Alemannia findet einen neuen alten Hauptsponsor

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
13969059.jpg
Kampagne für eine „Alte Liebe“: Die Aufsichtsräte Tim Hammer (von links), Oliver Laven, Horst Reimig (4. von links) und Geschäftsführer Timo Skrzypski (rechts) wollen den Etat in den nächsten Wochen ausgleichen. Olaf Heinrich (Mitte) springt mit DocMorris als Hauptsponsor bis zum Saisonende ein. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Stimmlich sind Alemannias Aufsichtsräte gerade etwas angeschlagen. Sie scheuten dennoch am Dienstagnachmittag keine Mikrofone, denn nach schwierigen Monaten der Tristesse stellten sie am Dienstag ein paar positive Nachrichten vor.

Dem Regionalligisten war ja vor ein paar Monaten der Hauptsponsor ziemlich überraschend „von der Fahne gegangen“, wie Tim Hammer erinnerte. „Also haben wir jemand gesucht, der einem Verein, der gerade nicht so en vogue ist, unter die Arme greifen will.“

Die Suche endete bei einem alten Bekannten. Olaf Heinrich, Vorstandsvorsitzender bei DocMorris, kehrt mit seiner Internet-Apotheke zurück – vorerst bis zum Saisonende. Im Sommer war er nach drei Jahren ausgestiegen, hatte auch seinen Platz im Aufsichtsrat geräumt.

Er möchte gerne das Team unterstützen, dessen Arbeit er sehr wertschätze, sagt der Aachener. Das Engagement sei auch kaufmännisch sinnvoll gewesen, in den letzten Jahren sei das Unternehmen, das im Gewerbegebiet Avantis angesiedelt ist, durchaus bekannter geworden.

Heinrich hofft durchaus darauf, dass sich weiter regionale Kaufleute am Tivoli engagieren, „damit die Stadt sich irgendwann überlegen muss, ob sie Alemannia noch als Aushängeschild haben will“. DocMorris ziert nun wieder die Trikots, auf die Werbebanden verzichtet der neue Hauptsponsor freiwillig, damit Alemannia damit weitere Geldquellen erschließen kann.

Denn die Lage bleibt durchaus ernst beim Regionalligisten, der seinen angepeilten Zuschauerschnitt kaum noch erreichen kann. Immer noch muss ein Loch in Höhe von etwa 500.000 Euro im laufenden Etat geschlossen werden. „Unsere Aufgabe ist schwieriger, als wir gedacht haben“, sagt Aufsichtsrat Horst Reimig. Der Mann der Zahlen am Tivoli initiiert eine neue Kampagne, um die Lücke schließen zu können. „Wir wollen bis zum 30. Juni die Nulllinie erreichen.“

„Ein Herz für Alemannia“ ist das Motto der Initiative, die sich einerseits an neue Sponsoren mit einer Imagebroschüre und speziellen Angeboten wendet. Andererseits wirbt der Verein um neue Mitglieder, will wieder die Marke von 7000 erreichen. Ebenfalls bis zum Jahresende möchte Reimig mindestens 100 Mitglieder auf Lebenszeit begrüßen. Der Obolus orientiert sich am Gründungsjahr. Für 1900 Euro gibt es auch hier ein Begrüßungspaket und spezielle Trikots mit der eindeutigen Botschaft „Alemannia my love“.

Dass diese Liebe gerade nicht sonderlich ausgeprägt ist, haben Hammer, Reimig & Co. in den letzten Monaten erfahren. „Es fehlt leider teilweise die Verbundenheit zu dem Verein, was allerdings auch nachvollziehbar ist.“ Noch vage sind derzeit die Gespräche über die Vermarktung des Tivoli-Namens, sagt Geschäftsführer Timo Skrzypski. Auch der Name steht nicht mehr auf der Tabu-Liste in ernsten Zeiten.

Der Aufsichtsrat hält unverändert den zeitnahen Einstieg von Investoren für nötig. Eine mögliche Abstimmung in der Mitgliederversammlung über den entsprechenden Kauf von Anteilen wird wohl auch eine Abstimmung über die Funktionäre selbst, die das Angebot vorbereitet haben. Die Verhandlungen laufen, das Ergebnis ist offen. Die Funktionäre wollen die nächste Saison erst einmal so vorbereiten, als wenn der Investor nicht dazu käme. Der nächste Etat werde wieder deutlich gekürzt, sagt Reimig, „und da sprechen wir nicht über Kleingeld“. Der Aufsichtsrat will den abgestürzten Verein „zukunftsfähig machen“, sagt Tim Hammer.

„Auch wenn die Stimmung gegen Alemannia gekippt ist. Wir sehen das anders, wir werden uns so lange engagieren, wie wir es verantworten können.“ Aus eigenen Kräften ist die Lage nicht mehr zu meistern: „Wir brauchen Hilfe.“

Leserkommentare

Leserkommentare (60)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert