Aachen - Alemannia gegen Dortmunds U23 „zu behäbig, zu ängstlich“

Alemannia gegen Dortmunds U23 „zu behäbig, zu ängstlich“

Von: Klaus Schmidt
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Sieht schön aus, bringt aber nichts: Alemannia-Stürmer Daniel Engelbrecht (Zweiter von links) müht sich gegen Dortmund II.

Aachen. Vier Minuten vor Ende der regulären Spielzeit schlug David Vrzogic eine weite Freistoßflanke in den Strafraum, Daniel Engelbrecht setzte spektakulär zu einem Fallrückzieher an, und vermutlich wird die Frage nie zu beantworten sein, wie Hendrik Bonmann diesen Ball aus kurzer Distanz noch über die Latte wischen konnte.

Es war die beste Chance an diesem Tag für Alemannia Aachen, der Torhüter von Borussia Dortmunds U 23 entschärfte in der Schlussphase noch die Versuche von Fabian Graudenz und Timo Staffeldt, und als Schiedsrichter Andreas Steffens die Partie abpfiff, hatten die gastgebenden Schwarz-Gelben den ersten Rückschlag unter Fuat Kilic erlitten. Engelbrecht fasste dieses 0:1 in zwei Worten zusammen („Große Sch….“), der Cheftrainer war nach den ersten zwei guten Spielen unter seiner Führung einigermaßen überrascht, wie seine Mannschaft vor allem in der ersten Halbzeit unterwegs gewesen war.

„Komplett verschlafen“ hatte Alemannia diesen Teil. „Kaum Druck ausgeübt, nicht zielstrebig genug, zu viele Stockfehler. Und wenn du dann über Fehlpässe den Gegner einlädst, kriegst du Probleme.“

Das entscheidende Tor fiel bereits in der 21. Minute – mit freundlicher Unterstützung von Jerome Propheter. Hober spielte einen langen Ball, Aachens Abwehrchef räumte später ein, dass er sich in diesem Moment verschätzt hatte. „Dann komme ich doch noch irgendwie an den Ball. Was danach folgte, war Slapstick.“ Propheter vertändelte, Ozbolt fasste entschlossen nach und traf mit einem Flachschuss.

Gegen den arg dezimierten „kleinen“ BVB, dem in den letzten zwei Wochen reihenweise Spieler mit schweren Verletzungen weggebrochen waren und der am Sonntag auch noch David Solga verlor (Trainer Daniel Farke: „Da ist wohl alles kaputt im Knie“), spielte Aachen „zu behäbig, zu ängstlich“, Timo Staffeldt konnte sich das auch nicht erklären. „Und es zieht sich schon durch die ganze Saison: Wir versuchen, den Ball reinzutragen.“ Den ersten Schuss aufs Dortmunder Tor gab Viktor Maier (neben Taku Ito neu in der Startelf für den gesperrten Dennis Dowidat und Graudenz) ab – als Hälfte eins schon in der Nachspielzeit war. Tempo, Präzision, Punch, all das hatte Alemannia nicht im Repertoire. „Und dann steigerst du dich ins Negative“, sagte Fuat Kilic.

Wer in Rückstand liegt, der muss mehr Risiko gehen. „Wir haben das in Kauf genommen“, dem Trainer war bewusst, dass Kontersituationen für Dortmund entstehen würden. Und was für welche: Bis zur 73. Minute hätte alleine Alen Ozbolt ein veritables Schützenfest veranstalten können, Ex-Alemanne Oguzhan Kefkir traf zudem das Außennetz.

Erst der Fallrückzieher von Engelbrecht läutete eine zu späte, zu kurze Aachener Drangphase ein. Neben den Punkten quittierte das Team auch noch zwei Verletzte: Die Wade von Kapitän Aimen Demai hatte schon früh nach einem Schlag zugemacht, beim (wie so viele an diesem Tag) schwachen Taku Ito besteht der Verdacht auf Bänderriss im Knöchel.

Statt weiter dranzubleiben zumindest an Viktoria Köln, ist Alemannia in der Tabelle auf den siebten Platz abgerutscht. „Wir müssen Kontinuität in unser Spiel reinbringen – von der ersten bis zur letzten Minute“, fordert der Trainer. Bereits am Mittwochabend geht es zum SC Wiedenbrück; Timo Staffeldt sieht das eher als „Segen, die Niederlage in nur drei Tagen wiedergutzumachen. Wir werden dann ein anderes Gesicht zeigen.“

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