Aachen - Alemannia findet neuen Ordnungsdienst

Alemannia findet neuen Ordnungsdienst

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
Tivoli
Die Alemannia hat für das Spiel gegen Bayern München einen neuen Ordnungsdienst gefunden.

Aachen. Der Transporter mit den Akten hat es über die A4 nach Köln geschafft, aber viel mehr ist noch nicht geschehen. Bei der Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft Köln, die den gesamten Komplex „Alemannia Aachen“ vor ein paar Wochen von den Aachener Kollegen übernommen hat, versuchen die Juristen gerade, sich einen Überblick zu verschaffen.

Zeitnah sind bei der komplexen Materie keine Zwischenergebnisse zu erwarten, sagt Behördensprecher Ulrich Bremer. Der Staatsanwaltschaft liegen Anzeigen wegen Insolvenzverschleppung vor. Die Stadt Aachen hat zudem einen Betrugsverdacht gegen den ehemaligen Geschäftsführer Frithjof Kraemer formuliert.

Der fristlos gekündigte Kraemer hat inzwischen Klage gegen seinen ehemaligen Verein eingereicht. Er stellt seine Arbeitskraft Alemannia weiterhin zur Verfügung. Vermutlich ist das nur ein arbeitsrechtlicher Schritt, um eine Abfindung zu erstreiten. „Ich habe mir nichts vorzuwerfen. Dies wird das staatsanwaltliche Ermittlungsverfahren bestätigen“, hatte der 39-Jährige Ende letzten Jahres gesagt. Eher lapidar reagierte der Verein auf den Schritt. „Das kommentieren wir nicht“, sagt Klub-Sprecher Holger Voskuhl. Selbst im Erfolgsfall müsste sich Kraemer einreihen in die lange Schlange der Gläubiger.

Geld, daran wird er sich noch erinnern, ist ein rares Gut am Tivoli. Das liegt auch daran, dass der Hauptsponsor Geller letzte Woche gekündigt hat. Der Servicedienstleister aus Köln spricht von „einer langen Geschichte“, obwohl die Partnerschaft nur wenige Monate währte. Wie so häufig sollten auch bei diesem Sponsorenvertrag Leistungen gegengerechnet werden. Am Ende der Kurzzeit-Liaison stehen nun Forderungen auf beiden Seiten. Alemannias Spiel-GmbH wartet noch auf einen sechsstelligen Betrag, bestätigt Voskuhl.

Geller dagegen hat wohl Forderungen gegenüber der ebenfalls insolventen Stadion-GmbH. Das Nachspiel ist absehbar. Aus den Vertragspartnern werden nun streitende Ex-Partner. Das Kölner Unternehmen zieht auch seine Ordnungskräfte ab. Alemannia hat sich schnell Ersatz besorgt. Beim Heimspiel gegen den FC Bayern setzt die Kölner Firma „GSE Protect“ Ordner ein, eine Lösung für die restliche Saison werde es auch geben, so Voskuhl.

Der Drittligist braucht zudem einen Haupt- und Trikotsponsor für die nächsten Monate. Der fehlt auch noch für den lukrativen TV-Kick am Sonntag gegen den FC Bayern. „Wir sind für alle Optionen offen, die Geld bringen“, sagt Voskuhl. Denkbar wäre auch ein Gönner, der nur für das Benefizspiel einspringt. Die Partie jedenfalls – das ist die gute Nachricht des Tages – ist bis auf einige Business-Plätze ausverkauft.

Vor dem Spiel gegen Bayern noch gegen Bayer II

Auf dieses besondere Spiel gegen den FC Bayern wird Trainer René van Eck keine besondere Rücksicht nehmen. „Natürlich ist das ein großartiger Gegner. Da kann jeder Spieler feststellen, wie weit er von seinem Traum, der Bundesliga, noch entfernt ist“, sagt der Coach. Für das Team ist der Ligastart 2013 am 26. Januar gegen den 1. FC Saarbrücken noch wichtiger. In dieser Woche wird die Mannschaft noch einmal Kraft tanken. Am Mittwoch steht zudem noch ein Trainingsspiel gegen Leverkusen II an. In der Mannschaft spielt der Ex-Aachener Mirko Casper.

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