verbales Duell zwischen den Trainern. Wattenscheids Farat Toku empfand den Ausgang des Spiels „als sehr verdient“, sein Aachener Kollege Fuat Kilic war anderer Meinung und verwies auf „mehr Ballbesitz, mehr Torschüsse“.

 „Aber wer gewinnt, hat ja immer die besseren Argumente“, resignierte Kilic. Wattenscheid besiegt Aachen mit 3:1, und die unterschiedliche Sichtweise der Trainer war durchaus nachvollziehbar.

Begonnen hatte die Partie mit einer sehr druckvollen Phase der Aachener. Ausdruck der Überlegenheit waren vier Ecken in den ersten zehn Minuten. Außer einem Kopfball von Jannik Löhden (10.) war die Ausbeute gering. Wattenscheids Torwart Edin Sancaktar war überbeschäftigt, sein Aachener Kollege Philip Sprint entging der drohenden Unterkühlung in dieser Phase nur mit einem intensiven Aufwärmprogramm.

Er beobachtete aus der Ferne, wie Timo Staffeldt von der rechten Seite präzise auf Meik Kühnel flankte, der aus drei Metern über das Tor köpfte (15.), Abteilung: Sollte man machen. Der Führungstreffer fiel erwartungsgemäß über die rechte Seite. Ernst stob davon, seine Hereingabe verlängerte Kühnel auf Fejzullahu, der präzise aus 16 Metern zum 0:1 vollendete (16.). Der Angreifer ist im Moment der Mann für die schönen Treffer.

Die Gäste ließen sich etwas zurückfallen, um dann präzise zu kontern. Fejzullahu und Ernst stürmten unbedrängt dem 2:0 entgegen, der Verteidiger traf aber aus elf Metern nur den Wattenscheider Keeper, was nicht nur seinen Trainer am Spielfeldrand aufstöhnen ließ (22.). Ernst stand da wie ein Reisender, der den letzten Zug gerade knapp verpasst hat. Die Effektivität, die noch am Dienstag gegen Siegen ein zuverlässiger Begleiter des Aachener Teams gewesen ist, war nicht mitgekommen ins Lohrheidestadion.

30 Minuten lang war es eine einseitige Partie, die frühzeitig hätte geklärt sein müssen. Die Aachener brachten sich um die Belohnung, weil sie seit Wochen unter größerer Anfälligkeit bei Freistößen leiden, von der auch schon Fortuna Köln zuletzt profitierte. Diesmal schritt Manuel Glowacz zur Tat. Dessen Künste kennt Kilic seit langem, er bildete den Wattenscheider in der Kölner Fußballschule vor Jahren aus. Im Sommer wurde er ihm angeboten. „Vielleicht war es ein Fehler, ihn nicht zum Tivoli zu holen, aber ich stand bei anderen Spielern schon im Wort.“

Der erste Schuss auf das Aachener Tor war dann gleich der Ausgleich (30.). Und weil in der Regionalliga Szenen nicht auf einer Stadionleinwand wiederholt werden, bot Torschütze Glowacz einen besonderen Service für die 973 Zuschauer. Bei nächster Gelegenheit schoss der Mittelfeldspieler das Tor einfach ein zweites Mal. Wieder schlenzte er den Ball über die Mauer, wieder nahm Sprint den Treffer reglos entgegen (42.). Wattenscheid führte 2:1 – jeder Freistoß ein Treffer. „Das zweite Tor nehme ich auf meine Kappe, ich wusste ja, wie er schießt, hätte einen Meter weiter nach innen gehen müssen“, räumte Sprint bereitwillig ein. Auch sein Trainer kreidete Sprint den Treffer an. „Generell muss er in vielen Szenen energischer hingehen und eine andere Körpersprache zeigen.“

Die Führung war Anlass für die Hausherren, sich weiter zurückzuziehen. Bereitwillig überließen sie den Aachenern den Ball. Der tiefgefrorene Boden war ein guter Verbündeter, das Aachener Passspiel fehlerhaft. „Im vorderen Drittel haben wir zunehmend falsche Entscheidungen getroffen“, bilanzierte Kilic. Die Zuversicht fror ein. „Ab der 70. Minute haben uns Lauf- und Kampfbereitschaft gefehlt“, räumte auch Dominik Ernst ein. Die Partie plätscherte ereignislos dahin. Einen der seltenen Konter vollendete Nico Buckmaier zum 3:1 (82.). Die Gäste bekamen noch eine Freistoßchance, Rüter setzte die Vorlage von Mohr an die Latte (90.). Ruhende Bälle waren an diesem Tag nur die Domäne der Wattenscheider.

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