Alemannia-Desaster gegen Halle: „Wir stehen am Abgrund”

Von: Klaus Schmidt
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Kefkir
Die Alemannia am Boden: Oguzhan Kefkir (Bild) und seine Mitspieler kassierten gegen den Halleschen FC eine bittere 0:3-Niederlage. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Man wird nicht mehr erfahren, wie sich dieses Spiel sonst entwickelt hätte: Marcel Heller schlug wenige Sekunden nach dem Anstoß zur zweiten Halbzeit eine Flanke in den Strafraum, Robert Leipertz stieg hoch zum Kopfball, doch der Pfosten erwies sich als Verbündeter des Gegners.

Statt Führung für Alemannia Aachen acht Minuten später das 1:0 des Halleschen FC, am Ende nahm der zuvor zehn Spiele lang sieglose Drittliga-Aufsteiger die Schwarz-Gelben mit 3:0 auseinander. Es ist der vorläufige Tiefpunkt unter dem Außem-Nachfolger René van Eck, der Chefcoach wusste auch nach dem fünften Anlauf nicht, wie sich ein Heimsieg anfühlt. „Ich frage mich, wie viele Chancen wir überhaupt noch brauchen und ob das immer mit Glück zu tun hat - oder ob das nicht eine Qualitätsfrage ist”: Der Niederländer stellte das eher rhetorisch in den Raum. Von der Ladehemmung abgesehen: Im 17. Saisonspiel schaffte es die Mannschaft zum 16. Mal nicht, den eigenen Kasten sauber zu halten.

Mit derselben Startelf wie beim 1:1 in Heidenheim war Alemannia vor 10.953 Zuschauern aufgelaufen. Schon in der 6. Minute untermauerte Heller, von Florian Müller bedient und frei vor Halles Keeper Horvat stehend, seinen Ruf als wohl größter "Chancentod” der Liga. Nach einer knappen halben Stunde köpfte Seyi Olajengbesi auf Leipertz-Freistoß den Ball dicht am Tor vorbei, dann scheiterte wiederum Heller am Gäste-Torwart (32.). Christian Weber war da schon aus der Partie - den Rechtsverteidiger holten die Muskelprobleme im Oberschenkel wieder ein, Robert Wilschrey aus der U 23 kam zu seinem Profi-Debüt. Die beste Chance für Halle vergab Kapitän Wagefeld (23.), dessen Distanzschuss Michael Melka über die Latte wischte.

Das Aachener Unheil nahm mit dem Seitenwechsel seinen Lauf. Offensiv - wie man es seit Wochen kennt - ohne Durchschlagskraft, und auch der Patzer in der Defensive kam zuverlässig. In der 54. Minute ließ sich Sascha Herröder von Mast an der Nase rumführen, Sautner passte quer in den Strafraum, Preuß brachte die Gäste in Führung. Eine Viertelstunde vor Schluss dann auch noch ein Platzverweis praktisch mit Ansage: Alemannia-Kapitän Albert Streit, bereits verwarnt, sah nach absichtlichem Handspiel die Gelb-Rote Karte. In Unterzahl drosch der eingewechselte Timmy Thiele den Ball unter das Tribünendach statt zum Ausgleich ins Tor (85.). Dann brach Aachen ergebnismäßig ein: Jeweils nach eigenen Ecken fielen die Treffer zum 0:2 (Lindenhahn/88.) und 0:3 (Mast/90.).

„Wir haben nur ein Heimspiel gewonnen, hinken den Erwartungen hinterher und geben nach außen kein gutes Bild ab”: Doppel-Geschäftsführer Uwe Scherr konnte nur die Faktenlage zwei Spieltage vor Hinrunden-Abschluss zusammenfassen. Einen Weg auch aus der (Ergebnis-) Misere suchen sie am Tivoli immer noch. Scherr blättert im Buch der Durchhalteparolen: „Wir stehen am Abgrund. Aber wir dürfen uns nicht aufgeben.”
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