Alemannia gewinnt eine komische Partie

Von: Roman Sobierajski
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Zwei Finger für drei Punkte: Tolgay Arslan bejubelt seinen ersten Treffer im Alemannia-Trikot zum 2:1 gegen Frankfurt. Kollege Marco Höger ist sein erster „Anhänger”. Foto: Heiko Rhode

Frankfurt. In der Bewertung der Begegnung lagen Alemannia-Coach Peter Hyballa und sein Gegenüber Hans Jürgen Boysen nach den 90 Minuten ganz weit auseinander: „Ich habe hier ein komisches Spiel gesehen”, urteilte der Aachener Übungsleiter. „Ich habe hier ein ganz komisches Spiel gesehen”, urteilte Boysen. „Da altert man in nur einer Stunde.”

Was beide gesehen haben, war allerdings der 3:1-Sieg der Gäste, die den ersten Dreier der Saison einfuhren und die imponierende Heimbilanz der Bornheimer, die seit dem 22. Januar im eigenen Stadion ungeschlagen waren, reißen ließen.

Gesehen hatten Trainer, Spieler und Zuschauer aber auch ein Spiel der zwei Halbzeiten. Alemannia zeigte fast nichts von dem bislang mitreißenden Offensivdrang, dem Kombinationsspiel und dem intensiven Pressing, mit sie in den ersten vier Spielen aufwartete.

„Wir hatten am Freitag das letzte Spiel, am kommenden Freitag steht die nächste Begegnung an. Da versucht man, sich seine Kräfte etwas einzuteilen”, fand Alper Uludag eine Erklärung. Einzige nennenswerte Chancen der Gäste aus der Kaiserstadt waren ein fulminanter Schuss von Zoltan Stieber, den FSV-Torwart mit einer Glanzparade über das Lattenkreuz lenkte (37.), und eine Gelegenheit der Marke 100 Prozent: Babacar Gueye war im Fünfmeterraum mustergültig angespielt worden, suchte aber statt des direkten Abschlusses noch die Pirouette um den hüftsteifen Björn Schlicke, um dann mit seinem Schuss noch am Verteidiger hängen zu bleiben (29.).

Dass es zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch torlos stand, hatten die Aachener Torwart David Hohs zu verdanken, der bereits in der zweiten Minute den möglichen Rückstand nach einem Schuss von Sascha Mölders vereitelt hatte.

„Das war alles ein bisschen verfahren, wir waren ein ängstlich und haben es nicht geschafft, Druck auf den Gegner aufzubauen”, bewertete Hyballa die erste Hälfte des Vortrags. Mit einer intensiven Halbzeitansprache sollte das geändert werden, doch dann ging es bei den bisweilen ein wenig betulich und immer mit Kurzpässen spielenden Frankfurtern auf einmal blitzschnell: Nach einem Ballverlust von Alper Uludag gelangte der Ball über zwei Stationen vor das Aachener Tor, und Mölders konnte zwischen Seyi Olajengbesi und Tobias Feisthammel hindurch vollstrecken (62.).

Der plötzliche Gegentreffer war vielleicht die richtige Medizin, um die Alemannia zu wecken. „Die Spieler wissen genau, wenn sie hier verlieren, dann stecken die Mannschaft mit nur zwei Punkten ganz weit unten drin”, meinte Hyballa, der das Team auf ein 4-3-3 umstellte und mit der Einwechslung von Benny Auer an der Seite von Tolgay Arslan, der zum Seitenwechsel gekommen war, zur Attacke blies. Der Plan ging auf, Alper Uludag brachte Schlicke und dem Rest der Frankfurter Verteidigung doch noch das Tangotanzen bei: „Ich habe noch zwei, drei Defensive vor mir, wollte aber unbedingt zum Schuss kommen, da habe ich sie ausgespielt”, schilderte der Belgier seinen ersten Treffer (67.).

Und da der Gegner „läuferisch platt war”, wie Uludag festgestellt hatte, „war klar, dass wir hier noch ein Tor erzielen werden.” Dazu bedurfte es seiner Vorarbeit: Mit einem Traumpass setzte Uludag Tolgay Arslan in Szene, der ebenfalls seinen Gegenspieler aussteigen ließ und überlegt einschob (72.). Und während die Frankfurter Verteidiger in der Folge nur zweimal den eigenen Pfosten trafen, machte Zoltan Stieber nach einer Kombination über die beiden bisherigen Torschützen den Sieg mit dem dritten Treffer perfekt (90.). „Jetzt müssen wir schauen, dass wir den nächsten Schritt machen und nachlegen”, gab Arslan die Parole für den anstehenden Spieltag aus.
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