Alemannia im Rosenmontagsbus zum Faschingsspiel

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
Daniel Hofmann
Daniel Hofmann im Duell mit Bayerns Arjen Robben.

Aachen. Der Rosenmontagsbus war schon zwei Stunden unterwegs, bevor sich der Rosenmontagszug in Aachen langsam in Marsch setzte. Für Karneval haben Alemannias Profis zumindest in dieser Session keine Zeit.

 Nicht einmal ein paar einschlägige Melodien waren an Bord. Weder wurde das Lasso rausgeholt, noch stand ein Pferd auf dem Flur. Auf dem Weg zur Arbeit wird nicht geschunkelt.

Am Freitag stand ein Spiel an, am Montag eine Busfahrt, und am Dinstag zum Höhepunkt der 700 Kilometer langen Reise tritt das Team bei etwa minus 6 Grad in Burghausen (ab 19 Uhr im Liveticker) an. Karneval ist für die anderen.

Das wackere Team von Georgi Donkov gehört zu den wenigen Klubs, die schon Planungssicherheit haben. Die Mannschaft ist im Niemandsland der Tabelle gestrandet, Auf- und Abstiegsregionen sind nur mit dem Fernglas zu erahnen. Davon träumt der Gast natürlich, der seit Monaten um seine Existenz strampelt. Alemannias erste U 23 hat mit Elan und ersten Erfolgen die wolkenkratzige Herausforderung angenommen. Noch fehlt dem jungen Team zuweilen ein bisschen das Zutrauen in die eigene fußballerische Qualität. Gegen Karlsruhe reagierte die Gruppe zu unruhig, zu ungeduldig, als der Tabellenführer frühzeitig attackierte. Sie traute dem eigenen Kombinationsspiel zu wenig, versuchte häufig mit planlosen Bällen das weite Land zu überbrücken. „Sie sollen mehr Mut zeigen“, sagt René van Eck vor der nächsten Aufgabe.

Der Trainer könnte noch einmal die Skizzen aus dem letzten Auswärtsspiel herauskramen. Dieses 1:1 in Offenbach wäre eine gute Blaupause. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten war das Team deutlich mutiger unterwegs als zuletzt gegen den übermächtigen Karlsruher SC. Im Laufe des Spiels war das Zutrauen in die eigene Fähigkeit größer geworden.

Van Eck wird seine Mannschaft punktuell ändern. Armand Drevina kehrt nach seiner Sperre natürlich wieder zurück, der 18-Jährige ist nach wenigen, aber herausragenden Spielen schon eine Institution im Mittelfeld. Das nächste Talent aus dem eigenen Nachwuchs wird in der Nähe der österreichischen Grenze ins kalte Wasser geworfen. Dario Schumacher wird zum zweiten Mal in der Startformation stehen. „Er ist in einer komplizierten Phase gegen Karlsruhe ins Spiel gekommen und hat das gut gemacht“, begründet der Niederländer den „Marschbefehl“ für den 19-Jährigen. Der könnte im rechten Mittelfeld auflaufen. Marcel Heller setzte sich zuletzt zu selten durch, wurde zudem beim spielentscheidenden 0:2 gegen Karlsruhe als Verursacher ausgemacht. Denis Pozder wirkte bei seinem ersten Einsatz in der Startelf läuferisch noch nicht fit, so dass wieder Sascha Marquet in den Sturm rutschen wird. Den Gegner lässt van Eck ein bisschen im Unklaren über Aachens Pläne. „Wir wollen doch mal sehen, welche Idee Burghausen mitbringt.“

Nach dem Spiel fährt der Rosenmontagsbus wieder in Richtung Rheinland. Erst am Ende der Session ist das Team wieder in der Heimat. Sportlich ist dann natürlich noch nicht alles vorbei. Nach der Ankunft gegen 5, 6 Uhr ist am Aschermittwoch ein kleines Regenerationstraining angesetzt . . .

Mögliche Aufstellung: Flekken - Wilschrey, Erb, Herröder, Strujic - Drevina, Andersen - Schumacher, Murakami, Kefkir - Marquet

Schiedsrichter: Dr. Manuel Kunzmann (Bad Hersfeld)

Bilanz: 9 Spiele 4 Siege, 3 Remis, 2 Niederlagen 18:14 Tore

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