Alemannia: „Check2win“-Geschäftsführer bricht sein Schweigen

Von: Christoph Pauli
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Wie alles begann: Alexander Goy (rechts), der damals und bis zu seiner Heirat Quitschau hieß, übergibt Timo Skrzypski symbolisch ein Trikot vor der Saison. Foto: Jerome Gras

Aachen. Monatelang war Alexander Goy abgetaucht, war nicht mehr für die Öffentlichkeit zu sprechen. Auch Alemannia hatte durchaus Kontaktprobleme mit dem ehemaligen Hauptsponsor, als Ende letzten Jahres Gesprächswünsche, Fristsetzungen und Zahlungsaufforderungen ignoriert wurden.

Am Freitagabend brach der Geschäftsführer von „Check2win“ sein Schweigen, nach „massiven Anfeindungen in der Presse und sozialen Netzwerken“ verbreitete er eine Pressemitteilung. Goy ist der Geschäftsführers des ehemaligen Hauptsponsor Check2win, der die letzte ausstehende sechsstellige Rate an den Verein nicht mehr überwies und den bis Mitte 2018 laufenden Vertrag „aus besonderen Gründen“ gekündigt hatte. Der fehlende Geldfluss der einkalkulierten Summe hatte die Probleme am Tivoli noch einmal verschärft.

Einen ganzen Strauß an Gründen listete Goy für seine Kündigung auf. Er habe zum Beispiel nicht die gewünschte schriftliche Erklärung erhalten, dass dem Verein die Insolvenz nicht bis Ende März drohe. Zudem zeigt sich Goy darüber empört, dass seine Trikotwerbung beim Benefizspiel „Stop Tihange“ zugunsten des Mottos ersetzt wurde. Goy spricht vom „ersten Vertragsbruch“, weil die Werbung „ohne die Zustimmung des Hauptsponsors“ ersetzt worden sei.

Christian Steinborn, der damalige Aufsichtsratsvorsitzende, kann da nur mit dem Kopf schütteln. „Natürlich war alles abgesprochen. Es herrschte große Einigkeit, dass die Aktion wichtig für die ganze Region sei.“ Steinborn verweist auf eine SMS (liegt der Redaktion vor), mit der sich Goy beschwert hatte beim Aufsichtsrat, nachdem sein Verzicht aus seiner Sicht medial nicht ausreichend aufgegriffen worden war. 

„Ganz ehrlich sind wir als Hauptsponsor etwas enttäuscht, dass so gar nicht mal kommuniziert wird, dass diese ganze Tihange-Aktion nur durchführbar ist, weil die Trikotsponsoren (namentliche Erwähnung) auf ihr Werberecht verzichten... Kommt da noch was?“, fragt er am 4. November. Keine Spur von der Unkenntnis, die er jetzt moniert.

Längst ist das Verhältnis der ehemaligen Vertragspartner zerrüttet und ein Fall für das Gericht. Alemannia fordert mehr als eine Viertelmillion Euro von Goy und seinem Unternehmen.

Den Würselner zieht es dennoch ins Präsidium, das Anfang September neu gewählt. Er ist Kandidat in einer Gruppe um den Rechtsanwalt Michael Gottschalk und dem ehemaligen Aufsichtsrat Horst Rambau. Das Quintett will - Stand bislang - nur gemeinsam antreten.

Insolvenzverwalter Christoph Niering hatte in der Woche schon laut gedacht: „Die Frage ist, ob das Unternehmen von Herrn Goy überhaupt in der Lage ist zu zahlen. Rechtlich gibt es jedenfalls keinen Grund, den Sponsorenvertrag nicht zu erfüllen.“

Diese Überlegung hat Goy nicht sonderlich gefallen, dies sei „zum einen sachlich unrichtig und stellt zum anderen einen weiteren diskreditierenden Vertragsbruch der Alemannia dar“, teilt er mit.

Niering hatte seine Unverständnis für die Kandidatur Goys „mit einer solchen Schuldenlast“ deutlich gemacht und hatte damit den Tenor vieler Fans getroffen, die eher fassungslos die nächste Posse am Tivoli in den einschlägigen Foren begleiten.

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