Aachen - Alemannia-Kapitän Staffeldt macht Punktverlust nicht an Rekord-Anreise fest

Alemannia-Kapitän Staffeldt macht Punktverlust nicht an Rekord-Anreise fest

Von: pa
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Begrüßung mit Verspätung: Da Timo Staffeldt (links) mit seinem Team im Stau stand, konnte die Partie gegen Verl erst mit einer halben Stunde Verspätung angepfiffen werden. Foto: Jérôme Gras

Aachen. Die Anreise war beschwerlich. 303 Minuten brauchten Alemannias Spieler, um die etwa 237 Kilometer lange Strecke zwischen dem Tivoli und der Sportclub Arena in Verl zurückzulegen. Aber: „Die lange Bus-Anreise kann nicht als Ausrede für das 1:1 herhalten“, stellt Aachens Kapitän im Interview unmissverständlich klar.

Hat wenigstens Ihnen die fünfstündige Anreise nach Verl gepasst, weil Sie Schlaf nachholen konnten, den Sie als ganz junger Vater derzeit nachts nicht kriegen?

Timo Staffeldt (grinst): Die Nächte sind bislang nicht anstrengend, unsere Tochter hat einen pflegeleichten Rhythmus. Ich brauchte die Ruhe nicht. Mittags durch den Ruhrpott zu fahren, birgt die Staugefahr. Dass das nicht die beste Spielvorbereitung war, weiß jeder. So weite Anreisen kann man besser organisieren, aber dafür fehlt dem Verein das Geld. Man kann sich darüber dann stundenlang aufregen – oder man nimmt es als gegeben hin. Wir sind doch aus der Lethargie der Busfahrt gut rausgekommen und haben eine sehr vernünftige erste Halbzeit gespielt. Wenn wir da konsequent unsere Chancen genutzt hätten, wäre das Thema erledigt gewesen, und wir wären nicht ins Schwimmen geraten. 

In der Halbzeit klagten einige Spieler über Magen-Darm-Probleme. War das eine Folge der hektischen Anreise?

Staffeldt: Ich habe es nur am Rande mitbekommen, weil ich selbst mit einem dicken Knöchel behandelt wurde. Gottseidank sind weder Bänder noch Kapsel betroffen.

Hing der Leistungsabfall in der zweiten Halbzeit mit der komplizierten Vorbereitung zusammen?

Staffeldt: Nein, es hing mit dem schnellen Gegentor zusammen. Da haben wir dann aufgehört, Fußball zu spielen. Das ist eine mentale Sache, wir werden zu schnell unruhig.

Wieso kommt das Schiff nach einem Gegentor so schnell ins Schlingern?

Staffeldt: Schwierige Frage. Das hängt auch mit dem positiven Lauf zu tun. Man will unbedingt gewinnen. Der Siegeswille ist ausgeprägt. Trotzdem muss man die Jungens teilweise etwas bremsen, damit wir nicht in offene Messer laufen. Diese Ungeduld war dann nicht zielführend.

Gerade in der Achse stehen die erfahrenen Spieler, von denen man hofft, dass sie den Rhythmus in solchen Situationen vorgeben.

Staffeldt: Definitiv. Wir hatten in der ersten Halbzeit eine gute Balance. Mit dem Gegentor sind wir zu unruhig geworden, haben uns anstecken lassen von der Hektik. Unsere Konter waren nicht mehr gut, wir müssen passgenauer und kaltschnäuziger werden.

Alemannia erwartet am Samstag Mönchengladbach II: Ist das ein Duell auf Augenhöhe, oder erwartet der Fünfte den längst enteilten Tabellenführer?

Staffeldt: Für uns stehen jetzt zwei Topspiele an (am übernächsten Wochenende trifft Alemannia auf den Tabellendritter Dortmund II, Anm. d. Red.). Dann wird man sehen, ob wir uns da oben festkrallen. Jetzt kommen zwei spielstarke Teams nach Aachen. Die können Fehler stärker bestrafen als Verl. Also müssen wir cool bleiben und den Rhythmus variieren. Mein Gefühl ist aber definitiv, dass wir da mithalten können.

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