Alemannia: Casting an den letzten Spieltagen

Von: Christoph Pauli
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Fußball mit einem Lächeln: Joy-Lance Mickels. Foto: imago/team 2

Aachen. Am Tivoli haben sie den roten Teppich ausgelegt, auf den Bannern steht: „Bereit für die Königsklasse.“ Bei Alemannia haben sie nicht die falschen Pillen geschluckt, vielmehr hat eine Fremdfirma das Stadion für ihre Zwecke gemietet und geschmückt.

Von Königsklasse und rotem Teppich sind sie bei Alemannia ein paar Lichtjahre entfernt. Vielleicht gibt es Ende nächster Woche beim Viertligisten einen Anlass zu feiern, wenn Fuat Kilic tatsächlich seinen Vertrag um drei Jahre verlängert. Die Eckdaten sind mit dem Insolvenzverwalter besprochen.

Aber Christoph Niering will erst die schriftlichen Zusagen von den Sponsoren einholen, dass sie auch in stürmischen Zeiten nicht von Bord gehen. Die Zuversicht, dass die Ehe fortgeführt wird, ist gewachsen in den letzten Tagen , obwohl der Scheidungsantrag vor ein paar Wochen bereits ausgefüllt war.

Kilic ist bereits mitten in seinen Planungen. „Wenn wir vier, fünf Spieler am Ende halten könnten vom jetzigen Stamm wäre das eine gute Quote.“ Der nächste Neuanfang steht gezwungenermaßen an. Und die letzten drei Saisonspiele, die keine sportliche Relevanz mehr haben, stehen schon im Zeichen des Castings. Spieler wie Karim Kucharzik oder David Pütz, die viel Wertschätzung des Trainers, aber wenig Einsatzzeiten besitzen, werden in den nächsten Wochen verstärkt auflaufen. „Ich will sehen, wie sie sich gegen starke Gegner behaupten.“

Der nächste starke Gegner heißt am Sonntag Dortmund II und wird von Kilic als die „spielstärkste Mannschaft der Liga“ angekündigt, auch wenn die Meisterfeier gerade bei Viktoria Köln vorbereitet wird. Alemannia ist seit Wochen ungeschlagen, reist aber personell ausgedünnt ins Ruhrgebiet. Torwart Pascal Nagel fehlt ebenso wie Meik Kühnel, der mit einer Oberschenkelverletzung bis zunächst Dienstag krankgeschrieben ist. Florian Rüter kehrt frühestens nächste Woche ins Training zurück.

Jannik Löhden (Achillesssehne), Timo Staffeldt (Magen-Darm) und Philipp Gödde (Wadenprobleme) kehrten erst am Freitag ins Teamtraining zurück. Vielleicht reicht es zumindest für einen Kaderplatz. Den hätte auch Dominik Ernst nach längerer Pause wieder erhalten, wenn er sich am Freitag nicht fiebrig abgemeldet hätte.

Der 26-Jährige wird den Verein ziemlich sicher verlassen. Beim nächsten Spiel würde sich sein Vertrag verlängern, aber Kilic findet, „dass Dodo einen vernünftigen Umgang verdient hat“. Sprich: Selbst bei einem weiteren Einsatz finden sich Wege, dass der Verteidiger komplikationsfrei seinen Spind räumen kann am Saisonende, „wenn er der Meinung ist, diesen Verein verlassen zu müssen“. Kilic hat keine Zweifel, dass Ernst ernsthaft krank ist.

Die Zeit drängt, denn die meisten Aachener Spieler haben Angebote, den Verein zu wechseln. Und seitdem die Insolvenz aktenkundig ist, kreisen noch ein paar „Geier“ mehr am Tivoli. Ein größeres Objekt der Begierde ist auch Joy-Lance Mickels, der nach eigenen Angaben „so einige Angebote“ vorliegen hat. Der 23-Jährige hat seine Pläne noch nicht konkretisiert. „Ich könnte mir gut noch ein Jahr am Tivoli vorstellen“, sagt er. Dieses Ausbildungsjahr habe ihm gut getan, und nicht nur, weil er einen Trainer gefunden hat, der ihm zuverlässig fördere.

„Meine Ausdauer ist besser, mein Spiel gradliniger geworden“, sagt der Spieler mit dem breitesten Grinsen in der Regionalliga. Kilic ist im ständigen Austausch mit Mickels Berater. Er hält den Stürmer für ein kleines Juwel, das aber noch geschliffen werden muss. „Er muss noch stabiler in seinen Trainingsleistungen, noch ernsthafter werden. Er hat noch viel Luft nach oben. Ein weiteres Jahr in Aachen würde ihm gut tun“, sagt Kilic über den Publikumsliebling.

Mögliche Aufstellung: Depta - Winter, Propheter, Pluntke, Kucharzik - Hammel, Staffeldt, Pütz, Mohr - Fejzullah, Mickels

Schiedsrichter: Niklas Dardenne (Nettersheim)

Bilanz: 7 Spiele/3 Siege/2 Remis/2 Niederlagen/9:4 Tore

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