Aachen - Alemannia: Ein Sieg fürs Selbstbewusstsein

Alemannia: Ein Sieg fürs Selbstbewusstsein

Von: Klaus Schmidt
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Ein umkämpftes Spiel: Alemannias Torschütze Tobias Mohr (rechts) behauptet hier den Ball gegen Oberhausens Sinan Kurt. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Das Spiel hatte schon mit dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit an Tempo und Intensität zugenommen, und zum Schluss bot die Partie alle Zutaten eines alten West-Schlagers, den Daniel Engelbrecht später als „hitziges Duell“ bezeichnen sollte.

Da lieferten sich Gästekeeper Robin Udegbe und die Stehplatztribüne eine Fehde, Rudelbildung durfte nicht fehlen nach einem rustikalen Aufeinandertreffen von Engelbrecht mit Patrick Bauder, folgender Roter Karte für den Oberhausener und Tribünenverweis für RWO-Trainer Andreas Zimmermann, schließlich flog Engelbrecht auch noch über die Klappstühle auf die Ersatzbank der Gäste. „So ein Spiel wünscht man sich als Zuschauer“, sagte Alemannia Aachens Chefcoach Fuat Kilic – vor allem dann, wenn am Ende der Partie ein 1:0-Sieg steht.

Stürmer Engelbrecht, an diesem Sonntag der emotionale Leader der Schwarz-Gelben, sah nach vier Punkten aus den ersten beiden Spielen nach der Winterpause gleich „die gute Ausgangsposition, weiter oben zu bleiben, wir haben einen direkten Konkurrenten überholt“. Und Winter-Neuzugang Maximilian Rossmann war nach seinen ersten 90 Tivoli-Minuten einfach „überwältigt“ von der Stimmung.

Der Matchwinner hieß Tobias Mohr. Das Eigengewächs hatte man nicht unbedingt auf der Rechnung für einen Platz in der Startelf, „aber das hatte sich die Woche über abgezeichnet“, sagte der Schütze des goldenen Tores, seinem ersten als Profi. Nach einer Ecke von Außenverteidiger David Vrzogic flog der Ball über zwei Oberhausener auf den Kopf des Aacheners, von dort vor den Fuß. Aus spitzem Winkel vollendete Mohr ins lange Eck (67.).

„Unser Sieg war verdient. Wir haben angepresst, die Zweikämpfe angenommen“, resümierte der Mann des Tages. Das traf sicher mit fortschreitender Spieldauer zu, war aber nicht die ganze Wahrheit.

Schon in der ersten Halbzeit machte RWO deutlich, dass hier einige feine Fußballer unterwegs sind, das Team um den Ex-Aachener Benjamin Weigelt bespielte munter die Alemannia-Hälfte und nach der Pause konsequent die Aachener Räume in der zentralen Defensive. Trainer Zimmermann verstand die Welt nicht mehr, seine Mannschaft hatte die besseren Chancen: Bauder setzte den Ball nach einer Ecke per „Langholz“ auf die Latte (19.), Steinmetz verzweifelte freistehend an einer Glanzparade von Alemannias neuer Nummer eins Pierre Kleinheider (54.) und an Jerome Propheter, der knapp neben dem Pfosten zur Ecke abfälschte (60.). Und als Aachen in Führung lag, verhinderte der Pfosten den Ausgleich durch Engelmann (78.).

„Wir haben auf Top-Niveau gespielt“, sagte Zimmermann – und schob hinterher: „Unser Gegner auch.“ Es war in der Tat ein Spiel, wie man es nicht alle Tage in der Regionalliga sieht. „Die Mannschaft ist leidenschaftlich aufgetreten. In der ersten Halbzeit haben sich beide Teams neutralisiert, in der zweiten Hälfte waren wir präsenter und hatten sicher auch das Glück auf unserer Seite“: Fuat Kilic war mit dem Auftritt „sehr zufrieden“, sah aber auch die Mängel.

Beispielsweise in der Abwehrzentrale, wo mit Zugang Rossmann „die Abläufe natürlich noch nicht zu 100 Prozent abgestimmt sind. Oberhausen hat immer wieder versucht, einen unserer Innenverteidiger rauszuziehen.“ Fürs Erste war der Alemannia-Coach unter dem Strich einverstanden mit der Leistung des neuen Duos Propheter/Rossmann.

Arbeit im physischen Bereich

„Weiter hart arbeiten“, fordert Kilic nach seinem erfolgreichen Heimdebüt. Das gilt auch für den physischen Bereich. „Einige sind konditionell abgefallen“, registrierte der Coach nach einem intensiven Spiel. Aus einem Sieg lässt sich Kraft schöpfen. Tobias Mohr: „Das ist gut fürs Selbstbewusstsein.“

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