Alemannia gelingt ein historischer Erfolg

Von: Christoph Pauli
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Alemannia Aachen - Rot-Weiß Oberhausen
Die Aachener Thorsten Burkhardt (rechts) und Aimen Demai jubeln im Spiel gegen Oberhausen. Foto: dpa

Aachen. Als dann Alemannias mühsamer 2:1-Erfolg feststand, war Geschichte geschrieben. Zwei quälende Jahre war es der Mannschaft nicht gelungen, ein Spiel umzubiegen, ehe dieser frostige Karnevalssamstag aufzog. Damals wurde der 1. FC Köln begeisternd niedergerungen, diesmal war es ein matter, gleichsam verdienter Arbeitssieg.

Vermutlich hat David Hohs eine „Oberhausen-Klausel” in seinem Vertrag. Im Hinspiel (0:1) stand er erstmals bei den Profis zwischen den Pfosten, am Samstag folgte der zweite Streich. Stammkeeper Thorsten Stuckmann verfolgte das Spiel virusgeplagt nur von der heimischen Couch aus. „Das war eine sehr gute Leistung von ihm”, lobte sein Trainer Michael Krüger am Spielende seine Nummer 2, die gerne in Aachen verlängern würde.

Eine sehr gute Leistung wurde allerdings gar nicht abgefragt. Oberhausen kam mit Stacheldraht und Spitzhacke in den Tivoli, ohne große Ambitionen im Spiel nach vorne.

Hohs sah nur in der 13. Minute gegnerische Spieler aus der Nähe. Heinrich Schmidtgal zimmerte einen Freistoß aus 25 Metern an die Latte, der Nachschuss landete bei Thomas Schlieter, und der Innenverteidiger vollendete mit einem Linksschuss aus 14 Metern.

Das Spiel war schon zu diesem Zeitpunkt auf den Kopf gestellt. Burkhardt hätte seine Mannschaft zweimal (9./10.) in Führung bringen können. Der Ausgleich im schwarz-gelben Kühlschrank ließ nicht lange auf sich warten. Schlieter feierte seinen Treffer zu ausgiebig.

Gegenspieler Auer gelang unbewacht nach dem Demai-Freistoß der Ausgleich (15.). Und fast hätten die beiden das Tor dem staunendem Publikum noch einmal vorgespielt. Nach 29 Minuten verpasste Aachens Sturmführer die Hereingabe nur knapp, auch weil er im letzten Moment einen leichten Schubser von Schlieter erhielt.

Es war Aachens stärkste Phase, die Mannschaft machte Druck, aber sie wollte ein elegantes Tor nach einem doppelten Doppelpass. Sie verzettelte sich, verzichtete auf Torschüsse, wurde immer harmloser.
Das rächte sich an diesem Nachmittag nicht, weil es der Gegner bei diesem einen Torschuss aus der ersten Halbzeit beließ. „Immerhin, wir haben kaum etwas zugelassen”, brummte Interims-Coach Hans-Günter Bruns nach Spielende.

Aachen war deutlich überlegen, aber das Mittelfeld war auch diesmal eine Zentrale des Zauderns und der Ballverluste. Dort waren Aachens vermeintlich kreativste Profis aufgeboten. Am ehesten überzeugte noch Cristian Fiel, der allerdings zur Randfigur im linken Mittelfeld wurde. Thorsten Burkhardt fand auch an diesem Spieltag nicht seinen Rhythmus, und der enorm fahrige Aimen Demai erlebte das Spielende auf dem Platz vermutlich nur, weil er präzise Freistöße treten kann.

Die nach dem Spiel verteilte Statistik war ein Dokument des Dilemmas. Alemannia war die bessere, die überlegene Mannschaft. Aber sie schaffte insgesamt nur drei Schüsse aufs Tor. Die Außenspieler Gueye und Adlung verzichteten auch diesmal auf jeden Torabschluss und wurden ausgewechselt.

Das Spiel wirkte eingefroren. Erst nach 71 Minuten flog noch einmal ein Ball in Richtung von RWO-Keeper Semmler. Freistoß Demai, Kopfball Casper an die Latte. „Aachen hat eine beeindruckende Qualität bei ruhenden Bällen”, formulierte Bruns später. Für die Gastgeber war es die letzte Ausfahrt. Die nächste Ecke von Demai vollendete Auer gekonnt zum Siegtreffer nach 82 Minuten. Wieder einmal hatte der einzige Aachener Spieler mit Torgefahr die Partie entschieden.

Schönreden wollte der 28-Jährige die Partie deswegen nicht. „Wir hatten enorm viele Fehlpässe, das war phasenweise schon sehr schlecht.” Immerhin: Die Chancen, dass Auer noch länger für Alemannia auf Torejagd geht, stehen nicht ganz schlecht: „Wir fühlen uns in Aachen sehr wohl. Ich spiele gerne hier.” Und nicht nur, wenn Historie geschrieben wird.
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