Alemannia braucht einen neuen Co-Trainer

Von: Christoph Pauli
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Co-Trainer vor dem Abschied: Dr. Jörg Jakobs verlässt Alemannia imSommer. Foto: Anspach

Aachen. Am Morgen nach dem großen Erfolg in Mainz war Dr. Jörg Jakobs wieder unterwegs. Alemannias Co-Trainer beobachtete die Laufwege, diesmal von seiner zweijährigen Tochter Milla. „Überragend” urteilte der Experte.

Seit fünf Jahren ist der Diplom-Sportwissenschaftler beim Verein, im Sommer endet die Zusammenarbeit - unaufgeregt. Zunächst unterstützte er Jörg Schmadtke dabei, eine neue Abteilung zu installieren: Jakobs wurde der Chef der Talentspäher.

Aus dem Scout wurde der ewige Co-Trainer. Unter Hecking, unter Frontzeck, unter Buchwald, Schmadtke und jetzt auch Seeberger. Jakobs ist immer der Fitness-Beauftragte der Teams gewesen, das Ergebnis spricht für ihn.

Ende Juni wird Jakobs bei Alemannia aufhören, wenn sein Vertrag ausläuft. „Ich möchte bewusst Dampf herausnehmen, ich habe in den letzten Jahren in Aachen so viel erlebt wie andere in einem kompletten Fußballer-Leben.” Die Entwicklung in den letzten Monaten hat seinen Entschluss auszusteigen verstärkt, sagt er.

Loyalität erste Pflicht

Er hat sich häufig auf neue Vorgesetzte umstellen müssen. Erst Hecking („bildet mit Dirk Bremser ein tolles Team”), dann Michael Frontzeck („ein super Typ”), über Buchwald hin zu Seeberger („er ist immer geradeaus, bei ihm gibt es kein hintenrum”).

Die Zeit hat ihn geschlaucht, auch weil Loyalität erste Co-Trainer-Pflicht ist. Jakobs hat sich an die Verabredung gehalten, vielleicht ist es ihm nicht immer leicht gefallen. Er spricht nicht darüber.

Der 38-Jährige hat die Aufnahmeprüfung für den großen Fußball-Lehrerschein souverän bestanden, jetzt folgen zehn Monate Intensiv-Schulung an der Sporthochschule in Köln.

Der Wissenschaftler geht einen ungewöhnlichen Weg, bringt schon viel Praxiserfahrung mit zur Schule. Ob er als Chef-Trainer arbeiten will? Jakobs sagt, er lasse die Dinge auf sich zukommen, auch eine Lehrtätigkeit kommt in Frage. „Alles offen.” Das gilt auch für die Nachfolgefrage. Die Personalie ist nicht geklärt, auch wenn Jakobs den Verein bereits im Winter von seinen Plänen unterrichtete.

Manager Andreas Bornemann räumt seinem Trainer Jürgen Seeberger ein Vorschlagsrecht ein, „aber die Entscheidung treffe ich”. Bornemann will sich in der Personalfrage auch auf dem eigenen Hof umsehen. Da ist schließlich auch Amateur-Coach Eric van der Luer unterwegs, der den Co-Trainer-Posten sogar in seinem Vertrag festgeschrieben hat. Es könnte aber auch sein, dass der Niederländer noch mehr Aufgaben bekommt - in der Jugendabteilung, die gerade neu sortiert wird.

Dort könnte ab dem Sommer auch Willi Landgraf landen. Der berühmte Rasenpflug beendet seine Karriere im zarten Alter von 40 Jahren in der Regionalligamannschaft von Schalke 04 II. Inzwischen hat er den A-Schein erworben, auch Schalke will ihn als Trainer.
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