Alemannia: Die Chancenverschwender

Von: Klaus Schmidt
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Und wieder eine vergebene Möglichkeit: Fabian Graudenz (links) und Aimen Demai können Schalkes Torwart Michael Gspurning nicht überwinden. Foto: sport/foto2press

Herne/Aachen. Von dieser Dienstfahrt brachten sie „ein paar Wehwehchen mit – nicht nur seelische, auch körperliche“. Beim Kabinen-Appell am Tag nach dem frustrierenden 0:1 bei Schalke 04 II listete Alemannia Aachens Cheftrainer Peter Schubert auf: Freddy Löhe – steifer Hals. Dennis Dowidat – Infekt.

Kris Thackray – erneute Probleme mit dem Sprunggelenk. Und natürlich Dominik Ernst, in Herne nach einem Schlag auf den rechten Oberschenkel ausgewechselt. Die Sehnenplatte hatte sich zugezogen, „ich konnte nicht mehr“. Am Montag wird noch mal von den Ärzten genau hingeschaut, es besteht Hoffnung, dass der Rechtsverteidiger keine ernsthaftere Blessur davongetragen hat und am Dienstag wieder trainieren kann. Der Spielbetrieb geht schließlich weiter.

„Unsere Ausgangssituation hat sich verschlechtert“: Die Ergebnisse von Freitag ließen auch für Peter Schubert keinen Interpretations-Spielraum. Im Endspurt um die Meisterschaft in der Fußball-Regionalliga West und die Relegation zur 3. Liga gegen die „Zweite“ von Wolfsburg, Bremen oder HSV liegt Mönchengladbach II jetzt wieder drei Punkte und sieben Tore vorn, kann den Vorsprung im Nachholspiel am Dienstag in Rödinghausen weiter ausbauen. Und nun rauscht auch noch Viktoria Köln heran, drei Zähler hinter Alemannia, aber bereits um 13 Treffer besser in der Tordifferenz und mit der Nachholpartie beim Tabellenvorletzten Siegen (5. Mai) in der Hinterhand. „Am Donnerstag“, sagt Schubert, „haben wir ja die Möglichkeit dazu, uns die Viktoria vom Leib zu halten“, ab 19.30 Uhr auf dem Tivoli.

Wenn am 23. Mai abgerechnet wird und die Aufstiegsspiele ohne Aachener Beteiligung über die Bühne gehen sollten, dann dürfte „fehlende Durchschlagskraft“ auf der großen Klammer der Saison stehen. So stabil auch die Defensive ist (13 Mal zu null, nur zwei Spiele mit zwei Gegentoren), inkonsequentes Verhalten wie am Freitag bei Schalke die absolute Ausnahme und das Team noch von keinem Gegner an die Wand gespielt wurde: Auf der anderen Seite des Platzes bekommen sie weiche Knie. Mit zehn Treffern führt Fabian Graudenz die interne Liste an, gefühlt müssten es 20 sein. Lediglich in sechs Partien schoss Alemannia mehr als zwei Tore, elf Mal nur eines und sechs Mal gar keins. Dürftige Chancenverwertung war selbst beim Sieg gegen Mönchengladbach zu konstatieren. „Die Fans sehen ja, wie wir ackern“, sagte Peter Hackenberg nun, die Mannschaft wurde nach dem jüngsten Rückschlag dann auch aufgemuntert statt beschimpft.

Die schöne Vorstellung, in der nächsten Saison vielleicht am Millerntor bei St. Pauli zu spielen statt im Kreis Siegen-Wittgenstein gegen den TuS Erndtebrück, im Hammer Stadtteil Rhynern gegen Westfalia oder das Derby beim FC Wegberg-Beeck, sie hat an Schärfe verloren. „Die Enttäuschung ist greifbar“, berichtet Peter Schubert. „Aber wir versuchen, das in positive Energie umzuwandeln. Und das Unmögliche noch möglich zu machen.“

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