Alemannia: Drei Platzverweise am Tivoli

Von: Christoph Pauli
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Alemannia Müller Löhe Hackenberg
Der Verein stellt Basti Müller (von links), Frederic Löhe und Peter Hackenberg frei. Sie sollen sich nur noch bei der zweiten Mannschaft fithalten. Foto: Birkenstock

Aachen. Am letzten Arbeitstag des Fußballjahres stand noch ein Laktattest für Alemannias Profis an, ehe die Hausaufgaben für die kurze Winterpause verteilt wurden. Für drei Spieler gab es noch weitere Post: Peter Hackenberg, Frederic Löhe und Bastian Müller erfuhren von ihrer Suspendierung.

Mit sofortiger Wirkung sind die drei Meinungsmacher freigestellt, dürfen sich nur bei der Amateurmannschaft fit halten, ein Einsatz für Alemannia ist nicht mehr vorgesehen. „Diese Spieler werden in den weiteren Planungen der Alemannia keine Rolle mehr spielen“, erklärt der Sportliche Leiter Alexander Klitzpera. Detaillierter will er aus „arbeitsrechtlichen Gründen“ nicht werden. Er sagt allgemein: „Es ist einiges in und um Alemannia in den letzten Monaten passiert. Der Verein kann nicht immer nur zuschauen, er muss auch handeln.“

Christian Steinborn, Vorsitzender des Aufsichtsrates, wird in einer Pressemitteilung zitiert mit den Worten: „Wir können die Einstellung einiger Spieler gegenüber dem Verein und unseren Fans nicht mehr tolerieren. Wir werden nur Erfolg haben, wenn alle gemeinsam für ein Ziel arbeiten.“

Das Fass ist vermutlich beim letzten Spiel übergelaufen, als sich die Spieler entschieden, grußlos in die Kabine und die Winterpause zu gehen. Am Montagabend legte Klitzpera seine Analyse intern vor, und der Aufsichtsrat folgte ihm - auch bei den personellen Konsequenzen. Die sportliche Situation habe er bei seiner Rückschau berücksichtigt, sagt der Manager nach den drei „Platzverweisen“. „Unser Kader ist recht klein. Wir müssen noch was machen“, kündigt er an.

Der Rauswurf der drei Defensivspieler ist das unrühmliche Ende eines unrühmlichen Fußballhalbjahres.
Was bisher geschah: Auf Bitten des Aufsichtsrats hatte der Mannschaftsrat vor zwei Wochen das zerrüttete Verhältnis zum Ex-Trainer eindringlich geschildert. Die Profis gingen aber noch einen Schritt weiter, formulierten kollektiv ihre Bedenken in einem mehrseitigen Brief, der mit der ultimativen Feststellung endete, dass man „auf keinen Fall“ weiter mit den Vorgesetzten Christian Benbennek, Uwe Fecht (Co-Trainer) und Klitzpera arbeiten wolle. Eine Erklärung, dass die Angestellten deutlich über das Ziel hinausgeschossen seien, gab es trotz interner Empfehlung nicht.

Alle drei Suspendierten waren Leistungsträger des Vize-Meisters in der vergangenen Saison. Vor der Saison hatte Klitzpera die Verträge von Löhe und Hackenberg bis 2017 verlängert. Zitat damals: „Peter ist als Vize-Kapitän auf und neben dem Platz eine wichtige Säule.“ Fast wortgleich wurde die Unterschrift des Stammtorwarts gefeiert: „Frederic ist ein Spieler, der auf dem Platz und in der Kabine vorangeht.“ Der Kontrakt von Müller läuft im Sommer aus.

Zustimmung von Benbennek

Bereits der Ex-Trainer Christian Benbennek hatte seine Probleme mit dem Trio. Löhe und Müller waren zwischenzeitlich suspendiert, auf seinen Vize-Kapitän verzichtete er trotz Personalnot beim desaströsen 0:6 bei Viktoria Köln. Benbennek reagierte am Dienstag auf die Trennung: „Es ist die richtige Entscheidung vom und für den Verein. Leider für mich zu spät!“

Am 4. Januar, wenn das Training wieder am Tivoli aufgenommen wird, soll sein Nachfolger feststehen. Zwischenlösung Sven Schaffrath ging Dienstag davon aus, dass sein kurzes erfolgreiches Intermezzo wie besprochen mit dem Laktattest zu Ende ging.

Das Team machte zuletzt einen durchaus ge- und entschlossenen Eindruck. Auswirkungen auf das Binnenklima befürchtet Klitzpera nach dem Rauswurf der wichtigen Spieler nicht. „Grundsätzlich hat jeder Spieler Rechte, aber auch die Pflicht, das Beste für den Verein zu geben. Wir werden versuchen, in der Rückrunde als geschlossenes Team noch einmal anzugreifen.“

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