Alemannia: Engelbrecht der Mann des Abends beim 4:0

Von: Klaus Schmidt
Letzte Aktualisierung:
11857659.jpg
In Aktion: Alemannias Torjäger Daniel Engelbrecht (links), der die Partie mit seinem Hattrick entschied, im Zweikampf mit Wiedenbrücks Carsten Strickmann. Foto: Jerome Gras

Wiedenbrück. Die spannende Frage war ja, wie sich die Mannschaft nach dem enttäuschenden, kaum zu erklärenden Auftritt drei Tage zuvor präsentieren würde bei einem Abstiegskandidaten, wo erfahrungsgemäß nur selten Schönheitspreise zu gewinnen sind und die Punkte auch nicht unbedingt immer besonders tief hängen. Alemannia Aachen löste die knifflige Aufgabe beim SC Wiedenbrück ziemlich überzeugend mit vier Toren.

Mit einem 4:0 (1:0) trat der Fußball-Regionalligist die Rückfahrt aus dem Jahnstadion an und feierte den ersten Auswärtssieg seit Ende August (1:0 in Dortmund). Mann des Abends war Daniel Engelbrecht, der nach der Pause einen Hattrick erzielte.

Fuat Kilic beließ es am Mittwochabend nicht bei den verletzungsbedingt notwendigen Änderungen nach dem 0:1 gegen Borussia Dortmund II. Neben Kapitän Aimen Demai und Taku Ito fehlten auch David Vrzogic und Viktor Maier (beide auf der Bank), neu ins Team rückten außer Meik Kühnel und Dennis Dowidat auch Fabian Graudenz und Maciej Zieba, die im Offensivquartett zusammen mit Daniel Engelbrecht in der Vorbereitung die größte Spielfreude entwickelt hatten.

Mit Urgewalt aus der Kabine

Gegen die Gastgeber, die aus den vergangenen vier Spielen nur einen Punkt geholt und die letzten drei Partien verloren hatten, wäre Alemannia um ein Haar kalt erwischt worden. Schon nach wenigen Sekunden lag die Seite von Vrzogic-Vertreter Tobias Mohr blank, Loose nutzte den Freiraum zum Solo und schoss knapp übers Tor.

Wiedenbrück legte die Musik auf, nach einer Ecke verfehlte Bednarski mit einer Kopfball-Bogenlampe den Kasten um Zentimeter (4.). Alemannia brauchte eine Viertelstunde, um ein Gefühl für diese Partie zu entwickeln und Ordnung ins eigene Spiel zu bringen. Ziebas Flanke wurde zum Torschuss, SC-Keeper Hölscher wischte den Ball gerade noch mit einer Hand neben den Pfosten.

Wiedenbrücks Elan ließ nach in dem Maße, wie Aachen an Zugriff gewann. In der 25. Minute zeigten die Schwarz-Gelben dann die zuletzt vermisste Zielstrebigkeit: Dowidat passte aus dem Mittelfeld hinaus auf Mohr, Mohr lief, spielte quer, aus dem Rückraum kam Graudenz herangeprescht und vollendete mit seinem dritten Saisontreffer flach zur Gästeführung.

Alemannia bot mehr als nur Spurenelemente der Art von Fußball, wie sie Fuat Kilic vorschwebt: den Gegner jagen, früh stellen und dabei blitzschnell in der Umschaltbewegung nach hinten zu sein. Wiedenbrück blieb nur noch das Mittel des Fernschusses (Loose, Batarilo-Cerdic, der den Pfosten traf) und hatte Glück, als Strickmanns herzhafter Einsatz gegen Dominik Ernst kurz vor der Pause nicht mit einem Elfmeter geahndet wurde.

Mit wahrer Urgewalt kam Alemannia aus der Kabine; die Vermutung lag nahe, dass der Trainer auf eine schnelle Vorentscheidung gedrängt hatte. Im Mittelpunkt: Daniel Engelbrecht. Nach einem Ballverlust des SC wurde der Schuss des Stürmers zur Ecke abgefälscht, Kühnel trat an und fand den Heimkehrer, der mit seinem ersten Ligatreffer auf 2:0 erhöhte (47.).

Es folgten weitere saftige Chancen. Zieba legte quer auf Engelbrecht (Ball hoch übers Tor) und traf wenig später aus zwei Metern nur das Außennetz. Dann ging‘s über links mit einer weiten Hereingabe von Dowidat, wieder stand Engelbrecht am richtigen Ort und schlug zum 3:0 zu (52.).

Alemannia hinterließ einen starken Eindruck, die Ordnung stimmte, die Laufbereitschaft, die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen, und der Torhunger war noch nicht gestillt. Mohr spielte den Ball auf – Engelbrecht, die Nummer 9 zog auf und davon und machte in der 65. Minute seinen Hattrick perfekt. Der Rest: überlegene Spielkontrolle. Das sah auch Alemannias Trainer so: „Das war von Anfang an von uns souverän runtergespielt und sehr schön anzusehen“, bewertete Kilic den Auftritt seines Teams.

Ein Einschätzung, der sich sein Torjäger Daniel Engelbrecht natürlich anschloss: „Das war mein erster Hattrick in einem Pflichtspiel“, freute sich der Stürmer, „ich hoffe, es hat jedem Fan Spaß gemacht, hierher zu kommen. Ich hatte keinen Zweifel daran, dass wir das Spiel gewinnen werden. Wir hatten es von Anfang an im Griff.“

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert