Alemannia: Endspurt um die Verträge

Von: Christoph Pauli
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Formkurve steigt: Gegen Viktoria Köln zeigte Armand Drevina seine beste Saisonleistung. Foto: Herbert Bucco

Aachen. Es herrscht ein ziemliches Gedränge auf der Koppel. Bis auf Niko Opper sind alle Aachener Spieler einsatzbereit, alle drängen auf weiteren Auslauf, zum Beispiel am Samstag gegen Wiedenbrück. Das Saisonende ist sichtbar, Alemannia kämpft um ein sorgenfreies Finale, die Spieler kämpfen um Anschlussverträge.

„Wenn jemand sich für unersetzlich hält, könnte sich das als Irrtum erweisen“, meint Trainer Peter Schubert. Die letzten Wochen sind auch dazu geeignet, ein letztes sportliches Empfehlungsschreiben beim Klub zu hinterlegen. Unter der Woche testete Schubert bei Viktoria Köln schon ein paar neue Varianten. Michael Lejan ist ohnehin als linker Verteidiger ausgebildet. Aimen Demai ist perspektivisch die Königslösung im defensiven Mittelfeld. Kris Thackray ist eine neue Option für den Posten des rechten Verteidigers, für den die Königslösung noch aussteht. „Es geht auch darum, Alternativen zu finden.“

Und auch Armand Drevina nutzte die Bühne in Höhenberg durchaus eindrucksvoll. Der 20-Jährige hat keinen Rhythmus gefunden in dieser Saison, acht Einsätze, nur zwei über die volle Distanz, sind keine gute Bilanz für das Talent aus Heinsberg. Ex-Manager Uwe Scherr hatte den Abiturienten vor einem Jahr als Eckpfeiler der neuen Mannschaft gesehen. Damals war Drevina im Fokus von mehreren Vereinen.

In den Zeiten der Finsternis in der 3. Liga war er noch als A-Jugendlicher einer der wenigen Lichtblicke. Die Dinge haben sich nicht sonderlich gut entwickelt. Stammspieler mit 30 Einsätzen wollte er werden. Aber dann verschwand er in der Versenkung, tauchte auf, spielte, aber nicht überzeugend. Und beim Hinspiel in Wiedenbrück kassierte er einen Platzverweis, Drevina ist nie ins Rollen gekommen. „Ich bin ein Spieler, der das Vertrauen des Trainers spüren muss. Es ist schwer, einen gewissen Stellenwert im Team zu bekommen, wenn man nicht im Kader ist oder nur auf der Bank sitzt.“

Drevina sucht nicht die Schuld für die Misere bei anderen. „Ich habe noch nicht die alte Aggressivität zurück“, sagt er. Aber dieses Spiel in Köln gerade war noch einmal ein guter Anfang. „Er bekommt an der Seite von erfahrenen Spielern wie Aimen Demai oder früher Albert Streit mehr Sicherheit“, beobachtet Schubert. Drevina ist immer noch ein sehr junger Spieler, der gerade zum ersten Mal die Schattenseiten des Berufs kennenlernt. „Vielleicht kann ich in fünf Jahren sagen, dass die Erfahrungen mir weitergeholfen haben.“

Im Moment fühlt sich die Situation nicht so gut an. Drevina wird weiterhin verbissen trainieren, er will sich empfehlen. „Fußball ist mein Leben.“ Der Vertrag läuft im Sommer aus, einen Plan B gibt es noch nicht. An der RWTH ist er für Bauingenieurwesen eingeschrieben, aber das ist bislang mehr eine Alibi-Veranstaltung.

Es könnte sein, dass Drevina am Samstag gegen Wiedenbrück nicht starten wird. Die Aufstellung im Mittelfeld hängt auch davon ab, wie belastbar Aimen Demai in einer englischen Woche ist. Wiedenbrück ist als Vorletzter auf dem Weg zurück in die Westfalenliga. Fünf Teams schaffen das Klassenziel in der Regionalliga nicht, aber noch ist nicht klar, ob diese Saison nicht noch ein Nachspiel hat. Leverkusen II zum Beispiel überlegt laut, sich aus der 4. Liga zurückzuziehen.

Am Tivoli bricht die Zeit der Bewährung an. „Jeder hat es selbst in der Hand, spätestens jetzt mit Leistungen zu dokumentieren, dass er weiter bei Alemannia bleiben will“, forciert der 47-Jährige den Konkurrenzkampf. Das Gedränge ist schließlich riesig.

Mögliche Aufstellung:

Löhe – Schumacher, Hackenberg, Hoffmann, Lejan – Garcia, Demai, Neppe, Dowidat – Duspara, Marquet

Schiedsrichter: Philipp Hüwe (Coesfeld)

Bilanz: 1 Spiel/1 Sieg/2:1 Tore

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