Aachen - Alemannia findet keine Lösung für die Ergebniskrise

Alemannia findet keine Lösung für die Ergebniskrise

Von: pa
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Ohne Worte: Peter Hackenberg. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Noch am Unfallort plädierte Abedin Krasniqi für Milde. „Wir sollten mal die Kirche im Dorf lassen, wir wissen genau, wo wir herkommen“, erinnerte Alemannias Stürmer. 0:1 hatte er gerade mit seinen Kollegen gegen die Zweitbesetzung des VfL Bochum überflüssigerweise verloren. Keine 5000 Zuschauer mehr waren Zeuge der vierten Niederlage in Folge, und die meisten von ihnen stellten am Ende im Chor wütend fest: „Wir haben die Schnauze voll.“

Alemannias Trainer Peter Schubert reagierte verständnisvoll auf die Schmähungen. „Ich kann die Reaktionen verstehen, wenn man die Entwicklung in den letzten Jahren mitgemacht hat.“ Die aktuelle Mannschaft möchte er aber nicht als Blitzableiter für überbordende Emotionen sehen.

„Wir sind in einem Entwicklungsprozess. Dass es Tiefen geben wird, ist keine Überraschung“, sagt der 47-Jährige. Der jungen, auf den letzten Drücker zusammengeschraubten Mannschaft fehlt ein bisschen die Strategie, wie sie mit der ersten Krise umgehen soll. „Sie wird lernen, das nächste Tief wird sie dann schneller beenden können“, sagt Schubert, der als Trainer nicht zum ersten Mal eine solche Negativspirale erlebt.

Der Trainer fand wenig Schlaf nach diesem Spiel, das als richtungsweisend deklariert worden war. Als ausgesprochen „ungerecht“ empfand er die Niederlage gegen einen eher schwachen Gegner. „Es tut mir einfach weh, dass die Jungens sich für ihr Engagement nicht belohnt haben, das nagt an mir.“

Die Mannschaft eilt zuverlässig gerade von Misserfolg zu Misserfolg. Sie stemmt sich erkennbar gegen den Trend, aber sie bekommt die Bremse nicht gezogen. Sie ist wenig kreativ, findet selten den Abschluss, ist umständlich – Merkmale eines Selbstbewusstseins, das im Parterre gelandet ist. Der Trainer dagegen zählte lieber die Sonnenstunden, referierte gestern vor der Mannschaft über die positiven Aspekte der Partie.

Nach einer „sehr wackligen“ halben Stunde krallte sich die Mannschaft den Gegner. Sie kämpfte sich heran, war aggressiv, ließ nur noch zwei Konter zu. Sie baute Druck auf, aber es fehlt ihr die Lockerheit, die Präzision. Das Team, das sich ein paar Tage vorher in Gladbach mit einer Laissez-Faire-Haltung angreifbar gemacht hatte, hinterließ einen deutlich besseren Eindruck. Schubert registrierte erleichtert, dass seine Elf über ein intaktes Immunsystem verfügt. „Die Mannschaft ist auf dem richtigen Weg“, beharrt er.

Die Luft wird trotzdem dünner für seine Elf, am Dienstag steht bereits das nächste Spiel bei den Sportfreunden Siegen an. Der Name des Gegners sollte Programm sein, aber die Ergebnisse der letzten Tage sprechen dagegen. „Derzeit sind wir überall Außenseiter.“

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