Alemannia: Emre Yesilova und die Suche nach der Konstanz

Von: Benjamin Jansen
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Yesilova
Die Szene des Anstoßes: Emre Yesilova (Mitte) wird im Strafraum von Wattenscheids Keeper Edin Sancaktar zu Fall gebracht. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Bisher ist Emre Yesilova nicht als großer Verfechter des Videobeweises in Erscheinung getreten. „In manchen Situation ist er sinnvoll, in manchen nicht“, sagt Alemannias schneller Linksaußen. Das viel diskutierte technische Hilfsmittel kommt momentan nur in der Ersten Liga zum Einsatz; vergangenen Samstag hätte sich Yesilova aber gewünscht, dass der Video-Assistent auch bei einem Regionalliga-Spiel eingreift.

Im Duell mit Wattenscheid wurde der 23-Jährige in der Nachspielzeit von Edin Sancaktar zu Fall gebracht. Im Strafraum. Obwohl er den Kontakt mit dem Gäste-Keeper „deutlich gespürt“ habe und das „zu 1000 Prozent ein Elfmeter war“, blieb die Pfeife von Schiedsrichter Jonas Seeland stumm. Yesilova verzichtete – im Gegensatz zu seinem Trainer – auf lautstarken Protest, denn „reklamieren bringt dann auch nichts mehr. Ich wollte nur, dass es schnell weiter geht und wir vielleicht noch den Ausgleich erzielen.“ Das gelang weder ihm, noch seinen Teamkollegen, Alemannia musste sich Wattenscheid mit 1:2 geschlagen geben.

Es gab im bisherigen Saisonverlauf nicht viele dieser Szenen, die geeignet waren, den Namen Yesilova im Gedächtnis der Zuschauer nachhaltig zu verankern. Das weiß der trickreiche Angreifer, er sagt: „Ich muss Tore schießen.“ Das ist ihm noch nicht gelungen, nach 490 Spielminuten steht lediglich eine Vorlage für den hoch veranlagten Stürmer im Arbeitszeugnis. Zu wenig - findet sein Trainer Fuat Kilic, der nach wie vor von den Qualitäten seines Schützlings überzeugt ist. „Emre bringt sehr viel Tempo mit und hat eine hohe individuelle Klasse. Er kann den Unterschied ausmachen.“ Seine Fähigkeiten deutet Yesilova regelmäßig an, er bringt sie nur nicht konstant auf den Platz. Das gilt allerdings auch für seine schnellen Konkurrenten auf den Außenbahnen, Kilic ist immer noch auf der Suche nach der perfekten Flügelzange.

Platz unbespielbar

Yesilovas erste Monate am Tivoli waren geprägt von Startschwierigkeiten. Den gebürtigen Bochumer zog es vor der Saison erstmalig weg von der Familie, seine bisherigen Arbeitgeber waren alle im Ruhrgebiet angesiedelt. „Die Umstellung hat Zeit gebraucht.“ Der Angreifer musste sich auch an die veränderten Trainingsbedingungen anpassen. „Ich musste mich erst daran gewöhnen, zwei Mal täglich zu trainieren.“ Sein Studium an der Bochumer Ruhruni (Technische BWL) hat er zurzeit ausgesetzt, Yesilova setzt auf die Karte Fußball.

Der bisherige Saisonverlauf gleicht einem Wellental, aktuell hat der 23-Jährige wieder ein Hoch erwischt. Bei Westfalia Rhynern sollte Yesilova wieder das Mandat für die Startelf erhalten. Der Angreifer muss sich aber gedulden: Da der Platzes in der Arena in Hamm unbespielbar ist, wurde das Spiel am Freitagnachmittag abgesagt.

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