Aachen - Alemannia: Dario Schumacher bleibt zuversichtlich

Alemannia: Dario Schumacher bleibt zuversichtlich

Von: Klaus Schmidt
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Der große Blonde mit dem farbigen Schuh: Dario Schumacher, hier gegen Sandrino Braun (Stuttgarter Kickers). Foto: imago/Pressefoto Baumann

Aachen. Am Anfang war die Freude, dass er dann doch noch seinen ersten Profivertrag unterschreiben durfte nach einigem Hin und Her. Dario Schumacher war nicht gut durch die Saison gekommen, sie hatte mit einem Mittelfußbruch begonnen, und als der Offensivmann zurückkehrte in die A-Junioren-Bundesliga, „da konnte ich erst mal nicht die Leistung bringen, die die Leute im Verein von mir kennen“. Letztlich schenkte Uwe Scherr, Alemannia Aachens Manager, dem Talent das Vertrauen. Dann kamen die Zweifel.

Schumacher gehörte unter Ralf Aussem nur ein Mal zum Kader, und nach einem suboptimalen Profidebüt unter René van Eck (Auswechslung zur Halbzeit beim 0:1 in Babelsberg) war’s das erst mal mit den Einsatzzeiten. „Was kann man besser machen, was kann man verändern?“, diese Gedanken gingen dem 19-Jährigen durch den Kopf. Für 2013 hatte er sich mehr vorgenommen; nun stand er in den letzten drei Spielen in der Startelf. „Dass ich aber jetzt den Durchbruch geschafft habe, kann man nicht sagen.“ Trotz seiner zwei Premierentreffer gegen die Stuttgarter Kickers und einem Assist gegen Babelsberg.

Im sechsten Jahr kickt Dario Schumacher, geboren in Grevenbroich, erster Verein Bedburger BV, am Tivoli. Der große Blonde hat sein Fach-Abitur am Wirtschafts-Gymnasium in der Tasche, demnächst will er ein sportlich orientiertes Studium beginnen. Der Alemannia-„Schumi“ hat nicht nur zugehört, als René van Eck zum Gespräch bat, er hat die Kritik und den Ansatzpunkt, aus seinen Möglichkeiten mehr zu machen, auch angenommen. „Ich habe gegen den Ball nicht gut genug gearbeitet, nicht hinterhergesetzt.“

Immer die Wahrheit . . .

Das sollte schon reichen, wenn der Chefcoach so etwas ins Lastenheft einträgt; Schumacher erhielt die letzte Bestätigung aus dem Familienkreis. Der Großvater heißt Heinz Hornig, der Mann war Nationalspieler für den 1. FC Köln, gehörte zum Aufgebot der Vizeweltmeister von 1966, trainierte u. a. Fortuna Köln und ist heute noch FC-Scout. Hornig schaut, wann immer er kann, den Spielen seines Enkels zu, auch in der U 23, wo Schumacher in der Hinrunde elf Mal eingesetzt wurde. „Mein Opa sagt mir immer die Wahrheit. Wenn er sagt, ,Du warst schlecht‘, dann war ich wirklich schlecht.“ Auf Kompetenz setzt Schumacher, in der U 19 von Ex-Alemannia-Kapitän Reiner Plaßhenrich gefördert, auch beim Berater: Kai Michalke hat in der schwierigen Anfangsphase empfohlen, die Ruhe zu bewahren, „Deine Zeit wird kommen“.

Als „Zehner“ fühlt sich Schumacher, der den Ball mit beiden Füßen behandeln kann, am wohlsten. Heute ist wegen der Ausfälle von Armand Drevina (Oberschenkelzerrung) und Kristoffer Andersen (Adduktoren) bei Preußen Münster ein Part in der Doppel-Sechs mit Sascha Marquet vorgesehen. Die Pleiten zuletzt in Unterhaching und vor allem gegen Babelsberg waren „wie Schläge in den Magen. Deprimierend.“ Schumacher glaubt indes nicht, dass die Mannschaft zum Opfer ihrer Jugend wird. „Jeder von uns hat schon so viele Spiele gemacht. Nicht alles hat mit Unerfahrenheit zu tun, Fehler passieren auch Ryan Giggs mit 39. Das ist eine Konzentrationssache, man darf nie zu früh abschalten.“

Eine Überraschung heute wäre nicht schlecht, gerade wegen des vom DFB verfügten Zwei-Punkte-Abzugs. Dario Schumacher hält es wie der Trainer. „Wir können an diesen Dingen nichts ändern. Wir wollen jetzt in Münster punkten“, chancenlos sei Alemannia nicht. „Letzte Woche hat man auch gedacht, dass die Bayern Düsseldorf abschießen...“

Mögliche Aufstellung: Flekken – Wilschrey, Brauer, Göhsl, Strujic – Schumacher, Murakami (Leipertz), Marquet – Heller, Thiele, Kefkir

Schiedsrichter: Christian Bandurski (Oberhausen)

Punktspielbilanz gegen Münster: 71 Spiele – 30 Siege, 21 Remis, 20 Niederlagen (129:109 Tore)

TV: 13.50 – 16.05 Uhr live im WDR

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