Aachen - Alemannia: Benötigter Stimmungsaufheller bleibt erneut aus

Alemannia: Benötigter Stimmungsaufheller bleibt erneut aus

Von: Christoph Pauli
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1:1 spielte Alemannia gegen Wehen Wiesbaden. Vom Glück verfolgt wird diese Mannschaft definitiv nicht. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Tagelang hatte der Verein geschwiegen, dann gab es vor dem Spiel eine kleine Erklärung im Stadion, die von vielen Pfiffen begleitet wurde. Meino Heyen räumte „schwere Fehler” ein, die „schonungslos aufgedeckt” werden. Konkreter wurde es am Samstag noch nicht, Nachfragen waren von Vereinsseite auch diesmal nicht erwünscht.

So viel steht fest: Es war nicht das letzte Spiel am Tivoli, aber ob die drohende Zahlungsunfähigkeit in der nächsten Woche abgewendet werden kann, ist noch offen. „Es liegt Geld auf dem Tisch, ob es reicht, muss sich herausstellen”, sagt Heyen, der auch auf Anstrengungen der Gläubiger unverändert erhofft.

Eine Personalie, die sich seit Tagen abzeichnete, ist nun fix: „Frithjof Kraemer wird den Verein in absehbarer Zeit verlassen, möglicherweise sehr schnell.” Abermals lobte Heyen den Geschäftsführer für den er sich seit Monaten so stark macht. „Er hat eine Menge auf sich genommen und eine Menge gelitten.” Die Wahrnehmung vieler Fans war da eine andere. Für sie ist er der Hauptverantwortliche der Misere. Sie schmähten Kraemer mit Gesängen und Transparenten. Der 39-Jährige war erst gar nicht zu der Veranstaltung gekommen.

Dort fand dann noch ein Fußballspiel der schrecklicheren Art statt. 1:1 spielte Alemannia gegen Wehen Wiesbaden. Vom Glück verfolgt wird diese Mannschaft definitiv nicht. Aachen spielte schwach, und hätte dennoch den Sieg verdient gehabt. Und am Ende beklagte das Team neben den zwei Punkt- auch zwei Spielerverluste. Thomas Stehle (Probleme am Arm) und Denis Pozder (linkes Knie) wurden jeweils nach einem Zusammenprall mit Gäste-Keeper Michael Gurski ins Krankenhaus gebracht. Der Befund steht noch aus.

Das Spiel war zunächst so ansehnlich wie ein kaltes Buffet nach der großen Schlacht. Da trafen zwei Teams aufeinander, die seit Wochen in der falschen Spurrille festhängen. Das erfreulichste an der ersten Halbzeit war der Abpfiff von Schiedsrichter Markus Schmidt.

Das enorm geduldige Publikum hatte bis dahin zwei Gelegenheiten der Gastgeber gesehen. Nach drei Minuten setzte sich Marcel Heller auf dem rechten Flügel durch, seine Flanke verpasste Pozder nur knapp. Es wäre die Beruhigungspille gewesen. Dann setzte sich auch Kefkir mal auf seinem Flügel durch, seinen Rückpass zimmerte Heller ziemlich freistehend aus elf Metern mit links übers Tor (36.).

Wehen Wiesbaden deutete bei einigen Flanken zart Gefährlichkeit an, ansonsten war die Partie ein Trauermarsch durch das Land der Fehler. Die Hausherren zogen sich weit zurück, das Umschalten klappte nur selten, der Spielaufbau ruckelte gewaltig, meist wurden die Bälle weit nach vorne gedroschen als gebe es dafür Payback-Punkte.

Trainer René van Eck korrigierte vor allem das Mittelfeld in der Pause, und endlich bekam Alemannia Zugriff auf den Gegner. Die beste Phase brach an. Weber scheiterte mit einem knallharten Diagonalschuss an Keeper Gunski (49.), dann hätte Streit die Führung erzielen müssen: Aus sechs Metern chippte er den Ball am Keeper vorbei (53.).

Wehen Wiesbaden kam ins Trudeln, doch ein Konter, eine erste Chance reichte auch diesmal zur Führung. Milan Ivana traf gegen die unsortierte Abwehr aus 13 Metern ins lange Eck zum 0:1 (67.).

Die Mannschaft hat sich im Laufe der Saison eine gewisse Robustheit zugelegt, sie wehrte sich gut und wurde belohnt. Schwertfeger erzielte aus dem Gewühl sein erstes Profitor (81.). Zumindest ein sportliches Happyend war möglich: Pozder scheiterte bei seiner letzten Aktion mit einem Kopfball (86.), dann übersah Freddy Borg den freistehenden Albert Streit (90.).

Eine letzte Möglichkeit sah das Drehbuch noch vor. Streits Schuss wehrte Gurski noch ab, Borg flog heran und vorbei. Der dringend benötigte Stimmungsaufheller blieb aus. Auch sportlich läuft es zäh.

Wenn es denn eine gute Nachricht an diesem trüben Tag gab: Nach dem Spiel blieb es ruhig, auch wenn ein paar Dutzend Fans vor der Geschäftsstelle auftauchten. Die vorgewarnten Polizisten hatten die Situation im Griff. Der Tag ging ohne jeden Platzverweis zu Ende.

Stehle muss länger passen

Innenverteidiger Thomas Stehle hat sich schwerer verletzt: Das hat die Untersuchung im Krankenhaus ergeben. Der Verteidiger hat sich die Elle des linken Arms gebrochen und wird voraussichtlich in der kommenden Woche operiert.

Denis Pozders Verletzung ist hingegen noch unklar. Der Stürmer klagt über Schmerzen im Knie. Ein MRT wird am Montag die genaue Diagnose liefern. (luk)

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